Italienische Weinexporte sinken im Jahr 2025 um 3,7%, da US-Zölle und schwacher Dollar den Absatz beeinträchtigen

17.03.2026

Schrumpfung des US-Marktes macht fast 60 % des Exportdefizits aus, was zu Forderungen nach Anpassung und Diversifizierung der Industrie führt

Die italienischen Weinexporte mussten im Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Neue Daten zeigen, dass der Sektor von den US-Zöllen und dem schwächeren Dollar stark betroffen war. Nach Angaben der Beobachtungsstelle Unione Italiana Vini (UIV), die sich auf Zahlen des italienischen Statistikamtes (ISTAT) stützt, erreichte der Gesamtexportwert italienischer Weine im vergangenen Jahr 7,78 Mrd. EUR (8,9 Mrd. USD), was einem Rückgang von 3,7 % gegenüber 2024 entspricht. Auch die Exportmengen gingen um 1,9 % zurück und beliefen sich auf 21 Millionen Hektoliter.

Die Vereinigten Staaten, traditionell einer der größten Märkte für italienischen Wein, verzeichneten einen starken Rückgang. Die Ausfuhren in die USA sanken wertmäßig um 9,2 % auf 1,76 Mrd. Euro, was einem Verlust von 178 Mio. Euro entspricht und fast 60 % des gesamten Exportdefizits ausmacht. In der Analyse der UIV werden die US-Zölle und die Währungsschwankungen als Hauptursachen für diesen Rückgang genannt.

Lamberto Frescobaldi, Präsident des UIV, kommentierte, dass diese Herausforderungen ein "Weckruf" für die italienische Weinindustrie seien. Er betonte die Notwendigkeit einer stärkeren kommerziellen Aktivität, verbesserter Managementstrategien und einer stärkeren Zusammenarbeit mit Institutionen, um neue Märkte jenseits der traditionellen Partner zu erschließen.

Die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gingen insgesamt um 6,4 % auf 4,6 Mrd. Euro zurück. Innerhalb der Europäischen Union blieb der Wert der Ausfuhren jedoch relativ stabil und stieg leicht um 0,5 % auf fast 3,2 Mrd. €. Von den Abnehmern außerhalb der EU verzeichnete nur Brasilien mit einem Anstieg des Exportwertes um 3,8 % ein Wachstum. Andere wichtige Märkte wie das Vereinigte Königreich, Kanada, die Schweiz und Russland verzeichneten allesamt Rückgänge.

Innerhalb der EU blieb der Wert der Einfuhren aus Deutschland konstant, während Frankreich und die Niederlande einen Anstieg von 3,6 % bzw. 5,6 % verzeichneten. Paolo Castelletti, Generalsekretär der UIV, bezeichnete die Schwierigkeiten, mit denen sich die Nicht-EU-Länder in der zweiten Jahreshälfte konfrontiert sahen, als noch nie dagewesen. Er wies darauf hin, dass allein auf dem US-amerikanischen Markt in diesem Zeitraum ein Rückgang des Exportwerts um fast 23 % zu verzeichnen war, wobei die in Flaschen abgefüllten stillen Rotweine sogar um 28 % einbrachen. Der Durchschnittspreis für italienische Weinexporte in die USA sank ebenfalls um 10,8 %.

Innerhalb Italiens konnten sich die führenden Weinanbaugebiete diesen Trends nicht entziehen. In Venetien sank der Exportwert um 1,2 %, in der Toskana um 2 % und im Piemont um 2,2 %. Schaumweine schnitten etwas besser ab als stille und Perlweine; die Ausfuhren von Schaumweinen gingen wertmäßig um 2,5 % auf 2,3 Mrd. EUR zurück, während stille und Perlweine um 4,3 % auf 5 Mrd. EUR sanken.

Die Daten verdeutlichen, wie schnell sich internationale Handelspolitik und Währungsverschiebungen selbst auf etablierte Sektoren wie die italienischen Weinexporte auswirken können. Die Branchenführer suchen nun nach Möglichkeiten, ihre Strategien anzupassen und neue Märkte zu erschließen, um auf diese anhaltenden Herausforderungen zu reagieren.