Casa Artusi erweitert wissenschaftliches Team, um die italienische Küche nach der UNESCO-Anerkennung zu stärken

18.03.2026

Stiftung bringt internationale Experten zusammen, um die Forschung voranzutreiben und das kulinarische Erbe in einem neuen Kooperationsmodell zu bewahren

Casa Artusi, die Stiftung mit Sitz in Forlimpopoli, Italien, unternimmt neue Schritte, um die italienische Küche mit einer starken wissenschaftlichen Grundlage zu unterstützen, nachdem sie von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe von Pellegrino Artusi, der als "Vater" der italienischen Küche gilt, zu bewahren und zu fördern. Artusis einflussreiches Handbuch "La Scienza in cucina e l'Arte di mangiar bene", das 1891 veröffentlicht und in mehr als 10 Sprachen übersetzt wurde, spielte eine Schlüsselrolle bei der Einigung Italiens am Tisch und trug zur Vereinheitlichung der Sprache und Kultur des Landes bei.

Nachdem die UNESCO die italienische Küche für ihr auf Vielfalt und Austausch basierendes Identitätsmodell anerkannt hat, hat die Casa Artusi ihren wissenschaftlichen Ausschuss erneuert. Die neue Struktur wird nun als Wissenschaftliche Gemeinschaft bezeichnet, was einen breiteren und dynamischeren Ansatz widerspiegelt. Der Ausschuss wurde um nationale und internationale Experten von Universitäten und Forschungseinrichtungen in Italien und im Ausland erweitert. Ziel dieser Erweiterung ist es, die Projekte der Stiftung in der Nach-UNESCO-Ära stärker wissenschaftlich zu unterstützen.

Andrea Segrè, Präsident der Casa Artusi, erklärte, dass mit der Umwandlung in eine Scientific Community ein offeneres, partizipativeres und dynamischeres Modell geschaffen werden soll. Er beschrieb es als einen lebendigen Raum für Diskussionen, Zusammenarbeit und gemeinsame Visionen. Die Gemeinschaft ist so konzipiert, dass sie flexibel ist und sich im Laufe der Zeit selbst erneuern kann, während sie qualifizierte Beiträge zu den Aktivitäten der Stiftung liefert.

Die Koordination der wissenschaftlichen Gemeinschaft wurde Massimo Montanari anvertraut, einem international anerkannten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Lebensmittelgeschichte und emeritierten Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität von Bologna. Montanari hat in den 18 Jahren der Tätigkeit von Casa Artusi eine zentrale Rolle gespielt und war einer der wichtigsten wissenschaftlichen Kuratoren bei der Anerkennung der italienischen Küche durch die UNESCO.

Neben Montanari gibt es zwei langjährige Mitglieder: Alberto Capatti, ein führender Historiker der europäischen Küche und Gastronomie, und Giovanna Frosini, eine Linguistin, die sich an der Universität für Ausländer in Siena auf Studien zur Sprache der Lebensmittel spezialisiert hat. Der Rest des Ausschusses besteht aus neuen Mitgliedern, die neue Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen einbringen. Dazu gehören Luca Falasconi, Experte für Agrarpolitik und Lebensmittelwirtschaft an der Universität Bologna; Elisabetta Moro, Professorin für Kulturanthropologie an der Universität Suor Orsola Benincasa in Neapel; Monica Alba, Forscherin für italienische Sprachwissenschaft an der Universität Urbino Carlo Bo; Gianfranco Marrone, Professor für Semiotik und Lebensmittelsprache an der Universität Palermo; Grazia Menechella, Professorin für zeitgenössische italienische Literatur an der Universität von Wisconsin-Madison; Anabela Ferreira, Professorin für portugiesische Sprache und Kultur am Campus Forlì der Universität Bologna; Nicola Perullo, Philosoph und Rektor der Universität für Gastronomische Wissenschaften in Pollenzo; und Rosalba Lanciotti, Professorin für Lebensmittelmikrobiologie an der Universität Bologna.

Die Gründung dieses Netzwerks ist ein wichtiger Schritt für die Casa Artusi, die nach der Anerkennung durch die UNESCO vor neuen Herausforderungen steht. Ziel ist es, seine kulturelle und projektbezogene Rolle sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zu stärken. Durch die Neuausrichtung des wissenschaftlichen Beirats als Gemeinschaft und nicht als geschlossenes Gremium will Casa Artusi den ständigen Dialog zwischen Experten aus den Bereichen Geschichte, Anthropologie, Linguistik, Philosophie, Semiotik, Lebensmittelwissenschaft und -technologie, Wirtschaft und Lebensmittelpolitik fördern.

Der Begriff "Gemeinschaft" betont eine lebendige Gruppe mit gemeinsamen Fähigkeiten, Beziehungen und Verantwortlichkeiten. Dies entspricht der Vision von Casa Artusi als einem Ort, an dem die gastronomische Kultur nicht nur studiert, sondern auch praktiziert wird. Die neue Struktur soll ein offener Raum für den kontinuierlichen Austausch zwischen verschiedenen Bereichen sein - historisch, anthropologisch, wirtschaftlich, ernährungswissenschaftlich, landwirtschaftlich, sozial - und auf die sich entwickelnden Bedürfnisse reagieren.

Laut Andrea Segrè stärkt dieser Ansatz die Mission der Casa Artusi als Zentrum für Forschung und kulturelle Entwicklung, das sowohl die gegenwärtigen als auch die zukünftigen Trends in der italienischen gastronomischen Kultur interpretieren kann und gleichzeitig das Erbe von Pellegrino Artusi ehrt. Die Stiftung setzt ihre Arbeit von Forlimpopoli aus fort, wobei sie sich nach der Anerkennung der globalen Bedeutung der italienischen Küche durch die UNESCO erneut der wissenschaftlichen Strenge und der kulturellen Verbreitung verschrieben hat.