Weinzölle wecken Besorgnis über Auswirkungen auf die US-Wirtschaft insgesamt

29.11.2024

Mehrere Sektoren warnen vor Trumps Rückwirkung der Weinzölle

US-Restaurants könnten einer der am stärksten von Trumps Weinzöllen betroffenen Sektoren sein

Die Unsicherheit beherrscht weiterhin die US-Weinindustrie, da die potenziellen neuen Zölle des designierten Präsidenten Donald Trump Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen wecken. Diese Maßnahmen zielen zwar darauf ab, die inländische Produktion anzukurbeln, könnten aber der Wirtschaft insgesamt schaden. Die Möglichkeit, Zölle auf Importe, einschließlich europäischer Weine, zu erheben, wird von einigen einheimischen Weingütern begrüßt, beunruhigt jedoch Importeure, Händler und Verbraucher, die in hohem Maße auf importierte Weine angewiesen sind, die in der Nachfrage weiterhin die einheimischen Varianten übertreffen.

Trump, der für seine protektionistische Politik bekannt ist, kündigte am 25. November seinen Plan an, Zölle in Höhe von 25 % auf Produkte aus Mexiko und Kanada zu erheben, wobei für andere Regionen höhere Sätze vorgeschlagen werden. Obwohl noch nicht klar ist, wie sich diese Maßnahmen auf den Wein auswirken werden, sorgen die Maßnahmen seiner vorherigen Regierung für Beunruhigung. Zwischen 2019 und 2020 verhängte seine Regierung Zölle in Höhe von 25 % auf die meisten europäischen Weine, die auf Länder wie Frankreich, Spanien und Deutschland abzielten, was zu erheblichen Verlusten für das Gastgewerbe und den Einzelhandel in den USA führte.

Dies kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Weinindustrie, da der Verbrauch laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) im vergangenen Jahr um 2,6 % zurückgegangen ist. Trotz dieses Rückgangs sind europäische Weine bei den amerikanischen Verbrauchern nach wie vor sehr beliebt, auch wenn die Budgets knapper werden. Viele bevorzugen nach wie vor prestigeträchtige Marken aus der Alten Welt oder erschwingliche Alternativen aus weniger bekannten europäischen Anbaugebieten gegenüber einheimischen Weinen.

Auch der Schaumweinmarkt spiegelt diese Kluft wider. Während der Verbrauch von Champagner um 8,2 % zurückgegangen ist, zeigen sich Alternativen wie Prosecco und Cava widerstandsfähig. Die italienischen Prosecco-Exporte sind wertmäßig um 7 % gestiegen, was ihn zur zweitwichtigsten exportierten Weinkategorie Italiens macht. Der US-Absatz von Cava ging jedoch im gleichen Zeitraum um 13,48 % zurück. Gleichzeitig haben Spezialitäten aus der Champagne, wie limitierte Auflagen und Jahrgangsetiketten, das Wachstum in Nischenmärkten angekurbelt, wobei der Absatz in den USA in diesem Jahr um 20 % gestiegen ist.

Die U.S. Wine Trade Alliance (USWTA), ein lautstarker Gegner von Zöllen, bemüht sich, auf die potenziellen negativen Auswirkungen hinzuweisen. Ben Aneff, Präsident der USWTA, weist darauf hin, dass das dreistufige Vertriebssystem des Landes bedeutet, dass die Auswirkungen der Zölle nicht nur ausländische Erzeuger betreffen, sondern auch Tausende von kleinen US-Unternehmen, darunter Importeure, Großhändler und unabhängige Einzelhändler. Aneff schätzt, dass jeder Dollar, der für importierten Wein ausgegeben wird, 4,52 Dollar für die US-Wirtschaft generiert. Er warnt davor, dass Störungen im Vertrieb auf Restaurants und Einzelhändler übergreifen könnten, wobei Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Weinexporte den Schaden noch vergrößern würden.

Die Wintermonate, die normalerweise mit einem erhöhten Weinkonsum einhergehen, bringen zusätzliche Unsicherheit mit sich. Nach Angaben des Beratungsunternehmens IWSR entfallen allein auf den Dezember bis zu 20 % des jährlichen Schaumweinverbrauchs in den USA. Die jüngsten Trends zeigen jedoch einen Rückgang dieses saisonalen Anstiegs, wobei der Verbrauch von Champagner und Prosecco nicht mehr die gleichen Spitzenwerte wie in den Vorjahren erreicht.

Die Zukunft des US-Weinmarktes hängt von den politischen Entscheidungen der kommenden Monate ab. Während Trump weiterhin an der Einführung von Zöllen festhält, könnte der organisierte Widerstand von Gruppen wie der USWTA das Ergebnis beeinflussen. In der Zwischenzeit beobachten die internationalen Erzeuger und Händler die Situation genau, da sie wissen, dass jede politische Änderung das Gleichgewicht des Marktes erheblich stören könnte.