24.03.2026
Neun von zehn Italienern haben im vergangenen Jahr Wein getrunken, so die jüngsten Daten, die Denis Pantini, Leiter der Beobachtungsstelle Nomisma Wine Monitor, vorgestellt hat. Die Analyse wurde auf dem Weinmarktforum in der Accademia Intrecci in Castiglione in Teverina vorgestellt, das von der önologischen Beratungsgesellschaft Chiasso-Cotarella organisiert wurde. Der Bericht hebt hervor, dass der weltweite Weinverbrauch von 236 Millionen Hektolitern im Jahr 2019 auf 215 Millionen im Jahr 2024 gesunken ist, während der italienische Inlandsverbrauch relativ stabil geblieben ist und sich im gleichen Zeitraum nur leicht von 22,6 auf 22,3 Millionen Hektoliter erhöht hat.
Trotz dieser Stabilität befindet sich der italienische Weinsektor in einem tiefgreifenden Wandel. Die Branche ist zunehmend von den Ausfuhren abhängig, deren Wert in den letzten zwei Jahrzehnten um 141 % gestiegen ist. Dieses Wachstum ist das zweithöchste nach dem Neuseelands (255 %), aber Italiens Exportwert ist mehr als siebenmal so hoch. Das Exportwachstum hat dazu beigetragen, den Rückgang des inländischen Verbrauchs um 18 % und den Produktionsrückgang um 6 % auszugleichen, wobei die Exporte um 37 % gestiegen sind.
Innerhalb Italiens ändern sich die Verbrauchergewohnheiten. Der Anteil der Schaumweine am gesamten Weinkonsum wird von 10,5 % im Jahr 2015 auf über 15 % im Jahr 2025 steigen. Der Anteil der Rotweine ohne Kohlensäure ist von 40,6 % vor zehn Jahren auf 36,9 % zurückgegangen, während der Anteil der Weißweine mit rund 41 % konstant bleibt. Die Daten des Großhandelsumsatzes im Jahr 2025 zeigen, dass stille und Perlweine wertmäßig um 0,6 % und mengenmäßig um 4 % zurückgehen, während Schaumweine wertmäßig um 2,6 % und mengenmäßig um 2,7 % zunehmen.
Der Anteil des außerhäuslichen Verbrauchs an der Gesamtmenge beträgt heute etwa 30 %, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu vor zehn Jahren bedeutet. Mehrere Faktoren tragen zum allgemeinen Rückgang des Weinkonsums bei: zunehmendes Augenmerk auf Gesundheit und Wellness (32 %), Besorgnis über verkehrsrechtliche Sanktionen (25 %), Trend zur Nüchternheit (15 %), diätetische Überlegungen und wirtschaftliche Einsparungen (14 %).
Trotz dieser Trends ist der Weinkonsum in Italien nach wie vor weit verbreitet. Von denjenigen, die im letzten Jahr Wein getrunken haben, taten dies 61 % zu Hause, 24 % in Restaurants, 8 % in Weinbars oder ähnlichen Lokalen und 7 % bei Verwandten oder Freunden. Es ist jedoch eine deutliche Verschiebung hin zu einem weniger häufigen und eher gelegentlichen Konsum zu beobachten, vor allem in jüngeren Altersgruppen.
Der wichtigste Faktor bei der Wahl des Weins ist sein Herkunftsort. Beim Heimkonsum steht die territoriale Herkunft an erster Stelle (23 %), gefolgt vom Bezeichnungsstatus wie Dop/Igp (18 %) und dem niedrigen Preis oder Sonderangeboten (16 %). In Restaurants und Bars steht die Herkunftsbezeichnung an erster Stelle (18 %), gefolgt von der territorialen Herkunft (16 %) und Empfehlungen von Mitarbeitern oder Sommeliers (16 %). Vertrauenswürdige Vermittler - Gastronomen, Sommeliers, Freunde und Familie - spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung. Der Preis ist nach wie vor wichtig, aber nicht mehr der dominierende Faktor, der er einmal war.
Nachhaltigkeit und Bio-Zertifizierung werden für die Verbraucher immer wichtiger, während Bewertungen und Auszeichnungen in Reiseführern an Einfluss verlieren.
Auch bei den jüngeren Verbrauchern im Alter von 26 bis 40 Jahren sind Veränderungen zu beobachten: Im Vergleich zu vor fünf Jahren achten mehr von ihnen auf Qualität (41 %), erkunden Weine aus verschiedenen Regionen (27 %), berücksichtigen gesundheitliche Aspekte (15 %) und Nachhaltigkeit (14 %). Diese Gruppe bevorzugt frischere, leichtere und vielseitigere Weine - ein Trend, der sich in der Zunahme von Schaumweinen und leichteren Rotweinen widerspiegelt - und neigt dazu, weniger häufig, aber bewusster zu trinken.
Die Unterschiede zwischen den Generationen prägen den Markt weiter. Die Generation Z macht nur 11 % der Weinkonsumenten aus und trinkt hauptsächlich außer Haus in informellen Umgebungen wie Weinbars. Sie informieren sich über soziale Medien und bevorzugen erkennbare, aber leicht zugängliche Marken mit geringerem Alkoholgehalt und nachhaltiger Qualität.
Millennials machen 26 % der Verbraucher aus und sind engagierter: Sie besuchen Veranstaltungen, kaufen in Fachgeschäften ein und suchen ein Gleichgewicht zwischen Qualität, Herkunft und Preis. Die Generation X und die Babyboomer halten an ihren traditionellen Gewohnheiten fest: Wein gehört zu den Mahlzeiten oder zu besonderen Anlässen zu Hause; die Auswahl richtet sich nach Rebsorte, Jahrgang oder Bezeichnung; das Vertrauen in Händler oder Erzeuger ist entscheidend.
Zwischen 2008 und 2023 ist ein Rückgang der regelmäßigen Weintrinker unter den Jüngeren zu verzeichnen, wobei sich der Konsum auf die älteren Erwachsenen konzentriert. Dieser Trend fällt mit dem demografischen Wandel in Italien zusammen: Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2055 fast 41 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein werden, während die jüngeren Altersgruppen deutlich schrumpfen werden.
Der italienische Weinsektor steht vor einer doppelten Herausforderung: eine schrumpfende Verbraucherbasis aufgrund des demografischen Wandels und ein geringerer Generationswechsel bei den Trinkern. Da sich die Gewohnheiten ändern und neue Generationen anders an Wein herangehen, müssen sich die Erzeuger anpassen, um sowohl im Inland als auch im Ausland relevant zu bleiben.
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