23.04.2026

Russlands Finanzministerium hat ein Schiedsgericht ersucht, die gesellschaftsrechtlichen Rechte ausländischer Anteilseigner an zwei mit Russian Standard Vodka verbundenen Unternehmen auszusetzen. Der Schritt könnte die Kontrolle über eine der bekanntesten Spirituosengruppen des Landes weiter verschieben, während Sanktionen die Eigentümerstrukturen weiter umformen.
In einer am Donnerstag von AK&M berichteten Mitteilung erklärte das Ministerium, es habe einen Antrag gegen die auf Zypern ansässige Pasalba Ltd. und die in den USA ansässige Roust Corporation gestellt. Ziel sei es, ihre gesellschaftsrechtlichen Rechte in Bezug auf die JSC Rust Russia und die LLC Russian Standard Vodka auszusetzen. Nach Angaben des Ministeriums handelten die ausländischen Anteilseigner im Rahmen „anti-russischer“ Sanktionen, die den Betrieb der russischen Unternehmen behinderten.
Dem Antrag ging eine Regierungsentscheidung vom 15. Nov. 2024 voraus, Rust Russia und Russian Standard Vodka auf eine Liste wirtschaftlich bedeutender Organisationen zu setzen. Diese Einstufung verschaffte dem Finanzministerium die rechtliche Grundlage, ein Gericht um die Aussetzung der gesellschaftsrechtlichen Rechte ausländischer Holdinggesellschaften zu ersuchen, die mit diesen Unternehmen verbunden sind.
Die Russian Standard Holding Company wurde 1992 von Rustam Tariko gegründet und hat ein Portfolio aufgebaut, das alkoholische und Finanzwerte umfasst. Zur Rust Group gehören Wodkamarken wie Russian Standard, Green Brand und Talka.
Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem russische Behörden die Regeln für wirtschaftlich bedeutende Organisationen zunehmend aggressiv einsetzen, um strategische Unternehmen stärker unter heimische Kontrolle zu bringen – vor allem dort, wo ausländische Eigentümer Managemententscheidungen einschränken oder den Betrieb durch sanktionsbedingte Streitigkeiten erschweren. Für Spirituosenhersteller können solche Schritte alles beeinflussen, von der Unternehmensführung und Finanzierung bis hin zu Exportkanälen und Liefervereinbarungen.
Pasalba Ltd. und Roust Corporation sind mit der breiteren Eigentümerstruktur rund um die Gruppe verbunden; mit dem Antrag will das Ministerium ihnen die Aktionärsrechte entziehen, während das Gericht den Fall prüft. Der Antrag selbst überträgt noch kein Eigentum, kann aber Stimmrechte und andere gesellschaftsrechtliche Befugnisse entziehen, mit denen ausländische Investoren üblicherweise Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen.
Russian Standard Vodka ist eine der international bekanntesten russischen Spirituosenmarken, auch wenn das Auslandsgeschäft seit der Ausweitung der westlichen Sanktionen nach Russlands Invasion in der Ukraine unter Druck steht. Das Ministerium erklärte in seiner öffentlichen Mitteilung lediglich, das Verhalten der ausländischen Anteilseigner beeinträchtige die Fähigkeit der russischen Unternehmen, ihre Aktivitäten auszuüben; weitere Details nannte es nicht.
Das Schiedsgericht hat über den Antrag bislang noch nicht öffentlich entschieden.
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