Deutschlands Weinproduktion fällt nach starken Regenfällen auf den niedrigsten Stand seit 2017

31.03.2026

Unvorhersehbare Wetterbedingungen und Traubenfäulnis zwingen die Winzer, die Ernte zu verkürzen, was Sorgen über künftige Erträge und die Stabilität der Branche aufkommen lässt

Die Weinproduktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2017 gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 7,55 Millionen Hektoliter Wein erzeugt, was einem Rückgang von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Verglichen mit der durchschnittlichen Jahresproduktion zwischen 2019 und 2024 bedeutet diese Zahl einen Rückgang um 10 %.

Der Produktionsrückgang ist größtenteils auf die starken Regenfälle im September zurückzuführen, die die Weinlese in den wichtigsten deutschen Weinbauregionen unterbrochen haben. Der Regen erhöhte das Risiko der Traubenfäule und zwang die Winzer, ihre Erntezeit zu verkürzen. Diese Situation war eine besondere Herausforderung für die Erzeuger in Rheinhessen und der Pfalz, den beiden größten deutschen Weinregionen, die zusammen 48,1 % der nationalen Weinproduktion ausmachen.

Ernst Büscher, Sprecher des Deutschen Weininstituts, wies darauf hin, dass es in Deutschland zuletzt im Jahr 2017 eine so geringe Ernte gab, als die Produktion ebenfalls bei 7,5 Millionen Hektolitern lag. Er erklärte, dass das Wetter die Trauben anfälliger für Krankheiten machte und den Gesamtertrag reduzierte.

Deutschland hat eine lange Weinbautradition mit 13 offiziell anerkannten Weinbauregionen, die hauptsächlich im Südwesten des Landes liegen. In den letzten Jahren sind die Witterungsverhältnisse jedoch unberechenbarer geworden, was es den Winzern erschwert, ihre Ernten zu planen und zu schützen.

Zusätzlich zu den geringeren Erträgen ging die Gesamtrebfläche in Deutschland um 1,1 % oder etwa 1.100 Hektar zurück. Trotz dieser Herausforderungen dominierten auch im Jahr 2025 die Weißweine mit einem Anteil von 69,6 % an der Gesamterzeugung. Hochwertige Prädikatsweine hatten einen Anteil von 29,3 % an der gesamten Weinproduktion.

Die anhaltenden Schwankungen der Witterungsbedingungen haben bei den deutschen Winzern Besorgnis über künftige Ernten und die Stabilität ihrer Branche ausgelöst. Viele suchen jetzt nach neuen Strategien, um sich an die veränderten Klimamuster anzupassen und ihre Weinberge vor weiteren Verlusten zu schützen.