13.04.2026

Die italienischen Weinexporte standen im vergangenen Jahr vor erheblichen Herausforderungen: Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten und andere traditionelle Märkte gingen deutlich zurück. Nach Daten, die das Federvini-Observatorium auf der Vinitaly 2026 in Verona vorlegte, schlossen die italienischen Weinexporte das Jahr 2025 mit einem Wertverlust von 3,6 % ab, was einem Minus von fast 300 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der stärkste Rückgang wurde in den USA verzeichnet, wo die Importe italienischen Weins wertmäßig um 12 % sanken. Dieser Rückgang wird auf die vor einem Jahr von der US-Regierung verhängten Zölle zurückgeführt, die den Handel auch noch bis Anfang 2026 belasten. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres gingen die italienischen Weinexporte in die USA im Vergleich zum Niveau vor den Zöllen im Jahr 2024 um 34 % zurück.
Trotz dieser Rückschläge hat sich Italiens Weinsektor im Vergleich zu anderen großen Exporteuren als widerstandsfähig erwiesen. Frankreich verzeichnete ein Minus von 4,4 %, Spanien von 5,1 %, Chile von 10,2 %, und auch die US-Weinexporte selbst brachen um 36 % ein. Diese Zahlen zeigen, wie sehr Zollbarrieren Volkswirtschaften, Beschäftigte und Verbraucher in allen beteiligten Ländern schaden können.
Die vom Federvini-Observatorium gemeinsam mit Nomisma und TradeLab erstellte Analyse wurde bei einer Veranstaltung vorgestellt, an der Branchenvertreter und Regierungsmitglieder teilnahmen, darunter Federvini-Präsident Giacomo Ponti und Italiens Minister für Unternehmen und Made in Italy, Adolfo Urso. Im Mittelpunkt der Diskussion stand, wie neue von der Europäischen Union vorangetriebene Freihandelsabkommen italienischen Weinproduzenten alternative Märkte eröffnen.
Ab dem 1. Mai tritt ein vorläufiges Abkommen mit Mercosur in Kraft und verschafft Zugang zu einem Markt mit 260 Millionen Menschen und einem gemeinsamen BIP von 3 Billionen Dollar. In den vergangenen fünf Jahren sind die Weinimporte in den Mercosur-Ländern um 45 % gewachsen; Italien hält dort einen Marktanteil von 8 %. Besonders gefragt sind in der Region italienische Rotweine aus der Toskana und dem Piemont.
Auch Indien hat sich nach einem neuen Handelsabkommen zu einem strategischen Markt entwickelt. Bei einer Bevölkerung von 1,47 Milliarden ist der Export italienischen Proseccos nach Indien in den vergangenen fünf Jahren um 165 % gestiegen. Die Senkung der bundesstaatlichen Zölle von einem historischen Satz von 150 % auf nunmehr 20 bis 30 % dürfte den Absatz italienischen Weins weiter ankurbeln.
Australien bietet nach einem jüngsten Abkommen eine weitere Chance, da die Einfuhrzölle für italienische Weine dort vollständig abgeschafft wurden. Der australische Markt hat bei den gesamten Weinimporten einen Wert von mehr als 540 Millionen Euro, auch wenn weiterhin Bedenken hinsichtlich des Schutzes geografischer Angaben bestehen.
Giacomo Ponti betonte, dass die anhaltende Instabilität – angetrieben von geopolitischen Spannungen wie den Konflikten im Nahen Osten – weiterhin sowohl die europäische als auch die globale Wirtschaft belastet. Zugleich verwies er darauf, dass neue Freihandelsabkommen mit Mercosur, Indien und Australien Hoffnung auf Wachstum und Diversifizierung bieten.
Auf dem heimischen Markt blieben die Supermarktumsätze Italiens im Jahr 2025 trotz eines leichten Mengenrückgangs von 2,8 % stabil bei 3 Milliarden Euro. Schaumweine führten das Wachstum mit Zuwächsen von 3,1 % beim Volumen und 2,7 % beim Wert an, während Weine mit geschützter geografischer Angabe (IGP) ihre Position behaupteten.
Die Analyse von TradeLab zum Außer-Haus-Konsum ergab einen Gesamtmarktwert von 102 Milliarden Euro, ein Plus von 1,5 %, obwohl die Besuche leicht um 1,1 % zurückgingen. Der Weinkonsum außer Haus sank um 6,6 %, doch Schaumweine schnitten mit einem Rückgang von nur 2,3 % besser ab – insbesondere bei Babyboomern und in gehobenen Restaurants.
Zudem ist ein deutlicher Trend zu maßvollem und bewusstem Konsum zu beobachten, insbesondere unter jungen Erwachsenen, die von veränderten Ernährungstrends geprägt sind. Albiera Antinori, Präsidentin der Wine Group von Federvini, wies darauf hin, dass die Werte insgesamt zwar stabil blieben, Verbraucher jedoch selektiver würden und Produkte bevorzugten, deren Identität eng mit ihrer Herkunftsregion verbunden sei.
Eine von Federvini bei der Sapienza-Universität Rom in Auftrag gegebene Studie hob hervor, dass Italiens Trinkkultur weiterhin in Maßhalten und Tradition verwurzelt ist. Antinori betonte die Bedeutung, verantwortungsvollen Konsum gemeinsam mit Italiens kulinarischem Erbe zu fördern; dieses wurde jüngst als Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO anerkannt.
Branchenvertreter sind sich einig, dass eine fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Institutionen auf nationaler wie europäischer Ebene unerlässlich ist, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und das künftige Wachstum des italienischen Weins auf der Weltbühne zu sichern.
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