Deutsche Weinwerbung hinkt hinterher: Branche gibt in hartem Wettbewerb nur 14 Millionen Euro aus

19.01.2026

Neue, mit Landes- und Regionalmitteln geförderte Kampagne soll die Bekanntheit des deutschen Weins über die traditionellen Märkte hinaus steigern

Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat eine neue Kommunikationskampagne angekündigt, die das Image und den Absatz von deutschen Weinen verbessern soll. Die Initiative erfolgt in einer Zeit, in der die Weinerzeuger mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert sind, das durch zunehmenden Wettbewerb und veränderte Verbrauchergewohnheiten gekennzeichnet ist. Finanziell unterstützt wird die Kampagne unter anderem durch das Land Rheinland-Pfalz und die Weinbauregionen Rheinhessen, Pfalz und Mosel.

Das gab die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt auf der Grünen Woche in Berlin bekannt. Sie erklärte, dass der Weinbranche insgesamt eine Million Euro speziell für Werbezwecke zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel kommen zu einer weiteren Million Euro hinzu, die das Bundeslandwirtschaftsministerium bereits im vergangenen Jahr zugesagt hatte.

Die geplante Kampagne verfolgt einen 360-Grad-Ansatz, der Aktivitäten in den sozialen Medien mit Live-Events und Aktionen am Point-of-Sale kombiniert. Die Organisatoren beabsichtigen, die Kampagne im zweiten Quartal 2026 zu starten. Die Hauptzielgruppe sind Verbraucher außerhalb der traditionellen Weinanbaugebiete, um die Attraktivität deutscher Weine im ganzen Land zu erhöhen.

Die Wirksamkeit dieser neuen Werbemaßnahme bleibt ungewiss, insbesondere angesichts des hohen Niveaus der Werbeaktivitäten in der gesamten Getränkeindustrie. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V. (BSI) in seinem Bericht "Daten der Alkoholwirtschaft" erreichen die Gesamtausgaben für Weinwerbung in Deutschland im Jahr 2024 14 Millionen Euro. Weitere 40 Millionen Euro wurden für Sektwerbung ausgegeben. Zum Vergleich: Die Gesamtwerbeausgaben für alle alkoholischen Getränke betrugen im vergangenen Jahr 465 Millionen Euro, wobei Bier mit 272 Millionen Euro den größten Anteil ausmachte.

Branchenbeobachter stellen fest, dass gezielte Kampagnen zwar dazu beitragen können, das Bewusstsein zu schärfen und den Absatz zu steigern, dass sie jedoch in einem harten Wettbewerb mit größeren Segmenten wie Bier und Spirituosen stehen, die über wesentlich höhere Werbebudgets verfügen. Das DWI und seine Partner hoffen, dass sie durch die Konzentration auf moderne Kommunikationskanäle und ansprechende Veranstaltungen deutsche Weine für ein breiteres Spektrum von Verbrauchern sichtbarer und attraktiver machen können.

Der Start der Kampagne im Laufe dieses Jahres wird sowohl von den Erzeugern als auch von den Einzelhändlern aufmerksam verfolgt werden, die nach Möglichkeiten suchen, sich in einem schwierigen Marktumfeld zurechtzufinden. Der Erfolg dieser Initiative könnte künftige Strategien zur Förderung regionaler Produkte im wettbewerbsintensiven deutschen Getränkesektor beeinflussen.