Italienische Weinexporte gewinnen in Deutschland an Boden

17.04.2026

Nomisma-Daten zeigen steigende Lieferungen von g.U.-Weinen, obwohl sich der breitere deutsche Weinmarkt weiter uneinheitlich entwickelt

Deutschland zeigt Anzeichen einer Erholung als Markt für italienischen Wein: Die Exporte italienischer g.U.-Weine steigen sowohl mengen- als auch wertmäßig, obwohl der weltweite Weinhandel insgesamt weiter schwach bleibt.

Neue Daten des Nomisma Wine Monitor zeigen, dass die Lieferungen italienischer Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung nach Deutschland im Jahr 2025 mengenmäßig um 5,4 % und wertmäßig um 4,2 % gestiegen sind. Das deutet auf eine festere Nachfrage in einem der größten Weinmärkte Europas hin. Deutschland bleibt das viertgrößte weinkonsumierende Land der Welt und ein zentraler Absatzmarkt für italienische Erzeuger, die ihre Verkäufe in einer Phase ungleichmäßigen Konsums und unter Preisdruck absichern wollen.

Der gesamte deutsche Weinmarkt schrumpfte im vergangenen Jahr mengenmäßig leicht, doch dieser Rückgang wurde durch einen Anstieg des Gesamtwerts um 4,7 % nach mehreren schwachen Jahren ausgeglichen. Das Muster deutet darauf hin, dass die Verbraucher insgesamt weniger Wein kaufen, aber mehr für ausgewählte Kategorien ausgeben – vor allem für Still- und Perlweine sowie größere Gebinde wie Bag-in-Box, die sowohl mengen- als auch wertmäßig zulegten.

Bulkwein entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung und verzeichnete Rückgänge bei beiden Kennzahlen. Dennoch bleibt er ein wichtiger Teil des Marktes, weil er häufig als Basis für die Schaumweinproduktion dient und beim Importwert weiterhin den zweiten Platz unter den Importkategorien einnimmt.

Italien dominiert den deutschen Importweinmarkt weiterhin. Nach den von Nomisma zitierten Daten hält das Land mehr als 40 % Marktanteil und erzielt dort jährliche Umsätze von mehr als 1 Mrd. €. Damit ist Deutschland für italienische Weingüter einer der wichtigsten Absatzmärkte in einer Zeit, in der viele Exportmärkte instabil sind.

Die stärksten Ergebnisse kamen aus bestimmten italienischen g.U.-Kategorien. Weiße Weine aus dem Veneto, Rotweine aus dem Piemont und andere g.U.-Schaumweine ohne Prosecco und Asti legten sowohl beim exportierten Volumen als auch beim Wert zu. Prosecco bleibt der am meisten nach Deutschland exportierte italienische Wein, auch wenn sein Exportwert 2025 leicht zurückging.

Für italienische Erzeuger deuten die Zahlen darauf hin, dass Deutschland nicht nur stabil bleibt, sondern sich in den für Premiumexporte wichtigsten Segmenten allmählich erholt. Diese Entwicklung könnte beeinflussen, wie Weingüter ihr Produktsortiment, ihre Preisgestaltung und ihre Vertriebsstrategien planen – in einem Markt, dessen Nachfrage zwar weiter uneinheitlich ist, der aber groß genug bleibt, um die Exportentwicklung in ganz Europa zu prägen.