Weinproduktion im Rhônetal sinkt um 7%, da die Region auf Qualität und Nachhaltigkeit setzt

23.02.2026

Die Erzeuger passen sich mit neuen Initiativen, Umweltzertifizierungen und der Konzentration auf Premiumweine an die schrumpfenden Ernten und den veränderten Geschmack der Verbraucher an.

Die Weinregion Rhône-Tal steht vor einer Anpassungsphase, in der sie auf die geringeren Erträge und die Umstellung auf eine qualitativ hochwertigere Produktion reagiert. Während der Veranstaltung von Wine Paris gab Philippe Pellaton, Präsident von Inter Rhône, einen aktuellen Überblick über den Jahrgang 2025. Trotz der schwierigen Bedingungen in den Weinbergen wurde der Jahrgang für seine Qualität gelobt. Die langsamere Ernte ermöglichte es den Winzern, die Reife der Trauben genau zu steuern. Die Rotweine zeichnen sich durch ihre Finesse und Länge aus, die von einer bewahrten Frische unterstützt werden, während die Weißweine eine ausgeprägte Mineralität und aromatische Helligkeit aufweisen. Das Gesamtergebnis wird als harmonischer Jahrgang beschrieben, allerdings mit geringeren Mengen.

Die Ernte 2025 wird voraussichtlich etwa 2 Millionen Hektoliter erreichen, was einem Rückgang von etwa 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, das bereits unter dem Durchschnitt lag. Bei den nördlichen Crus ist der Rückgang mit 17 % noch stärker ausgefallen, während die Appellationen außerhalb der Côtes du Rhône-Familie einen Rückgang von 9 % verzeichnen. Die Weinanbaufläche ist ebenfalls um fast 3 400 Hektar geschrumpft und beträgt nun weniger als 60 000 Hektar.

Bei den Weinfarben hat sich das Gleichgewicht kaum verändert, aber es gibt eine bemerkenswerte Entwicklung: Zum ersten Mal machen sowohl Weiß- als auch Roséweine jeweils 13 % der Produktion aus, gegenüber 74 % bei den Rotweinen. Der Anteil der Bioweine nimmt weiter zu und beträgt nun 25 % des Gesamtvolumens. Außerdem werden 63 % der AOC-Weine im Rahmen von Umweltzertifizierungsprogrammen wie Bio oder High Environmental Value (HVE) hergestellt.

Auf der kommerziellen Seite sind die Weinverkäufe im Jahr 2025 um 5 % zurückgegangen. Die Leistung variiert jedoch zwischen den einzelnen Segmenten. Das Flaggschiff Côtes du Rhône konnte seinen Rückgang auf 3 % begrenzen, die Villages gingen um 4 % zurück, und die südlichen Crus verzeichneten sogar einen Anstieg um 4 %. Im Gegensatz dazu sanken die nördlichen Crus um 8 % und die anderen Nicht-Côtes du Rhône-Bezeichnungen um 10 %.

In den großen Einzelhandelsgeschäften, in denen der Verkauf von stillen Weinen um 3,2 % zurückgegangen ist, konnten die AOP der Rhône ihren Rückgang auf 2,7 % begrenzen. Die Rotweine haben sich besser entwickelt als der nationale Durchschnitt, und die Weißweine haben mit einem Anstieg von 3,5 % weiter zugelegt, obwohl sie nur 4 % des Supermarktumsatzes ausmachen.

Bei den Weinhandlungen und Restaurants bleibt das Rhônetal die führende Region für stille AOP-Weine mit nahezu stabilen Mengen (Rückgang um nur 0,7 %), während andere Regionen stärkere Rückgänge zu verzeichnen haben. Bei den Exporten ist der Rückgang mit 5 % sowohl mengen- als auch wertmäßig deutlicher ausgefallen, aber in den letzten zehn Jahren sind die Einnahmen trotz der rückläufigen Mengen um 7 % gestiegen.

Um den Marktveränderungen zu begegnen, hat der regionale Weinverband mehrere Initiativen gestartet. Im November 2025 wurde ein branchenübergreifendes Nachhaltigkeitsabkommen für die Rotweine der Côtes du Rhône und die Rotweine der Côtes du Rhône Villages verabschiedet. Dieses Abkommen legt Preisrichtlinien fest, die die zusätzlichen Kosten für Umweltzertifizierungen berücksichtigen.

Gleichzeitig wird an der Entwicklung leichterer und fruchtigerer Rotweine gearbeitet, um neuen Verbraucherpräferenzen gerecht zu werden. Es wird auch über eine Änderung der Vorschriften diskutiert, um in einigen Appellationen, die derzeit auf Rotweine beschränkt sind, mehr Weißwein zu produzieren. Im Rahmen eines Versuchsprogramms werden auch Möglichkeiten für Schaumweine erkundet.

Der Klimawandel ist nach wie vor ein zentrales Anliegen, das die Strategie in der Region bestimmt. Durch Projekte wie VITILIENCE und regionale Bemühungen zur Verringerung des Kohlenstoffausstoßes sind Anpassung und Dekarbonisierung für die Erzeuger zur obersten Priorität geworden.

Da die Mengen schrumpfen und sich die Märkte entwickeln, versucht das Rhônetal, seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig sein Geschäftsmodell durch Diversifizierung und Nachhaltigkeit neu zu definieren.