07.01.2026
Das Jahr 2026 steht für die Weinindustrie im Zeichen bedeutender Veränderungen in der Art und Weise, wie Wein produziert, verkauft und genossen wird. Während Luxusflaschen aus dem Burgund und anderen klassischen Regionen nach wie vor wohlhabende Sammler anziehen, verlagert sich der breitere Markt in Richtung Erschwinglichkeit und Wert. Dieser Trend wird von jüngeren Verbrauchern, veränderten globalen Bedingungen und neuen Technologien angetrieben.
Der Klimawandel bleibt ein wichtiger Faktor, der die Zukunft des Weins bestimmt. Das britische Met Office prognostiziert, dass das Jahr 2026 zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen gehören wird. Die anhaltende Erwärmung bringt mehr extreme Wetterereignisse - Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen und Waldbrände - mit sich, die traditionelle Weinregionen in Europa und Kalifornien bedrohen. Infolgedessen pflanzen die Winzer Weinberge in kühleren Gebieten wie Schweden und Teilen Nordeuropas an, die bisher für den Weinbau ungeeignet waren.
Auch alkoholfreie Weine sind auf dem Vormarsch. Verbesserte Technologien haben zu besser schmeckenden Optionen geführt, und große Hersteller investieren massiv in dieses Segment. In Frankreich investierte Castel fast 12 Millionen Dollar in eine neue Anlage für alkoholfreien Wein im Loire-Tal. Restaurants und Einzelhändler erweitern ihr Angebot an alkoholfreien Weinen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.
Weißweine erfreuen sich weiterhin größerer Beliebtheit als Rotweine, vor allem bei jüngeren Weintrinkern. Die Erzeuger des Sancerre haben sogar ein Büro in Bangkok eröffnet, um die asiatischen Märkte zu erschließen. Gleichzeitig investieren die Weinkellereien verstärkt in regenerative Anbaumethoden, da Umweltbelange in den Mittelpunkt ihrer Geschäftsmodelle rücken. Auch die Debatte über Gesundheitswarnungen auf Weinflaschen geht weiter, wobei einige Befürworter auf Krebswarnungen ähnlich denen auf Tabakprodukten drängen.
Trotz Berichten über rückläufige Weinverkäufe insgesamt zeigen die jüngsten Daten der 2025 U.S. Wine Consumer Benchmark Segmentation Study, dass die Generation Z ihren Weinkonsum im vergangenen Jahr gesteigert hat. Die Millennials haben nun die Babyboomer als größte Gruppe von Weintrinkern in den Vereinigten Staaten überholt. Weinbars und Naturweinmessen sind bei diesen jüngeren Verbrauchern beliebt, die Wein als Teil der Popkultur und der Unterhaltung sehen. Neue Kooperationen - wie NBA-Weine - und Auftritte in Filmen und Fernsehserien wie "Champagne Problems" und "Drops of God" spiegeln diesen Wandel wider.
Schaumweine werden für viele Amerikaner, vor allem für Millennials und die Generation Z, zur alltäglichen Wahl. Während sich der Absatz von Champagner verlangsamt hat, stieg der Prosecco-Absatz in den USA, Großbritannien und Frankreich im vergangenen Jahr um 12 Prozent. Schaumweine aus weniger traditionellen Regionen - wie französische Crémants, englische Schaumweine, trockener Lambrusco aus Italien und Sekt aus Deutschland und Österreich - füllen die Lücke zwischen teurem Champagner und erschwinglichem Prosecco. Boutique-Erzeuger, die einheimische Rebsorten verwenden, ziehen abenteuerlustige Trinker an, die nach neuen Geschmacksrichtungen suchen.
Auch der Weintourismus entwickelt sich weiter. Laut dem Global Wine Tourism Report 2025 planen fast drei Viertel der befragten Weingüter, ihr Angebot über Verkostungen hinaus auf Outdoor-Erlebnisse wie Mountainbiking oder Seilrutschen auszuweiten. Diese Erlebnisse machen inzwischen etwa ein Viertel des weltweiten Umsatzes von Weingütern aus.
Wertigkeit ist ein weiteres Schlüsselthema für 2026. Da die Preise für Spitzenweine steigen, suchen die Verbraucher in weniger bekannten Regionen in Osteuropa, Griechenland, Portugal, Spanien und Süditalien nach Qualitätsweinen zu niedrigeren Preisen. Kaliforniens überschüssige Traubenernte hat zu neuen Negociant-Marken geführt, die überschüssige Trauben von Premium-Erzeugern aufkaufen und sie unter verschiedenen Labels zu günstigeren Preisen verkaufen.
Restaurants und Bars entfernen sich von formalen, gedruckten Weinkarten und gehen zu interaktiveren Ansätzen über. In Weinbars wie Sauced in Brooklyn, Manhattan und Nashville beschreiben die Gäste, was sie trinken möchten, und das Personal bringt ihnen die entsprechenden Weine zum Probieren. Dieser persönliche Ansatz wird auch in London und Paris verfolgt.
Künstliche Intelligenz setzt sich sowohl in der Weinherstellung als auch im Tourismus durch. In Bordeaux helfen KI-gesteuerte Roboter bei der Verwaltung der Weinberge, z. B. beim Rebschnitt und der Erkennung von Krankheiten. Im Napa Valley arbeiten Hotels wie das Marriott mit KI-gesteuerten Empfehlungsplattformen zusammen, um personalisierte Speise- und Weinempfehlungen auf der Grundlage der Vorlieben der Gäste anzubieten. Allerdings gibt es nach wie vor einige Einschränkungen: KI neigt dazu, eher bekannte Touristenorte als versteckte Juwelen zu empfehlen.
Auch die Verpackung ändert sich. Neue Vorschriften erlauben in den USA eine breitere Palette von Flaschengrößen, darunter auch kleinere Formate, die bequemer und erschwinglicher sind. Einige Weinkellereien bieten jetzt Spitzenweine in kleinen Flaschen oder Sixpacks an, die sich an jüngere Käufer richten, die Premiumprodukte probieren möchten, ohne sich für eine große Flasche zu entscheiden.
Für das Jahr 2026 stellt sich die Frage, welche Trends anhalten oder verblassen werden - ob süße Rotweine bei der Generation Z ankommen oder ob Zinfandel ein Comeback feiern wird -, aber es ist klar, dass die Welt des Weins vielfältiger, zugänglicher und dynamischer wird als je zuvor.
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