05.03.2026
Im Noi Techpark in Bozen, Italien, wird eine neue Forschungsinfrastruktur entwickelt, um die großen Abfallmengen zu bewältigen, die bei der Apfel- und Weinverarbeitung anfallen. Bislang wurden Nebenprodukte wie Trester, Apfelschalen und Kerne als Abfall behandelt. Die neue Initiative mit dem Namen "ZeroResidue" zielt darauf ab, diese Rückstände aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie in wertvolle Ressourcen umzuwandeln. Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziert und von der Freien Universität Bozen und dem Forschungszentrum Laimburg geleitet.
Das Hauptziel von ZeroResidue ist die Stärkung der Kreislaufwirtschaft und der Nachhaltigkeit in Südtirol. Im Rahmen des Projekts wird eine Forschungs- und Versuchsplattform eingerichtet, die es Wissenschaftlern ermöglicht, Methoden zur Aufwertung von Abfallstoffen zu testen und zu verbessern. Diese Infrastruktur soll die Lücke zwischen angewandter Forschung und möglichen industriellen Anwendungen schließen.
Alberto Ceccon, Leiter des Labors für NMR-Spektroskopie am Forschungszentrum Laimburg, erklärte, dass viele pflanzliche Rückstände verborgene Ressourcen wie Moleküle und Verbindungen von großem Interesse enthalten. Er wies darauf hin, dass die Herausforderung nicht nur darin besteht, ihren Wert zu erkennen, sondern auch eine Struktur zu haben, um dieses Wissen in Verarbeitungsmethoden und Produkte umzusetzen.
Emanuele Boselli, Professor für Önologie an der Freien Universität Bozen und Koordinator von ZeroResidue, sagte, das multidisziplinäre Team des Projekts wolle zeigen, dass die Rückstände der Agrar- und Ernährungswirtschaft vollständig verwertet werden können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen, die sich oft auf einzelne Nebenprodukte konzentrieren, zielt dieses Projekt darauf ab, neue Moleküle, Inhaltsstoffe und Materialien zu gewinnen, die eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft unterstützen.
Zu den möglichen Anwendungen gehören die Extraktion von Verbindungen aus Apfelblüten für die Verwendung in Kosmetika sowie Fasern, Vitamine oder Pflanzenöle, die als natürliche Konservierungs- oder Farbstoffe in der Lebensmittelproduktion dienen könnten. Diese Extrakte könnten auch zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln mit gesundheitlichem Nutzen verwendet werden. Außerdem können aus Pflanzenabfällen Biostimulanzien für eine nachhaltigere Landwirtschaft hergestellt werden. Nach Abschluss der Extraktionsprozesse wird die verbleibende Biomasse zur Energieerzeugung genutzt, um den Recyclingkreislauf zu schließen.
Ein konkretes Beispiel für diesen Ansatz liefert ein laufendes Projekt namens "Sustain". Die Forscher untersuchen Traubentrester - die festen Überreste nach dem Auspressen von Weintrauben - und extrahieren daraus Polyphenole. Diese Verbindungen sind im Trester in höheren Konzentrationen vorhanden als im Traubenfleisch oder im Wein selbst. Es hat sich gezeigt, dass Polyphenole das Fortschreiten von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer verlangsamen können.
Das Projekt ZeroResidue stellt einen Wandel in der Betrachtung und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Abfälle in Südtirol dar. Durch die Entwicklung neuer Technologien und Prozesse im Noi Techpark hoffen die Forscher, Produkte für die Biomedizin, die Lebensmittelproduktion, die Önologie und die Kosmetik herzustellen. Die Initiative zielt darauf ab, Abfälle zu reduzieren und gleichzeitig wirtschaftliche Möglichkeiten auf der Grundlage von Nachhaltigkeit und Innovation zu schaffen.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: info@vinetur.com | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien