08.05.2026

Mehr als 700 Delegierte aus der weltweiten Destillatespirituosenbranche kamen in dieser Woche in Edinburgh zusammen, als die Heriot-Watt University die 9. Worldwide Distilled Spirits Conference eröffnete, ein viertägiges Treffen zu Forschung, Produktionsherausforderungen und der Zukunft des Sektors.
Die vom Chartered Institute of Brewers and Distillers organisierte Konferenz fand vom 4. bis 7. Mai statt und brachte technische Spezialisten, Wissenschaftler, Führungskräfte von Marken, Partner aus der Lieferkette, Hochschulvertreter und politische Entscheidungsträger zusammen. Auf der Agenda standen Sensorik, Big Data, Nachhaltigkeit, Fachkräftekompetenzen und neue Technologien – ein Spiegelbild dafür, wie Destillateure versuchen, Tradition mit dem Druck zur Modernisierung in Einklang zu bringen.
Heriot-Watt spielte während der gesamten Veranstaltung eine zentrale Rolle. Professor Chris Turney, stellvertretender Rektor der Universität für Forschung und Wirkung, eröffnete das Programm mit einer Keynote, in der er sich für einen stärkeren Stellenwert von Wissenschaft und Innovation im Tagesgeschäft der Spirituosenbranche aussprach. Er verwies auf den Klimawandel, Regulierung, Veränderungen am Arbeitsmarkt und den rasanten technologischen Wandel als Kräfte, die die Branche neu formen, und sagte, Unternehmen würden engere Partnerschaften mit Universitäten brauchen, um wirksam darauf zu reagieren.
Das International Centre for Brewing and Distilling der Universität unter Leitung von Professor Dawn Maskell präsentierte zudem in mehreren Sessions Forschungsergebnisse. Themen waren unter anderem eine nachhaltige Scotch-Whisky-Fermentation, die Widerstandsfähigkeit von Braugerste, Aromabildung, Authentizitätsprüfung und zirkuläre Ansätze in der Spirituosenproduktion. Zu den Vortragenden gehörten Alan Philp, Dr. Calum Holmes, Matthew Pauley, Madeline Dysart, Seulbi Lee, Michael Bryan, Ross Sanders, Shanine Smith, Takehiko Hiura und Professor Annie Hill.
Heriot-Watt erklärte, die Rolle der Universität auf der Konferenz stehe für mehr als 120 Jahre Ausbildung in Brauerei- und Destillationswissenschaften. Die Hochschule bemüht sich demnach darum, sich als Brücke zwischen traditionellen Produktionsmethoden und neuen wissenschaftlichen Werkzeugen zu positionieren, die Destillateuren helfen können, Kosten-, Qualitäts- und Umweltdruck zu bewältigen.
Diese Bemühungen sind Teil einer breiter angelegten Fundraising-Kampagne für ein geplantes Centre for Sustainable Brewing and Distilling in Edinburgh. Die Universität hat erklärt, sie wolle für das Projekt 35 Millionen Pfund einwerben; das Zentrum versteht sie als Knotenpunkt für Branchenkooperationen, Ausbildung und Forschung mit dem Ziel, Brauen und Destillieren an CO2-Grenzen, Ressourcenknappheit und Personalbedarf anzupassen.
Die Konferenz fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Spirituosenhersteller einer strengeren Prüfung von Nachhaltigkeitsversprechen, Lieferkettenresilienz und Produktauthentizität ausgesetzt sind. Forschende an Heriot-Watt erklärten, diese Themen seien zunehmend miteinander verknüpft: Eine bessere Kontrolle der Fermentation könne Abfall reduzieren; robustere Testverfahren könnten Marken schützen; und zirkuläre Produktionsmodelle könnten die Umweltbelastung senken und zugleich die Effizienz verbessern.
Die Organisatoren erklärten, das Treffen sei nicht nur zum Austausch von Forschungsergebnissen gedacht gewesen, sondern auch dazu, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Sektors miteinander zu vernetzen. Die Mischung aus wissenschaftlichen Vorträgen und Branchendiskussionen unterstrich, wie sehr Hersteller destillierter Spirituosen heute auf angewandte Wissenschaft angewiesen sind, um praktische Probleme in Produktion, Qualitätskontrolle und langfristiger Planung zu lösen.
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