Italien verzeichnet 2025 einen Anstieg der Aktivitäten im Wein- und Gastronomietourismus um 12

31.03.2026

Neue Veranstaltungen und eine stärkere regionale Beteiligung treiben das Wachstum voran, da Dop- und Igp-Produkte kulturell und wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen

Laut "Rapporto Turismo Dop" 2026, der zweiten Ausgabe des Jahresberichts der Fondazione Qualivita in Zusammenarbeit mit Origin Italia und mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums, verzeichnete Italien im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Anstieg der Aktivitäten im Bereich des Wein- und Gastronomietourismus. Der Bericht, der sich auf die Daten des Jahres 2025 stützt, verzeichnete landesweit 667 gastronomische Tourismusaktivitäten, 73 mehr als im Jahr 2024, was einem Anstieg von 12 % entspricht. Veranstaltungen wie Festivals, Verkostungen, kulturelle Zusammenkünfte und Sporttermine erreichten insgesamt 292, was einen noch stärkeren Zuwachs von 26 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Darunter befanden sich 60 erstmalige Veranstaltungen, die die neue Energie und Innovation innerhalb des Systems der geschützten Ursprungsbezeichnung (Dop) und der geschützten geografischen Angabe (Igp) widerspiegeln.

Dieses Wachstum ist eng mit der Anerkennung der italienischen Küche als UNESCO-Kulturerbe verbunden. Erzeugnisse mit geschützter Ursprungsbezeichnung und geschützter geografischer Angabe werden nicht mehr nur als Zutaten, sondern als kulturelle und wirtschaftliche Stützen betrachtet. Die Expansion ist weit verbreitet: 16 der 20 italienischen Regionen meldeten mehr Aktivitäten als zuvor. Venetien, die Toskana, die Emilia-Romagna, die Lombardei und das Piemont stehen weiterhin an der Spitze der regionalen Entwicklung. Diese Regionen profitieren von starken Produktionsketten, einer etablierten touristischen Attraktivität und gut strukturierten Konsortien, die eine aktive Rolle in der lokalen Verwaltung spielen.

Der Bericht hebt hervor, wie schnell der Sektor auf neue europäische Vorschriften reagiert hat. Mit der EU-Verordnung 2024/1143 wurde das Tourismusmanagement in die Zuständigkeit der Dop- und Igp-Konsortien aufgenommen. Diese Änderung hat mehr Akteure zur Teilnahme ermutigt und das öffentliche Interesse und die institutionelle Aufmerksamkeit erhöht. Allein im Jahr 2025 nahmen neben 367 Konsortien fast 500 lokale Organisationen und Verbände an den touristischen Aktivitäten von Dop teil.

Neu im diesjährigen Bericht ist eine Umfrage unter den "Turisti Dop", also den Besuchern, die an diesen Erlebnissen teilnehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass 76 % der Besucher die Konsortien als Garanten für die Authentizität der Produkte bei den Veranstaltungen anerkennen. Verkostungen sind für 63 % der Besucher der Hauptgrund für die Teilnahme. Auch der Bildungseffekt ist beträchtlich: 64 % geben an, dass sie ein besseres Verständnis der Produkteigenschaften erlangt haben, 54 % haben etwas über Produktionsmethoden gelernt und 53 % über die lokale Geschichte und Kultur.

Auch die Medienberichterstattung hat zugenommen. Im Jahr 2025 wurde Turismo Dop" in über 700 Print- und Online-Medien erwähnt. Der Begriff wurde auch in das Treccani-Wörterbuch als eines der repräsentativsten neuen Wörter aufgenommen, die den gesellschaftlichen Wandel widerspiegeln. Die großen Akteure haben mit neuen Initiativen in diesem Bereich reagiert, wie z. B. dem "Vinitaly Tourism", einer internationalen Veranstaltung in Verona, die vom 12. bis 15. April 2026 wieder in Veronafiere stattfinden wird.

Auch die akademische Forschung über den Lebensmitteltourismus von Dop und Igp wird ausgebaut. Für das Jahr 2025 haben die Forscher 24 Studien geplant (2024 waren es 17), die sich mit Themen wie Marketing, territoriale Entwicklung, Nachhaltigkeit und Förderung des kulturellen Erbes befassen. Auch die Aufmerksamkeit der Gesetzgeber nimmt zu: Der Bericht verzeichnet insgesamt 116 Rechtsakte auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene, die sich auf diesen Sektor beziehen.

Mauro Rosati, Direktor der Fondazione Qualivita, beschrieb den Sektor als in der Entwicklung begriffen, aber bereits mit einer weit verbreiteten Vitalität in den italienischen Gebieten. Er betonte die Entstehung von Netzwerken, die auf Verbindungen und Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren aufbauen. Rosati zufolge waren im Jahr 2025 fast 500 lokale Einrichtungen an den Aktivitäten des Dop-Tourismus beteiligt, hinzu kommen Hunderte von Konsortien, die nun im Rahmen der EU-Vorschriften mit neuen Aufgaben betraut sind. Er wies darauf hin, dass diese Entwicklungen aktive Gemeinschaften fördern, in denen öffentliche und private Akteure lernen, zum gegenseitigen Nutzen bei der Förderung, dem Schutz und der lokalen Entwicklung zusammenzuarbeiten.

Cesare Baldrighi, Präsident von Origin Italia, wies darauf hin, dass Konsortien eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Dop-Tourismus einnehmen, indem sie verschiedene Akteure koordinieren, um glaubwürdige und qualitativ hochwertige Initiativen zu gewährleisten. Er hob hervor, dass drei von vier Besuchern die Konsortien als Garanten für authentische Erlebnisse sehen - ein Schlüsselindikator für den Fortschritt. Baldrighi würdigte auch das wachsende Engagement von Institutionen auf allen Ebenen bei der Gestaltung von Maßnahmen und Instrumenten zur Unterstützung dieses expandierenden Sektors.