21.12.2024

Das Weinjahr 2024 in der portugiesischen Region Douro wird als eines der qualitativ besten in diesem Jahrhundert gepriesen. Die Witterungsbedingungen vom Herbst bis zum Sommer spielten eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung von Weinen, von denen man erwartet, dass sie außergewöhnlich sind. Jede Phase des Weinbauzyklus war durch ein klimatisches Gleichgewicht gekennzeichnet, das die allmähliche Reifung und die Gesundheit der Reben begünstigte und die Grundlage für Weine von bemerkenswerter Reinheit und Eleganz bildete.
Der Zyklus begann mit starken Niederschlägen von Mitte Oktober bis November, die den Boden für die nächste Wachstumsperiode vorbereiteten. Im November sanken die Temperaturen stetig und leiteten die Ruhephase der Reben ein. Diese entscheidende Phase, die die Pflanzen stärkt, dauerte den ganzen Winter über an. In vielen Weingütern, wie z. B. bei Ramos Pinto, wurde am 28. November mit dem Rebschnitt begonnen. Diese wichtige Maßnahme wirkt sich direkt auf die Gesundheit der Reben und die Qualität der künftigen Produktion aus, indem sie die Traubenerträge kontrolliert und die Ressourcen der Pflanzen optimiert.
Der Winter brachte Anfang Januar polare Kälte mit sich, wobei in einigen Gebieten, wie dem Vilariça-Tal, Temperaturen von bis zu -0,4 °C gemessen wurden. Diese Fröste wirkten wie ein natürliches Pestizid und reduzierten Schädlinge und Krankheiten auf organische Weise. Die winterliche Feuchtigkeit trug auch zum Abbau der organischen Substanz im Boden bei, ein kritischer Prozess in einer Region mit geringem organischen Anteil. Trotz der Kälte löste eine kurze Wärmeperiode Ende Januar bei den Weinbauern die Sorge aus, dass die Winterruhe der Reben unterbrochen werden könnte.
Der Frühling kam mit überdurchschnittlichen Temperaturen und gleichmäßig verteilten Niederschlägen, die das Wachstum der Reben förderten. Ende Februar begann auf der Quinta do Orgal im Oberen Douro der Austrieb, und Mitte Mai begann die Blüte. Diese Phase war ausschlaggebend für die Bestimmung des quantitativen und qualitativen Potenzials der Ernte. In dieser Zeit führten die Erzeuger wichtige Arbeiten wie das Ausdünnen der Triebe durch, bei dem überflüssiges Wachstum entfernt wird, um die Ressourcennutzung zu optimieren und die Luftzirkulation zu verbessern, was zur Reduzierung von Pilzkrankheiten wie dem Falschen Mehltau beiträgt, der aufgrund der späten Frühjahrsfeuchtigkeit einige Herausforderungen darstellte.
Der Sommer 2024 zeichnete sich durch trockene Bedingungen mit Temperaturen aus, die innerhalb der historischen Durchschnittswerte lagen. Die Reifezeit, also der Farbwechsel der Trauben, begann im Juli und markierte den Beginn der Reifung. Dieser Prozess fand später statt als in den letzten Jahren und ermöglichte eine allmähliche Akkumulation des Zuckers und die Erhaltung des Säuregehalts, der für ausgewogene und hochwertige Weine unerlässlich ist. Die kühlen Nächte trugen dazu bei, dass die Aromen und die Komplexität der Trauben erhalten blieben.
Die Weinlese begann im August mit den früh reifenden weißen Sorten wie Viosinho und Chardonnay und zog sich bis Anfang Oktober hin, was an die traditionellen Douro-Ernten erinnert. Dieser längere Zeitraum ermöglichte es den Erzeugern, die Ernte der verschiedenen Sorten effizient zu verwalten, Engpässe in den Weinkellereien zu vermeiden und sicherzustellen, dass jede Traube zum Zeitpunkt ihrer höchsten Reife geerntet wurde. Weingüter wie Quinta do Vallado, Quinta do Cume und Quinta de la Rosa schlossen ihre Ernte im Oktober ab, was in den letzten Jahren eher selten der Fall war.
Die hohe Produktion im zweiten Jahr in Folge stellte jedoch viele Winzer vor wirtschaftliche Herausforderungen. Überschüssige Bestände in den Weinkellereien behinderten den Verkauf der Trauben, so dass einige Erzeuger einen Teil ihrer Ernte mangels Abnehmern nicht abholen konnten. Dies macht deutlich, dass die Region die Überproduktion in den Griff bekommen muss, um die langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
Insgesamt war 2024 ein Jahr mit idealen Bedingungen, die die Erzeugung hochwertiger Weine ermöglichten. Die Erzeuger betonen die Eleganz, Reinheit und Ausgewogenheit der Moste und erwarten außergewöhnliche Weine sowohl für den Portwein- als auch für den DOC Douro-Markt. Die Deklaration eines klassischen Vintage Port ist sehr wahrscheinlich und wird voraussichtlich im Jahr 2026 bestätigt.
Da das Douro-Gebiet in die nächste Phase des Zyklus eintritt, in der die Reben in die Ruhephase zurückkehren und die jungen Weine ihren Reifeprozess in den Kellern beginnen, bleiben die Erwartungen hoch. Das Jahr 2024 wird als ein Beweis dafür in Erinnerung bleiben, wie die Natur, geschickt eingesetzt, außergewöhnliche Weine hervorbringen kann.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: [email protected] | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien