29.04.2026
Ein neuer Bericht von Knight Frank kommt zu dem Schluss, dass Weinberge für wohlhabende Investoren weiterhin zu den attraktivsten alternativen Anlageklassen zählen – selbst wenn die globale Weinbranche mit schwächerem Konsum, Klimadruck und veränderten Vorlieben zu kämpfen hat. Die in London ansässige Immobilienberatung erklärte in ihrem „Wealth Report 2026“, dass der Besitz von Weinbergen heute nicht nur wegen landwirtschaftlicher Erträge und des Bodenwerts attraktiv sei, sondern auch wegen Markenaufbau, Hospitality und Weintourismus.
Der Bericht verweist auf Italien als einen der stärksten Märkte für diese Form der Investition, mit besonderem Interesse an Südtirol, Friaul, Chianti Classico, Montalcino, Bolgheri, Barolo und Barbaresco. Knight Frank zufolge stechen diese Gebiete hervor, weil sie internationale Bekanntheit, begrenztes Angebot und eine enge Verbindung zwischen Wein und Herkunft vereinen. Das Unternehmen nannte zudem weitere wichtige Regionen in Frankreich, den Vereinigten Staaten, Neuseeland, Australien, Argentinien, Deutschland, Georgien, Chile, Südafrika und dem Vereinigten Königreich.
Alexander Hall, Leiter des internationalen Weinbergsbereichs bei Knight Frank, sagte im Gespräch mit WineNews, der Markt habe sich verlangsamt, sei aber selektiver geworden. Es würden zwar weniger Weinberge gekauft als früher, doch die aktiven Käufer gingen vorsichtiger und spezialisierter vor. Italien bleibe sehr gefragt, weil es weit mehr Regionen als nur die Toskana und das Piemont biete und Investoren damit je nach persönlichem Geschmack und Reisegewohnheiten ebenso wie nach finanziellen Zielen mehr Auswahl hätten.
Knight Frank zufolge hat sich der Weinbergsmarkt trotz der allgemeinen Schwierigkeiten im Weinsektor behauptet. Der Bericht stellt fest, dass die konsumierten Mengen sinken, während der Wert von Wein steigt – getrieben von der Nachfrage nach Qualitätsprodukten, handwerklich erzeugten Weinen und Weinen mit engem Bezug zu ihrem Terroir. Käufer bevorzugten zunehmend Authentizität und Identität statt Massenproduktion.
Auch der Klimawandel verändert, wo Wein produziert wird und wohin Kapital fließt. Der Bericht betont, dass historische Regionen weiterhin wichtig bleiben, zugleich aber neue Anbaugebiete entstehen, in denen die Wetterbedingungen auf Dauer günstiger sein oder sich leichter anpassen lassen könnten. Die Produzenten reagieren mit neuen Anbaumethoden und Rebsorten, die auf unberechenbarere Jahrgänge ausgelegt sind.
Für vermögende Privatpersonen und Family Offices bieten Weinberge laut Knight Frank eine seltene Kombination aus Landbesitz, landwirtschaftlicher Produktion und Markenwert. Der Bericht beschreibt sie als Anlagen, die Portfolios diversifizieren und zugleich Lifestyle-Ziele unterstützen können. In vielen Fällen entwickelten sich Güter zu Destinationen, die über Hospitality, Direktverkauf und langfristige Kundenbeziehungen Einnahmen generieren.
Der Bericht verknüpft Investitionen in Weinberge auch mit verändertem Verbraucherverhalten. Die Nachfrage wachse nach leichteren, frischeren und zugänglicheren Weinen, oft verbunden mit moderatem Konsum und stärkerem Gesundheitsbewusstsein. Jüngere Verbraucher, insbesondere die Gen Z, legten tendenziell mehr Wert auf Authentizität, Nachhaltigkeit und Transparenz als ältere Käufer. Nachhaltigkeit sei dabei längst kein Zusatznutzen mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für Produzenten, die Glaubwürdigkeit bewahren und ihren Markenwert stärken wollen.
Italien spielt in diesem Markt weiterhin eine führende Rolle – wegen seiner Appellationen, seines internationalen Renommees und der engen Verbindung zwischen Weinkultur und lokaler Identität. Knight Frank zufolge werden italienische Weinberge zunehmend als ikonische Assets wahrgenommen, die sowohl wirtschaftlichen als auch symbolischen Wert besitzen.
Der Bericht nennt durchschnittliche Werte für Weinberge in mehreren Regionen. In Italien wurde Barolo mit 2,7 Millionen Dollar pro Hektar angegeben. Bolgheri und Brunello di Montalcino wurden beide mit 1,2 Millionen Euro pro Hektar bewertet. Chianti Classico wurde mit 245.000 Dollar pro Hektar aufgeführt.
In Frankreich erhielten Grand-Cru-Weinberge an der Côte de Nuits in Burgund einen statistischen Wert von 55 Millionen Dollar pro Hektar; Knight Frank weist jedoch darauf hin, dass solche Flächen nur äußerst selten den Besitzer wechseln. Realistischere Werte lagen bei 1,05 Millionen Dollar pro Hektar für Weinberge in derselben Gegend außerhalb der Grand-Cru-Klassifikation, 1,9 Millionen Dollar pro Hektar an der Côte des Blancs in der Champagne sowie 1,65 Millionen Dollar pro Hektar in Margaux im Bordeaux. Sancerre im Loiretal wurde mit 300.000 Dollar pro Hektar angegeben.
In den Vereinigten Staaten reichten die Preise von 1,17 Millionen Dollar pro Hektar in Rutherford im Napa Valley bis zu 270.000 Dollar pro Hektar in den Dundee Hills in Oregon. In Neuseelands Region Marlborough wurde ein Hektar mit 120.000 Dollar bewertet. In der englischen Region Essex lag der Wert ebenfalls bei rund 120.000 Dollar pro Hektar; Kent und Sussex lagen mit etwa 110.000 Dollar etwas darunter. In Südafrikas Region Stellenbosch wurden Weinberge mit rund 60.000 Dollar pro Hektar bepreist. Im australischen Barossa Valley lagen sie bei etwa 55.000 Euro pro Hektar.
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