US-Spirituosenexporte gehen zurück, Whiskey-Lieferungen in Europa brechen ein

15.04.2026

Handelsspannungen und schwächere Nachfrage drückten die amerikanischen Whiskeyexporte in der Europäischen Union um 35 % nach unten und belasteten damit die Gesamtausfuhren.

Die US-Exporte von Spirituosen gingen 2025 um 3,8 % auf 2,37 Milliarden US-Dollar zurück, wie aus einem Bericht des Distilled Spirits Council of the United States hervorgeht. Handelsspannungen und eine schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten belasteten die Lieferungen von amerikanischem Whiskey und anderen Spirituosen.

Der Rückgang folgte auf mehrere Jahre, in denen Exporte den Brennereien geholfen hatten, die im Inland mit langsamerem Wachstum konfrontiert waren. Der Verband erklärte, das Minus spiegele ein schwieriges globales Handelsumfeld wider, in dem wirtschaftliche Unsicherheit, veränderte Verbrauchernachfrage und politische Änderungen die Verkäufe in wichtigen Überseemärkten beeinflussten.

Den stärksten Rückschlag gab es in der Europäischen Union, wo die Exporte von amerikanischem Whiskey um 35 % auf 454 Millionen US-Dollar fielen. Der Verband führte diesen Rückgang auf Handelshemmnisse und zollbedingte Belastungen zurück, die US-Whiskey im Vergleich zu lokalen Produzenten und anderen internationalen Marken weniger wettbewerbsfähig gemacht hätten. Der europäische Markt zählt seit Langem zu den wichtigsten Absatzmärkten für amerikanischen Whiskey, insbesondere Bourbon und Tennessee Whiskey, weshalb der Rückgang für die Brennereien ein erhebliches Problem darstellt.

Auch Kanada trug laut dem Bericht zum Gesamtrückgang bei, wenngleich der Verband nicht sagte, dass dies der einzige Faktor hinter der schwächeren Exportentwicklung gewesen sei. Andere Spirituosenkategorien hielten sich besser als Whiskey, reichten aber nicht aus, um die Verluste in diesem Segment auszugleichen.

Branchenvertreter haben argumentiert, dass die Wiederherstellung einer „Zero-for-Zero“-Zollregelung, bei der beide Seiten die Zölle auf Spirituosen abschaffen, den Handel stabilisieren und den Zugang zu Auslandsmärkten verbessern würde. Ohne eine solche Vereinbarung könnten Brennereien 2026 nach Einschätzung des Verbands stärker unter Druck geraten, wenn sie ihre Margen schützen und ihre Regalplätze im Ausland sichern wollen.

Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem US-Spirituosenhersteller auch mit veränderten Trinkgewohnheiten im Inland und wachsender Konkurrenz durch importierte Marken im Ausland zu kämpfen haben. Für viele Produzenten bleiben Exporte eine wichtige Wachstumsquelle, insbesondere für Premiumprodukte wie Bourbon, Rye Whiskey und Craft Gin.

Der Verband teilte mit, er arbeite mit politischen Entscheidungsträgern und Handelspartnern daran, niedrigere Hürden und einen breiteren Marktzugang durchzusetzen. Gleichzeitig suchen Brennereien weiter nach neuen Abnehmern in Asien, Lateinamerika und anderen Regionen, in denen die Nachfrage nach amerikanischen Spirituosen zwar langsamer wächst, aber weiterhin Potenzial bietet.