Spaniens Weinimporte erreichen 419,4 Millionen Euro, da Premiumflaschen steigen und die Mengen an Bulk-Weinen sinken

20.03.2026

Französische Exporte nach Spanien steigen um 48%, während Rebsorten- und Bag-in-Box-Weine bis 2025 explosionsartig wachsen

Der spanische Weinimportmarkt hat sich im Jahr 2025 deutlich verändert, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der spanischen Weinfachorganisation (OIVE) hervorgeht. Das Land importierte Wein und verwandte Produkte im Wert von 419,4 Millionen Euro, was einem Anstieg von 8,3 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Das Gesamtvolumen der Einfuhren sank jedoch um 2,7 % und erreichte 146,9 Millionen Liter.

Die Daten zeigen eine klare Verschiebung in der spanischen Importstrategie, die sich eher auf höherwertige Produkte als auf große Mengen konzentriert. Der Durchschnittspreis pro Liter stieg auf 2,85 €, das sind 11,3 % mehr als im Vorjahr. Dieser Trend spiegelt die Abkehr von der Einfuhr großer Mengen preiswerter Weine und die Hinwendung zu höherwertigen Produkten mit hohem Wertzuwachs wider.

Die Einfuhren von verpacktem Wein verzeichneten ein bemerkenswertes Wachstum: Sie stiegen wertmäßig um 11,3 % auf 128,8 Millionen Euro und mengenmäßig um 18 % auf 25,4 Millionen Liter. Der Durchschnittspreis für abgepackten Wein fiel um 5,6 % auf 5,07 € pro Liter, was auf einen verstärkten Wettbewerb zwischen europäischen Marken im spanischen Einzelhandel hindeutet.

Die Einfuhren von Fasswein gingen stark zurück: Der Wert sank um 6,2 % auf 26,4 Millionen Euro und die Menge um 20,5 % auf 41,1 Millionen Liter. Trotz dieses Rückgangs stieg der Durchschnittspreis für nicht abgefüllten Wein um fast 18 % und erreichte 0,64 € pro Liter, was wahrscheinlich auf höhere Logistikkosten und ein geringeres Angebot zurückzuführen ist.

Auch aromatisierte Weine entwickelten sich gut, mit Einfuhren im Wert von 61,4 Millionen Euro (+23,8 %) und einem Volumen von 16 Millionen Litern (+4,8 %). Der Durchschnittspreis für diese Kategorie stieg um über 18 %.

Frankreich blieb mit Weinerzeugnissen im Wert von 190,6 Millionen Euro im Jahr 2025 Spaniens wichtigster Lieferant, gefolgt von Italien (105,7 Millionen Euro) und Portugal (25 Millionen Euro). Mengenmäßig lag Italien mit 35,7 Mio. Litern (+11 %) an der Spitze, aber Frankreich legte deutlich zu und steigerte seine Ausfuhren nach Spanien um 48 % auf 19,7 Mio. Liter, womit es den zweiten Platz vor Portugal (19,2 Mio. Liter, +10 %) einnahm.

Schaumwein war die wertvollste Kategorie bei den Einfuhren nach Spanien und machte 145,5 Millionen Euro oder etwa 45 % der gesamten Weineinfuhren aus - ein Anstieg um 6,4 % gegenüber dem Vorjahr -, obwohl das Volumen um über 6 % zurückging. Mit 41,1 Millionen Litern (48 % des Gesamtvolumens) blieb Fasswein die mengenmäßig größte Kategorie, obwohl dies einen Rückgang von etwa 4 % bedeutete.

Der Bericht unterstreicht, dass der spanische Importmarkt anspruchsvoller und widerstandsfähiger wird und höherwertigen Produkten den Vorzug gibt, selbst wenn die Gesamtmengen zurückgehen. Diese Verschiebung wird als Reaktion auf die veränderten Verbraucherpräferenzen und die Notwendigkeit einer höheren Rentabilität angesichts steigender Kosten gesehen.

Innerhalb der verpackten Weine verzeichneten die mit spezifischen Rebsorten etikettierten Produkte ein explosives Wachstum: Der Wert stieg um fast 40 %, während sich das Volumen mehr als verdoppelte (plus 116 %). Seit 2018 verzeichnet dieses Segment weiterhin zweistellige jährliche Wachstumsraten, was auf eine starke Nachfrage der spanischen Verbraucher nach Rebsortenweinen hindeutet.

Bag-in-Box-Weine verzeichneten ebenfalls ein schnelles Wachstum von einer kleinen Basis aus, wobei der Wert um fast 147 % und das Volumen um fast 138 % zunahmen. Auch bei den aromatisierten Weinen setzte sich der Aufwärtstrend fort.

Die Dominanz Frankreichs, Italiens und Portugals als Lieferanten ist nach wie vor eindeutig, aber der Wettbewerb zwischen Frankreich und Italien hat sich 2025 verschärft. Während Italien bei den Gesamtlieferungen nach Spanien nach wie vor führend ist, verändert der aggressive Vorstoß Frankreichs in das Premium- und das mittlere Segment die Wettbewerbslandschaft.

Der OIVE-Bericht deutet darauf hin, dass sich die spanischen Importeure von nicht abgefüllten Standardweinen auf fertige Produkte für den Einzelhandel und die Gastronomie verlagern. Der Rückgang der Einfuhren von Fassweinen deutet darauf hin, dass kostengünstige Verarbeitungsmodelle unter den derzeitigen Marktbedingungen an Rentabilität verlieren.

Für die Entscheidungsträger der Branche zeigt der Bericht mehrere Schlüsselstrategien auf: Verteidigung der Gewinnspannen bei Schaumweinen, Erweiterung des Portfolios an verpackten Weinen nach Sorten, Abkehr von den traditionellen Bulk-Importen und genaue Beobachtung der durchschnittlichen Preistrends, da französische Anbieter durch wettbewerbsfähige Preise an Boden gewinnen.

Insgesamt schloss der spanische Weinimportsektor das Jahr 2025 mit einer soliden Finanzlage ab, die auf qualitätsorientierte Beschaffung und effiziente Logistik zurückzuführen ist, auch wenn das Gesamtimportvolumen im Vergleich zu den Vorjahren leicht zurückging.