06.05.2026
Weinvertreter und Regierungsminister kamen vergangenen Monat in Verona zusammen, um für ein Anliegen zu werben, das über Handel, Tourismus und Geschmack hinausgeht: Sie wollen, dass Wein als Kulturerbe anerkannt und nicht nur als Alkohol behandelt wird.
Bei einem Runden Tisch im Rahmen der Vinitaly am 13. April argumentierten die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) und Italiens Landwirtschaftsministerium, Wein solle über die UNESCO geschützt werden, die UN-Organisation, welche Kultur- und Naturerbestätten sowie Traditionen auszeichnet. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Regulierer strengere Warnhinweise auf alkoholischen Getränken prüfen und jüngere Verbraucher in vielen Märkten weniger trinken.
Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida sagte dem Publikum, eine Flasche Wein enthalte „Land, Kultur, Arbeit, Unternehmertum, Identität, Tradition“ und dürfe nicht auf ihren Alkoholgehalt reduziert werden. John Barker, Generaldirektor der OIV, erklärte, Wein sei seit mehr als 8.000 Jahren Teil der Menschheitsgeschichte und müsse ebenso als kulturelles wie als wirtschaftliches Gut verstanden werden.
An dem Treffen nahmen Vertreter mehrerer weinproduzierender Länder teil, darunter Georgien und Serbien, die beide die Veranstaltung nutzten, um ihre eigenen langen Traditionen im Weinbau zu unterstreichen. David Songulashvili, Georgiens Minister für Umweltschutz und Landwirtschaft, sagte, Wein sei Teil der „DNA“ seines Landes, und verwies auf Georgiens 500 autochthone Rebsorten sowie die qvevri-Weinbautradition, die von der UNESCO bereits als immaterielles Kulturerbe gelistet ist. Serbiens Landwirtschaftsminister Dragan Glamočić sagte, sein Land habe das Verfahren zur Beantragung des UNESCO-Welterbestatus für die historischen Weinkeller von Negotin eingeleitet.
Auch die Erzeugerseite betonte das wirtschaftliche Gewicht des Weintourismus. Marzia Varvaglione, Präsidentin des Comité Européen des Entreprises Vins, sagte, im vergangenen Jahr hätten 15 Millionen Besucher europäische Weingüter besichtigt und dabei Ausgaben von mehr als 17 Milliarden Dollar generiert. Sie argumentierte, eine UNESCO-Anerkennung würde die Verbindung zwischen Wein und Herkunft stärken – zu einem Zeitpunkt, an dem jüngere Verbraucher zunehmend von Lifestyle-Branding beeinflusst werden.
Die Debatte hat klare Auswirkungen weit über Europa hinaus. Im Januar 2025 forderte der damalige US-Gesundheitsminister Vivek Murthy Krebswarnhinweise auf alkoholischen Getränken. Ein Jahr später wurden die bundesweiten Ernährungsempfehlungen überarbeitet: Statt der bisherigen täglichen Trinkgrenzen enthalten sie nun eine allgemeinere Empfehlung, für eine bessere Gesundheit weniger Alkohol zu konsumieren. Diese Änderungen haben den Druck auf Weinproduzenten in den USA und im Ausland erhöht, ihr Produkt eher kulturell als nur kommerziell zu verteidigen.
Barker sagte, die OIV werde sich für eine breitere weltweite Anerkennung der Weinkultur einsetzen und deutete an, dass die UNESCO dafür den Rahmen bieten könne. Eine solche Anerkennung würde seiner Ansicht nach keinen höheren Konsum fördern, sondern dazu beitragen, das zu bewahren, was er als gemeinsames kulturelles Erlebnis bezeichnete.
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