21.05.2026
Die Winzer in Michigan steuern auf eine der wichtigsten Phasen der Saison zu: Während die Reben im Süden rasch in Richtung Blüte voranschreiten, liegen die Weinberge im Norden weiter zurück und sind weiterhin von Frostgefahr bedroht, teilte die Michigan State University Extension in ihrem jüngsten Scouting-Bericht vom Mittwoch mit.
Der Bericht, der auf Feldbeobachtungen vom 20. Mai basiert, nennt für Südwest-Michigan 472 Growing Degree Days bei einer Prognose von 556,6. Dort befinden sich viele Weinberge inzwischen im frühen Triebwachstum, in der Traubentrennung und in der Entwicklung der Infloreszenzen. In Südost-Michigan sind die Reben im Triebwachstum mit sich entwickelnden Blütenständen. In Nordwest-Michigan treiben die meisten Vitis-vinifera-Reben noch aus oder haben gerade erst die Winterruhe beendet, während in der Region Tip of the Mitt Hybridreben am Austrieb sind und sich die Vinifera-Reben erst langsam bewegen.
Diese ungleichmäßige Entwicklung ist deshalb wichtig, weil die Blüte das entscheidende Zeitfenster für die Krankheitsbekämpfung ist – insbesondere bei Schwarzfäule, Echtem Mehltau und Falschem Mehltau. Das Extension-Team rief die Betriebe dazu auf, genau zu kontrollieren und offene Blüten in dieser Phase mit Fungiziden zu schützen, zugleich aber FRAC-Gruppen zu wechseln, um Resistenzen zu verlangsamen. Der Bericht nannte die FRAC-Gruppen 3 und 11 als wichtige Mittel gegen Echten Mehltau und Schwarzfäule sowie Mehrstellen-Wirkstoffe wie Captan und Mancozeb. Gegen Falschen Mehltau verwies er auf die FRAC-Gruppen 40, 45, 21 und 11 sowie auf Produkte auf Basis von Phosphonsäure, wenn das Wetter Infektionen begünstigt.
Besonders heikel ist das Timing in den nördlichen Weinbergen, wo zwei kühlere Nächte Frost- oder Gefrierbedingungen bringen könnten. Den Betrieben dort wurde geraten, Stickstoffgaben und Laubarbeiten bis zum Einsetzen aktiven Wachstums zurückzustellen. In Süd-Michigan hingegen könnten bald geteilte Stickstoffgaben beginnen; außerdem sollte dort in den nächsten ein bis zwei Wochen das Ausdünnen der Triebe geplant werden.
Der Bericht sagte zudem eine hohe Aktivität des Traubenwicklers in Süd-Michigan nach dem wärmeren Wetter voraus, auch wenn Eiablagen durch Weibchen noch nicht erwartet werden. Die Betriebe wurden aufgefordert, das Blühdatum wilder Rebenarten zu notieren, die später im Sommer in Schädlingsmodellen verwendet werden. Die MSU Extension betonte, dass es sich dabei um Vitis riparia handeln muss, die vor Concord blüht und Blattunterseiten mit glänzendem Schimmer aufweist.
Der frühe Schädlingsdruck durch Erdflöhe wurde insgesamt als noch tolerierbar beschrieben, obwohl an jungen Blättern bereits „window-pane“-Fraßschäden sichtbar sind. An Hybridreben wurden in dieser Woche Symptome des Tumid gallmaker festgestellt; laut Bericht lassen sich vereinzelte Befälle durch Entfernen des betroffenen Gewebes bekämpfen, während bei größeren Ausbrüchen eine Behandlung erforderlich sein kann.
Auch die Unkrautbekämpfung bleibt eine Priorität, da sich die Böden erwärmen und Winterannuelle zu blühen beginnen oder Samen ansetzen. Der Bericht empfahl, die Rebflächen jetzt auf Winterannuelle, Sommerannuelle und mehrjährige Unkräuter zu kontrollieren und dann je nach Entwicklungsstand der Unkräuter Residualherbizide oder Abflammprodukte auszuwählen. Zugleich wurde davor gewarnt, die Auflagen auf dem Etikett genau einzuhalten und jeden Herbizidkontakt mit grünen Trieben und jungen Reben zu vermeiden.
Über den Pflanzenschutz hinaus legte das Extension-Team den Schwerpunkt auf Bodengesundheit und Dokumentation. Es verwies auf Zwischenfrüchte, den Einsatz von Kompost und geringere Bodenverdichtung als Wege zu einer besseren langfristigen Leistung der Weinberge. Außerdem hob es das Sustainable Agriculture Management Tool hervor – eine kostenlose Planungsplattform für Michiganer Winzer, mit der sich Spritzpläne und andere Arbeiten im Weinberg organisieren lassen.
Dem Bericht war zudem ein Kalender mit Branchenveranstaltungen im ganzen Bundesstaat beigefügt, darunter P45 Third Thursday-Sitzungen ab dem 18. Juni im Mawby Vineyard zum Einsatz von Komposttee, eine Sitzung am 16. Juli am Northwest Michigan Horticulture Research Center zur Saftanalyse sowie ein Workshop zur Spritzwirksamkeit dort am 6. August mit Fokus auf Benetzung und drohnenbasierte Sprühgeräte. Außerdem beginnt die Anmeldung für den Michigan Viticulture Field Day and Enology Experience sowie für die Dirt to Glass Conference in Traverse City am 20. bis 21. August.
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