TUTTOFOOD 2026 zieht 123.000 Besucher nach Mailand

18.05.2026

Die Lebensmittelmesse meldete ein Plus von 30 Prozent bei den Besucherzahlen und unterstreicht damit ihre wachsende Rolle als globaler Handelsplatz.

TUTTOFOOD 2026 ist in Mailand nach vier Tagen mit 123.000 Besuchern zu Ende gegangen, darunter 27.000 internationale Gäste. Das entspricht einem Plus von 30 % gegenüber der Ausgabe 2025, wie die Organisatoren am Montag mitteilten. Die Messe, die zum zweiten Mal unter der Leitung von Fiere di Parma stattfand, zog zudem 4.000 internationale Top-Einkäufer an und belegte zehn Hallen mit 82.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die vollständig ausgebucht waren; das sind 15 % mehr als im Vorjahr.

Der Umfang der Veranstaltung spiegelte die anhaltende Nachfrage von Fachleuten der Lebensmittelbranche aus Produktion, Vertrieb, Gastronomie, Import und Einkauf wider. Nach Angaben der Organisatoren hat sich die Messe zu einer zentralen Business-Plattform für den Food- und Beverage-Sektor entwickelt, die Produzenten mit Einkäufern aus Europa, Amerika, Asien und dem Golfraum verbindet – zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen mit geopolitischen Spannungen, Zöllen, höheren Energiekosten, volatilen Rohstoffen und sich verändernden Lieferketten umgehen müssen.

Fiere di Parma teilte mit, dass auf der Messe 5.000 Marken vertreten waren, ein Plus von 20 %, und dass rund 30 % davon aus dem Ausland kamen. Spanien verzeichnete mit 182 ausstellenden Unternehmen einen Rekordwert, was nach Angaben der Organisatoren das wachsende spanische Interesse an der Mailänder Veranstaltung unterstreicht.

Antonio Cellie, Geschäftsführer von Fiere di Parma, sagte, die Ergebnisse zeigten, dass die Messe eine Lücke im internationalen Terminkalender geschlossen habe. Aussteller und Einkäufer hätten positiv auf eine Veranstaltung reagiert, die er als neuen globalen Treffpunkt für das Agrar- und Lebensmittelgeschäft bezeichnete. Cellie fügte hinzu, Fachmessen seien längst nicht mehr nur Produktpräsentationen, sondern Orte, an denen Unternehmen die Nachfrage prüfen, Beziehungen aufbauen und Chancen in Umsatz verwandeln.

Einkäufer auf der TUTTOFOOD verwiesen auf Italiens starke Position in Kategorien wie Olivenöl, Balsamico-Essig, Mehl, Pasta, Keksen und Schokolade. Sie sagten zudem, italienische Produkte blieben in mehreren Märkten zentral für Foodservice-Menüs und den Einzelhandel. Ein europäischer Einkäufer erklärte, rund 70 % seines Restaurantgeschäfts hingen von italienischen Produkten ab. Für Betreiber wie Sysco in den Vereinigten Staaten und Cencosud in Lateinamerika bleibe Italien ein wichtiger Beschaffungsmarkt.

Sysco, der größte Foodservice-Distributor in den USA, sagte, die Nachfrage nach Qualitätsprodukten bleibe trotz höherer Preise in den Vereinigten Staaten stark. Für viele Käufer sei Versorgungssicherheit inzwischen wichtiger als Zölle; zugleich gewännen Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit bei Kaufentscheidungen an Bedeutung. Sysco erklärte außerdem, italienische Lebensmittel seien über ethnische Nischenkanäle hinausgewachsen und Teil der breiten amerikanischen Nachfrage geworden.

Cencosud sagte, das Unternehmen sei nach Mailand gekommen, um internationale Sortimente für südamerikanische Filialen aufzubauen und neue Produkte zu identifizieren, die erstmals in den Innovationsbereichen der Messe gezeigt wurden. Der in Chile ansässige Händler erklärte, Verbraucher in Lateinamerika seien zunehmend offen für Experimente und für Rezepte, die Zutaten aus verschiedenen Ländern kombinieren. Zudem sei Peru sein dynamischster Markt in der Region; in Argentinien habe es im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei Importen europäischer Produkte gegeben.

Promocash, die auf Foodservice-Kunden ausgerichtete Cash-and-Carry-Sparte von Carrefour, sagte, rund 95 % des Geschäfts stünden im Zusammenhang mit Restaurants und etwa 70 % davon entfielen auf italienische Produkte. Das Unternehmen erklärte, es nutze die TUTTOFOOD, um die Beziehungen zu Lieferanten zu stärken und neue Artikel für französische Gastronomen zu finden. Die Messe sei nützlich, weil Käufer dort viele Produzenten an einem Ort vergleichen und Qualität sowie Sortiment effizienter bewerten könnten als auf manchen anderen internationalen Veranstaltungen.

Innovation war ein weiteres Thema der Messe. Ben Costantini vom französischen Unternehmen Sesamers sagte, TUTTOFOOD sei nicht nur ein Ort zum Verkauf aktueller Produkte, sondern auch der Markt für neue Food-Innovatoren. Sesamers brachte Start-ups aus sieben Ländern mit Softwareplattformen, funktionalen Getränken, handwerklich hergestellten Saucen und Verarbeitungsmaschinen mit.

Nach Messeende sammelte Banco Alimentare Lombardia rund 25 Tonnen Lebensmittel ein, die von mehr als 600 Unternehmen mit Überschussbeständen gespendet worden waren. Die Lebensmittel wurden über mehr als 1.000 lokale Partnerorganisationen verteilt, die Suppenküchen, Notunterkünfte und Familienhäuser versorgen; so wurden mehr als 200.000 bedürftige Menschen erreicht.