Wissenschaftler aus Oregon entwickeln Sprühbeschichtung zum Schutz von Weintrauben vor dem Rauch von Waldbränden

18.02.2026

Forscher testen pflanzliche und Chitosan-Formulierungen, da die Weinindustrie nach Lösungen zum Schutz der Ernte und zur Erhaltung der Qualität während der Feuerperiode sucht

Die Weinindustrie in Oregon sieht sich einer zunehmenden Bedrohung durch den Rauch von Waldbränden ausgesetzt, der die Traubenernte schädigen und den Geschmack und das Aroma des Weins beeinträchtigen kann. In den letzten Jahren haben Waldbrände im Westen des Landes während der kritischen Zeit vor der Ernte Rauch in die Weinberge geleitet. In diesem Fall können die Trauben Rauchbestandteile aufnehmen, die sich später im fertigen Wein als unerwünschte Geschmacksstoffe bemerkbar machen. Die Ungewissheit darüber, ob eine Ernte verdorben ist, kann zu großen finanziellen Verlusten für Winzer und Weinkellereien führen, was wiederum Auswirkungen auf ländliche Gemeinden hat, die vom Weinsektor abhängig sind.

Forscher am College of Agricultural Sciences der Oregon State University und an der Oregon Agricultural Experiment Station arbeiten daran, dieses Problem zu lösen. Ihr Ansatz besteht in der Entwicklung einer aufgesprühten Beschichtung, die als Schutzbarriere für die Trauben dient, bevor der Rauch aufsteigt. Ziel ist es, eine dünne Schicht auf der Traubenhaut zu erzeugen, die die Aufnahme von Rauchbestandteilen blockiert oder reduziert.

Im Jahr 2023 veröffentlichte das Forscherteam eine Studie im Journal of Agricultural and Food Chemistry. Sie testeten mehrere Beschichtungsformeln aus pflanzlichen Fasern und Chitosan, einer natürlichen Verbindung, die aus Schalentieren gewonnen wird. Mit einem speziellen Gerät wurde gemessen, wie gut diese Beschichtungen drei wichtige rauchbedingte Verbindungen daran hindern konnten, in die Traube überzugehen. Die Ergebnisse zeigten, dass Beschichtungen, die Chitosan enthielten, zwei dieser Verbindungen effektiver blockierten, während alle Beschichtungen dazu beitrugen, eine dritte Verbindung abzufangen. Feldversuche mit Pinot noir-Trauben zeigten, dass die Beschichtungen weder die Größe noch das Gewicht der Beeren beeinträchtigten. Eine auf Chitosan basierende Formel wurde auch mit einem höheren Gehalt an natürlichen Farbstoffen in den Trauben in Verbindung gebracht. Da der Rauch der Waldbrände in dieser Jahreszeit jedoch nur gering war, konnten die Forscher nicht vollständig beurteilen, wie gut die Beschichtungen unter starken Rauchbedingungen funktionieren würden.

In einer Folgestudie aus dem Jahr 2025, die im Journal of Food Science veröffentlicht wurde, wurden aktualisierte Versionen der Beschichtungen getestet und untersucht, wie sich der Zeitpunkt auf ihre Leistung auswirkt. Das Team verglich verschiedene Mischungen aus Pflanzenfasern und Chitosan und führte kontrollierte Tests an Tafeltrauben durch. In einigen Fällen wurden bestimmte Beschichtungen mit einem höheren Gehalt an Rauchverbindungen in den Trauben in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass einige Formulierungen den Rauch tatsächlich absorbieren und in die Frucht eindringen lassen könnten - ein Ergebnis, das die Erzeuger vermeiden möchten.

Die Studie aus dem Jahr 2025 umfasste auch Feldversuche mit Pinot noir-Trauben, die zu verschiedenen Zeiten der Vegetationsperiode unterschiedlichen Rauchkonzentrationen ausgesetzt waren. Wurden die Trauben früher in der Saison ausgesetzt, reduzierten einige Beschichtungen zwei Rauchmarker um ein paar Teile pro Milliarde. Wurden die Trauben näher an der Ernte exponiert, sank ein weiterer Marker um 1 bis 2 Teile pro Milliarde, und ein "gebundener" Marker fiel um bis zu 8 Teile pro Milliarde. In allen Versuchen veränderten die Beschichtungen nicht die grundlegenden Eigenschaften der Früchte wie Zuckergehalt oder Säuregehalt.

Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse stellten die Forscher fest, dass es aufgrund der natürlichen Schwankungen sowohl bei der Rauchbelastung als auch bei der Reaktion der Trauben schwierig ist, eindeutige Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit zu ziehen. Sie empfahlen weitere Arbeiten, um zu verbessern, wie gut die Beschichtungen die Trauben abdecken, und um sie unter einheitlicheren Rauchbedingungen zu testen.

Für die Weinindustrie in Oregon bedeutet diese Forschung einen Fortschritt bei der Bewältigung eines unvorhersehbaren Risikos. Aufgesprühte Beschichtungen können zwar in einigen Situationen zur Verringerung der Rauchverschmutzung beitragen, sind aber noch nicht zuverlässig genug für eine breite Anwendung. Die Studien zeigen auch, dass es besser ist, den Rauch einfach nur zu blockieren. Wenn eine Beschichtung zwar Rauchverbindungen absorbiert, sie aber nicht von den Trauben fernhält, löst sie das Problem möglicherweise nicht.

Für den Weinsektor in Oregon, der Arbeitsplätze, den Tourismus und die ländliche Wirtschaft im ganzen Bundesstaat unterstützt, steht viel auf dem Spiel. Bessere Instrumente für den Umgang mit Waldbrandrauch könnten dazu beitragen, diese hochwertige Branche zu stabilisieren und die Unsicherheit für die Winzer während schwerer Brände zu verringern.

Diese Forschung wurde durch Zuschüsse des Oregon Department of Agriculture Specialty Crop Block Grant Program und der Specialty Crop Research Initiative des U.S. Department of Agriculture National Institute of Food and Agriculture finanziert.