Brasilien befreit Wein von der ST-Steuer nach Druck der Wirtschaft

12.03.2026

Lokale Verteiler und Einzelhändler erwarten einen faireren Wettbewerb und niedrigere Preise, da ein neues Dekret die Weinsteuerregeln ändert

Der Wirtschaftssektor in Mato Grosso (Brasilien) feiert ein neues staatliches Dekret, mit dem Wein von der Steuerregelung der Substituição Tributária (ST) ausgenommen wird. Die in dieser Woche veröffentlichte Maßnahme entspricht einer langjährigen Forderung lokaler Vertriebsunternehmen und Einzelhändler, die argumentiert haben, dass das vorherige System zu unfairem Wettbewerb führte und das Wachstum des Weinmarktes behinderte.

Vertreter der Associação Mato-grossense de Atacadistas e Distribuidores (AMAD) besuchten die Legislativversammlung des Bundesstaates, um dem Abgeordneten Dilmar Dal Bosco für seine Rolle bei den Verhandlungen mit der Landesregierung zu danken. An dem Treffen nahmen Wirtschaftsführer wie Tião da Zaeli, Luciano da Sorpan und Marcos Taveira teil. Sie betonten, dass die Änderung dazu beitragen wird, die Ausgangsbedingungen für legale Unternehmen zu verbessern und einen faireren Wettbewerb zu fördern.

Im Rahmen der ST-Regelung werden die Steuern auf bestimmte Produkte im Voraus an einem Punkt der Lieferkette erhoben, in der Regel von den Herstellern oder Importeuren. Dieses System sollte die Steuererhebung vereinfachen und die Steuerhinterziehung eindämmen, wurde jedoch von Weinhändlern und Einzelhändlern in Mato Grosso kritisiert. Sie argumentieren, dass es die Kosten erhöht und es kleineren Unternehmen erschwert, mit größeren Unternehmen oder solchen, die außerhalb der legalen Kanäle tätig sind, zu konkurrieren.

Mit der Herausnahme des Weins aus dieser Regelung zahlen die Unternehmen nun Steuern auf der Grundlage der tatsächlichen Verkäufe und nicht mehr auf der Grundlage der von der Regierung festgelegten Schätzwerte. Nach Ansicht von Wirtschaftsvertretern wird dies eine genauere Preisgestaltung ermöglichen, den finanziellen Druck auf die Händler verringern und den Markteintritt für neue Unternehmen erleichtern. Sie erwarten auch, dass die Verbraucher von wettbewerbsfähigeren Preisen und einer größeren Auswahl an Weinen profitieren könnten.

Die Vertreter der AMAD erklärten, dass diese Änderung wahrscheinlich den legalen Handel in Mato Grosso stärken wird, indem sie die Anreize für den informellen Handel verringert. Sie glauben, dass dies auch Investitionen in Vertriebsnetze und Einzelhandelsgeschäfte im ganzen Bundesstaat fördern wird.

Das Dekret kommt zu einer Zeit, in der der Weinkonsum in Brasilien stetig wächst. Nach Angaben der Branche stieg der Weinabsatz im vergangenen Jahr landesweit um 12 %, und in Mato Grosso sind ähnliche Trends zu beobachten. Die lokalen Unternehmen hoffen, dass die neue Steuerpolitik ihnen helfen wird, einen größeren Anteil an diesem wachsenden Markt zu erobern.

Beamte des Bundesstaates haben keine Prognosen darüber veröffentlicht, wie sich die Änderung auf die Steuereinnahmen auswirken könnte, sie gehen jedoch davon aus, dass eine bessere Einhaltung der Vorschriften und eine Formalisierung des Handels etwaige kurzfristige Verluste ausgleichen werden. Die Wirtschaft ist weiterhin optimistisch, dass die Maßnahme sowohl den Unternehmern als auch den Verbrauchern in Mato Grosso dauerhafte Vorteile bringen wird.