Alkoholverkauf geht zurück, da die Amerikaner angesichts steigender Lebenshaltungskosten sparen

17.03.2026

Branchenführer warnen, dass Verbraucherpessimismus und Budgetdruck das prognostizierte Wachstum bei Wein, Bier und Spirituosen bedrohen

Auf der Konferenz Central Coast Insights, die am 11. März im Paso Robles Event Center stattfand, diskutierten Branchenführer und Finanzexperten über die sich verändernde Landschaft des Alkoholverkaufs in den Vereinigten Staaten. Auf der von WineBusiness ausgerichteten Veranstaltung kamen fast 200 Fachleute zusammen, um zu untersuchen, wie die Wahrnehmung der Wirtschaft durch die Verbraucher und die persönliche finanzielle Stabilität zu erheblichen Veränderungen bei den Alkoholausgaben führen.

Neue Daten von NIQ und dem World Data Lab prognostizieren, dass die Verbraucherausgaben für alkoholische Getränke bis 2034 über 300 Milliarden Dollar erreichen könnten. Für Wein wird mit 4,5 % das stärkste Wachstum erwartet, verglichen mit Bier (2,4 %) und Spirituosen (2,8 %). Die Redner auf der Konferenz warnten jedoch davor, dass diese Prognosen möglicherweise nicht eintreffen werden, wenn sich die Branche nicht an die aktuellen Herausforderungen anpasst. Phil Markert, Director of Liquor bei Albertsons Companies, betonte, dass die Strategien früherer Jahrzehnte auf dem heutigen Markt nicht mehr ausreichen werden. Er rief zu Widerstandsfähigkeit und Innovation auf, um sich in einem schrumpfenden Markt zurechtzufinden.

Die Konferenz wurde mit einem wirtschaftlichen Überblick von Callum Williams, leitender Wirtschaftsredakteur bei The Economist, eröffnet. Williams hob mehrere makroökonomische Faktoren hervor, die sich auf die Weinindustrie auswirken, darunter Zölle, Inflation und eine sinkende Verbraucherstimmung. Er wies darauf hin, dass die Gesamtwirtschaft zwar weiterhin relativ stark ist - das BIP-Wachstum ist stabil und die Zölle haben keine schwerwiegenden Auswirkungen -, die meisten Amerikaner ihre finanzielle Situation jedoch pessimistisch einschätzen. Laut Williams sind die grundlegenden Lebenshaltungskosten seit der Zeit vor der Pandemie um 35 % gestiegen, was die Verbraucher dazu veranlasst hat, bei diskretionären Anschaffungen wie Wein Abstriche zu machen.

Williams wies darauf hin, dass diese negative Stimmung jetzt stärker ausgeprägt ist als während der Rezession 2008 oder der COVID-19-Pandemie. Er erklärte, dass die Menschen eher sparen oder für Erlebnisse ausgeben, als Alkohol zu kaufen. "Die Menschen geben mehr für Wein aus, wenn sie sich reicher fühlen", sagte Williams. "Und im Moment fühlen sie sich nicht reich". Er schlug vor, dass die Verbesserung des Vertrauens der Verbraucher in ihre eigene finanzielle Stabilität der Schlüssel zur Umkehrung der aktuellen Trends ist.

Die auf der Konferenz vorgestellten NIQ-Daten zeigten, dass sowohl der Wert als auch das Volumen der Alkoholverkäufe bei Bier, Wein und Spirituosen im Jahr 2025 zurückgehen werden. Diese Rückgänge waren sowohl im stationären (Bars und Restaurants) als auch im nicht stationären (Einzelhandel) Bereich zu beobachten. Der einzige nennenswerte Wachstumsbereich waren trinkfertige Produkte, insbesondere solche, die in Convenience Stores verkauft werden. Der Umsatz mit weinhaltigen Ready-to-Drink-Getränken stieg um 29,8 % auf 1,2 Milliarden Dollar.

Kaleigh Theriault, Director of Thought Leadership bei NIQ, erklärte, dass die Verbraucher Alkohol zu bestimmten Anlässen und bei knapperem Budget kaufen. Da die nicht lebensnotwendigen Ausgaben schrumpfen, hat sich der Wettbewerb zwischen den Marken um das Geld der Verbraucher verschärft.

Die Podiumsdiskussionen während des gesamten Tages konzentrierten sich auf Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen außerhalb der Lokale, wie etwa den Aufbau erfolgreicher Partnerschaften mit Distributoren und Einzelhändlern. Die Experten waren sich einig, dass das Anbieten von Qualitätsprodukten zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und die Wiedereinführung einer persönlichen Note von entscheidender Bedeutung sind, um in der heutigen Zeit Kunden zu gewinnen und zu halten.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Branche angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit proaktive Schritte unternehmen muss, um ihre Zukunft zu gestalten. Auch wenn die langfristigen Prognosen weiterhin optimistisch sind, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf, um auf das veränderte Verbraucherverhalten einzugehen und das Vertrauen in die Wirtschaft und die persönlichen Finanzen wiederherzustellen.