Spanische Studie: Organisches Mulchen steigert die Biodiversität im Weinberg nach drei Jahren

27.03.2026

Forscher stellen allmähliche, aber signifikante Vorteile für die Bodengesundheit fest, während andere Weinbergspraktiken nur begrenzte mikrobiologische Auswirkungen zeigen

Jüngste Forschungsarbeiten des Instituts für Reben- und Weinwissenschaften (ICVV) in Spanien haben neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie sich verschiedene landwirtschaftliche Verfahren auf die Mikrobiota von Weinbergen auswirken. Die Studie, die von David Labarga Varona im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität La Rioja durchgeführt wurde, konzentrierte sich auf die Auswirkungen von organischem Mulchen, der Auswahl von Unterlagsmaterialien und ozonisiertem Bewässerungswasser auf die Mikroorganismen im Boden und im Most in Weinbergen der Herkunftsbezeichnung Rioja.

Die Untersuchung wurde zwischen 2019 und 2024 in Weinbergen in Logroño, Aldeanueva de Ebro und Arenzana de Abajo durchgeführt. In diesem Zeitraum wurden 246 Proben aus dem Boden, der Rhizosphäre (dem Bereich um die Wurzeln der Reben) und dem Traubenmost entnommen. Diese Proben wurden einer fortgeschrittenen genetischen Sequenzierung unterzogen, um sowohl die Arten der vorhandenen Mikroorganismen als auch ihre Funktionen zu identifizieren.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse betrifft die Verwendung von organischen Mulchmaterialien wie Stroh, Rebschnitt und verbrauchtem Pilzsubstrat. Labarga zufolge erhöhen diese Materialien die biologische Vielfalt des Bodens und tragen dazu bei, eine langfristige Verschlechterung der Bodenqualität zu verhindern. Die Veränderungen in der mikrobiellen Vielfalt waren jedoch erst nach drei Jahren erkennbar, was darauf hindeutet, dass die Vorteile allmählich und kumulativ auftreten. Die Mulche trugen auch zur Stabilisierung der Bodentemperatur und des Feuchtigkeitsniveaus bei.

In der Studie wurden außerdem fünf verschiedene Rebenunterlagen - 103P, R110, 140Ru, 41B und 161-49C - sowohl unter Bewässerungs- als auch unter Trockenheitsbedingungen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Bewässerung der wichtigste Faktor war, der die bakteriellen Gemeinschaften in der Rhizosphäre beeinflusste. Unter Trockenstress zeigten sich Unterschiede je nach Wurzelstock-Genotyp. Dies deutet darauf hin, dass die Wahl der Unterlage wichtiger wird, wenn die Reben mit Wasserknappheit konfrontiert sind - ein Szenario, das mit dem Klimawandel voraussichtlich häufiger eintreten wird. Labarga stellte fest, dass keine einzelne Unterlage allgemein überlegen war; jede hatte eine moderate, aber deutliche Auswirkung auf die Mikrobiota der Rhizosphäre. Unter stressigen Bedingungen schienen die Reben spezifische Mikrobengruppen zu fördern, die die Anpassung und das Überleben unterstützen.

Im Gegensatz dazu führte die Bewässerung mit ozonisiertem Wasser zu keinen signifikanten Veränderungen der Mikroorganismen im Boden. Dies wirft aus mikrobiologischer Sicht die Frage nach dem Wert dieser Bewässerungsmethode als nachhaltiges Verfahren auf.

Die Untersuchungen ergaben auch, dass der Jahrgang und der Standort des Weinbergs einen größeren Einfluss auf die Zusammensetzung der Bakterien und Pilze hatten als die getesteten landwirtschaftlichen Verfahren. Dennoch wurden bei einigen Verfahren spezifische Auswirkungen beobachtet, insbesondere bei Boden- und Rhizosphärenproben.

Diese Arbeit verdeutlicht die komplexe Beziehung zwischen den Bewirtschaftungsmethoden im Weinberg und den mikrobiellen Gemeinschaften. Sie deutet darauf hin, dass einige Verfahren wie das organische Mulchen die biologische Vielfalt im Laufe der Zeit verbessern können, während andere möglicherweise nur begrenzte oder kontextabhängige Auswirkungen haben. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, bei der Einführung neuer landwirtschaftlicher Methoden im Weinbau die lokalen Bedingungen und langfristigen Auswirkungen zu berücksichtigen.