Französische Winzerbetriebe verzeichnen deutlichen Anstieg bei Schließungen

20.04.2026

Altares zufolge stellten im ersten Quartal 83 Winzerbetriebe den Betrieb ein, etwa die Hälfte davon im Gironde im Bordeaux-Gebiet.

In Frankreich schließen Weingüter und Winzerbetriebe in immer schnellerem Tempo – ein Zeichen dafür, wie tief die Belastung in einem der wichtigsten Weinmärkte der Welt inzwischen ist. Im ersten Quartal 2026 stellten 83 Winzerbetriebe ihre Tätigkeit ein, ein Plus von 32 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025, wie eine von der französischen Fachpresse zitierte Studie von Altares zeigt. Etwa die Hälfte dieser Schließungen entfiel auf Gironde, das Département mit Bordeaux, wo die Betriebe unter schwacher Nachfrage, Restrukturierungsmaßnahmen und jahrelangem finanziellem Druck leiden.

Auch das breitere landwirtschaftliche Bild war düster. Altares zufolge gerieten in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 insgesamt 487 französische Agrarbetriebe in Insolvenzverfahren, 23 % mehr als ein Jahr zuvor. Innerhalb dieser Gruppe verzeichneten Tätigkeiten zur Unterstützung des Pflanzenbaus einen noch stärkeren Anstieg: 86 Fälle, ein Plus von 59 %. Das Unternehmen definiert Insolvenzfälle als Verfahren, die mit Schutzmaßnahmen, einem Insolvenzverfahren oder einer direkten Liquidation vor Handels-, Wirtschafts- oder Gerichten beginnen.

Die Probleme im Weinsektor sind nicht neu. Altares zufolge waren bereits 2023 mehr als 130 Weinunternehmen gescheitert. Im ersten Quartal 2024 stieg die Zahl der Insolvenzen um weitere 24 %, ein Jahr später sprang sie um 75 % nach oben. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass es sich bei dem Abschwung nicht um eine kurzfristige Störung handelt, sondern um Teil eines länger anhaltenden Rückgangs, der viele kleine Erzeuger trifft.

Auch Frankreichs Gastronomie- und Hotelbranche steht unter Druck, wenngleich sich einige Segmente stabilisiert haben. Restaurants verzeichneten im ersten Quartal 2026 insgesamt 2.101 Insolvenzen, ein Minus von 0,4 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Traditionelle Restaurants schnitten etwas besser ab mit 1.071 Fällen, minus 2,5 %, während Fast-Food-Betriebe mit 952 Insolvenzen schlechter abschnitten, plus 2,4 %. Bars und andere Lokale mit Alkoholausschank blieben fragil, mit 373 Insolvenzen, ein Plus von 6,6 %.

Auch der Beherbergungssektor startete schwach ins Jahr. Altares meldete insgesamt 168 Insolvenzen in der Hotellerie und Beherbergung, ein Plus von 27,3 %, getrieben von Hotels mit 119 Fällen, plus 32 %, sowie Kurzzeit-Touristenunterkünften mit 39 Fällen, plus 44 %.

Über alle Sektoren hinweg verzeichnete Frankreich im ersten Quartal 2026 insgesamt 18.986 Insolvenzverfahren, ein Plus von 6,4 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Altares zufolge tragen kleinere Unternehmen die Hauptlast der Belastung im Vergleich zu größeren Firmen.