Deutsche Verbraucherstimmung fällt auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren

08.05.2026

Die Haushalte bleiben zurückhaltend, da Inflation, Konjunktursorgen und globale Konflikte die Ausgaben weiter dämpfen

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren gefallen, wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Haushalte angesichts höherer Preise und Sorgen um die Wirtschaft weiterhin vorsichtig bleiben und ihre Ausgaben bremsen.

Der Index gab gegenüber dem Vormonat erneut nach und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Januar 2024 sowie den schwächsten Wert seit Februar 2023. Der HDE erklärte, die anhaltenden globalen Konflikte belasteten das Vertrauen, während Inflation und die Sorge vor einer schwachen Konjunktur die Verbraucher beim Kauf zurückhaltender machten. Nach Angaben des Verbands blicken die Menschen so pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung wie zuletzt im Januar 2023.

Das ist für Händler in ganz Deutschland relevant, auch für Anbieter von Lebensmitteln und Getränken, denn ein schwaches Verbrauchervertrauen führt oft dazu, dass Kunden zu günstigeren Produkten greifen, Käufe aufschieben und stärker auf Sonderangebote setzen. Für Weinhändler und andere Getränkelieferanten kann das Druck auf die Absatzmengen bedeuten und eine Verschiebung hin zu preiswerteren Produkten.

Der HDE sieht weiterhin keine Anzeichen für eine spürbare Erholung des privaten Konsums. Zudem trügen das allgemeine wirtschaftliche und politische Umfeld weiter zur Unsicherheit bei und hielten die Ausgaben gedämpft. Selbst jüngst von der Bundesregierung beschlossene Entlastungsmaßnahmen hätten die Stimmung bislang nicht verbessert, auch weil Verbraucher noch unsicher seien, wie stark diese Schritte tatsächlich helfen werden.

Der Verband verwies zudem auf die angespannte geopolitische Lage als weiteren Faktor, der die Nachfrage bremse. Die Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung zu Jahresbeginn seien durch den Iran-Krieg zunichtegemacht worden; in den kommenden Wochen oder Monaten erwartet der HDE weder einen stärkeren privaten Konsum noch ein breiteres Wachstum.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen zu ihrer Kauf-, Spar- und Ausgabebereitschaft sowie weiteren konsumrelevanten Faktoren. Nach Angaben des HDE soll der Indikator die erwartete Stimmung für die kommenden drei Monate abbilden und nicht das aktuelle Verhalten.