Die OIV plant ein globales Webinar zur Bekämpfung der Flavescence Dorée-Krankheit, die die Weinberge bedroht

10.04.2026

Experten wollen neue Forschungsergebnisse und Strategien austauschen, da die Zahl der Ausbrüche in den wichtigsten europäischen Weinregionen um über 20 % gestiegen ist

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) hat ein wissenschaftliches Webinar zum Thema Flavescence dorée angekündigt, einer Krankheit, die nach wie vor Weinberge in ganz Europa und darüber hinaus bedroht. Die Veranstaltung mit dem Titel "Flavescence dorée: From Collective Strategies to Vineyard Protection" (Von kollektiven Strategien zum Schutz der Weinberge) wird am 18. Mai 2026 von 11:00 bis 13:00 Uhr MEZ online stattfinden. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache abgehalten und bietet eine KI-gestützte Live-Übersetzung in mehrere Sprachen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

Flavescence dorée ist eine Phytoplasma-Krankheit, die durch Blatthüpfer übertragen wird und eine Gelbfärbung der Blätter, einen geringeren Traubenertrag und schließlich das Absterben der Reben verursacht. Die Krankheit hat sich in mehreren Weinbauregionen ausgebreitet und bei Winzern und Branchenexperten Besorgnis über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, Produktivität und langfristige Nachhaltigkeit der Weinberge ausgelöst. Jüngsten Daten der europäischen Pflanzenschutzbehörden zufolge haben die Ausbrüche in den letzten fünf Jahren in einigen Regionen um mehr als 20 % zugenommen.

Ziel des OIV-Webinars ist es, führende Wissenschaftler, Pflanzenschutzbeauftragte und Vertreter von Winzerorganisationen zusammenzubringen, um die neuesten Forschungsergebnisse zur Epidemiologie von Flavescence dorée auszutauschen und Strategien zur Eindämmung zu diskutieren. Zu den Referenten gehören Elisa Angelini, Vorsitzende der OIV-Sachverständigengruppe für Rebschutz, Camille Picard, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin der Europäischen und Mittelmeer-Pflanzenschutzorganisation (EPPO), Marion Saüquere, Direktorin des Verbands der Appellationen und Winzer von Burgund (CAVB), Agathe Mazardin, Projektleiterin für Nachhaltigkeit im Weinbau beim Comité des Vins de Bourgogne, und Stefano Boncompagni, Direktor des Pflanzenschutzdienstes der italienischen Region Emilia-Romagna.

Im Mittelpunkt der Sitzung stehen harmonisierte Überwachungsstandards und die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen sowohl auf kollektiver als auch auf individueller Ebene. Experten werden wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ausbreitung der Krankheit vorstellen und technische Maßnahmen erörtern, die sich bei der Eindämmung der Krankheit als wirksam erwiesen haben. Dazu gehören Früherkennungsprotokolle, die Entfernung infizierter Rebstöcke, die Bekämpfung von Insektenüberträgern und regionale Überwachungsprogramme.

Die Organisatoren betonen, dass Flavescence dorée nicht nur eine wissenschaftliche Herausforderung ist, sondern auch eine Bewährungsprobe für die Zusammenarbeit zwischen Winzern, Forschern und Aufsichtsbehörden. In Regionen wie Burgund und Emilia-Romagna haben kollektive Strategien zu obligatorischen Überwachungs- und Meldesystemen sowie zu gemeinsamen Schulungen für Weinbergsarbeiter geführt. Diese Bemühungen haben dazu beigetragen, die Ausbreitung in einigen Gebieten zu verlangsamen, erfordern jedoch aufgrund des anhaltenden Risikos durch die grenzüberschreitende Verbringung von infiziertem Pflanzenmaterial ständige Wachsamkeit.

Die OIV bittet um die Teilnahme von Weinbergsmanagern, Agronomen, politischen Entscheidungsträgern und allen am Weinbau Beteiligten. Die Anmeldung ist über die Website der OIV möglich. Die Organisation hofft, dass der Austausch von Wissen und bewährten Verfahren dazu beitragen wird, die Weinberge weltweit vor dieser wachsenden Bedrohung zu schützen.