Belgiens Weinimporte steigen, während die Preise fallen

Verpackte Weine treiben das Mengenwachstum in einem Markt an, in dem niedrigere Stückpreise den Importwert leicht drücken

17.04.2026

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Belgium’s Wine Imports Rise as Prices Fall

Belgiens Weinimporte sind 2025 wertmäßig leicht zurückgegangen, obwohl die Mengen deutlich zulegten. Das ist ein Zeichen dafür, dass niedrigere Preise und ein veränderter Produktmix einen der reifsten Weinmärkte Europas geprägt haben, wie aus belgischen Zolldaten hervorgeht, die von der spanischen Branchenorganisation OIVE ausgewertet wurden.

Das Land importierte 2025 Wein im Wert von 1,171 Milliarden Euro, ein Minus von 0,3% gegenüber dem Vorjahr, während das Gesamtvolumen um 8,8% auf 321,1 Millionen Liter stieg. Dadurch sank der durchschnittliche Importpreis um 8,4% auf 3,65 Euro pro Liter und verdeutlicht den Margendruck im gesamten Markt.

Das stärkste Wachstum kam bei verpackten Weinen zustande, einer Kategorie, zu der Schaumwein, Flaschenwein und Bag-in-Box-Formate zählen. Die Importe in diesem Segment stiegen wertmäßig um 0,3% auf 1,121 Milliarden Euro und legten mengenmäßig um 12,8% auf 278,3 Millionen Liter zu. Der Durchschnittspreis für verpackten Wein fiel um 11,1% auf 4,03 Euro pro Liter – ein Hinweis darauf, dass Belgien mehr Wein kaufte, aber zu niedrigeren Stückpreisen.

Beim Fasswein zeigte sich die Entwicklung gegenteilig. Die Importe von Fasswein gingen wertmäßig um 11,6% und mengenmäßig um 11,5% zurück auf 50,7 Millionen Euro beziehungsweise 42,7 Millionen Liter. Der Durchschnittspreis sank nur um 0,1% auf 1,19 Euro pro Liter; das deutet darauf hin, dass der Rückgang vor allem auf eine schwächere Nachfrage und nicht auf eine größere Preisveränderung zurückzuführen war.

Frankreich blieb 2025 Belgiens größter Lieferant nach Wert mit Exporten im Umfang von 573,9 Millionen Euro, ein Minus von 0,9% gegenüber 2024. Italien lag mit 180,7 Millionen Euro auf Platz zwei und verzeichnete ein Minus von rund 2,3%. Nach Volumen führte ebenfalls Frankreich mit 98 Millionen Litern und damit unverändert zum Vorjahr, gefolgt von den Niederlanden mit 64,9 Millionen Litern (+120,3%) und Italien mit 50,5 Millionen Litern (-2,4%).

Spanien belegte unter Belgiens Lieferanten sowohl nach Wert als auch nach Volumen den vierten Platz. Die spanischen Lieferungen erreichten 104,7 Millionen Euro und 34,7 Millionen Liter; beides entsprach einem Plus von 5,2% gegenüber dem Vorjahr. Bei verpackten Weinen rangierte Spanien ebenfalls auf Platz vier nach Wert mit 100 Millionen Euro (+5,1%) und nach Volumen mit 29 Millionen Litern (+3,3%). Beim Fasswein exportierte Spanien Ware im Wert von 4,68 Millionen Euro und lag damit wertmäßig auf Platz vier; beim Volumen standen 5,7 Millionen Liter zu Buche und damit Platz drei.

Weitere wichtige Lieferanten Belgiens nach Wert waren 2025 Deutschland, Südafrika, Portugal, die Vereinigten Staaten und Chile.

Die Zahlen deuten auf einen belgischen Markt hin, der physisch weiter wächst, zugleich aber preissensibler wird: Verpackte Weine gewinnen an Boden, während Fasswein weiter an Dynamik verliert. Für Exporteure – insbesondere jene im mittleren Marktsegment – zeigen die Daten: Belgien bleibt nicht nur als Absatzmarkt wichtig, sondern auch als Distributionsdrehscheibe, in der der Preisdruck die Handelsströme inzwischen ebenso prägt wie die Nachfrage selbst.

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