14.04.2026

Italienische Weinexporte dürften bis 2029 weiter an Wert gewinnen. Die Branche setzt dabei auf Premiumflaschen, Schaumweine und einen stärkeren Vorstoß in Märkte, die noch wachsen, wie eine von der Italian Wine Union und Vinitaly veröffentlichte Analyse zeigt.
Der Ausblick sieht für die kommenden drei Jahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Exportwerts von 3,5 % vor, obwohl die Mengen in mehreren reifen Märkten unter Druck bleiben. Die Strategie ist klar: weniger Massenwein verkaufen und mehr höherpreisige Etiketten, vor allem in Ländern, in denen Verbraucher in höhere Qualitätssegmente aufsteigen.
In den Vereinigten Staaten, einem der wichtigsten Märkte Italiens, entwickelt sich italienischer Wein gegen den allgemeinen Abschwung im Premiumsegment. Während die Premium-Weinverkäufe insgesamt schwächer werden, sollen italienische Produkte um 4 % zulegen, vor allem dank Schaumweinen, allen voran Prosecco. Die Kategorie zählt im Ausland weiterhin zu Italiens stärksten Trümpfen, weil sie eine wiedererkennbare Marke mit einem Preisniveau verbindet, das noch Wachstumsspielraum lässt.
Großbritannien stellt eine andere Herausforderung dar. Dort liegt der Fokus auf Stillweinen, insbesondere Rot- und Roséweinen aus Regionen wie der Toskana, dem Piemont, Apulien und den Abruzzen. Die Prognose geht von einem Wachstum von 3 % aus, während italienische Erzeuger versuchen, ihre Präsenz in einem Markt zu vertiefen, in dem Verbraucher zwar wählerisch bleiben, aber weiterhin Interesse an etablierten Weinregionen und vertrauten Stilen zeigen.
Japan sticht in der Analyse als vielversprechendstes Ziel hervor. Der Markt bewegt sich über Premiumweine hinaus in Richtung Luxusprodukte; dieses Segment soll einen Anteil von 20 % erreichen. Für italienische Exporteure bietet Japan Spielraum für höhere Preise und den Aufbau von Prestige, insbesondere für Marken, die sich am oberen Ende des Marktes positionieren können.
China zeigt ein reiferes Muster. Die Mengen gehen zurück, doch der Wert steigt. Bis 2029 sollen Premiumweine in China um 10 % wachsen, und Italien dürfte mit einem Plus von 2,5 % an diesem Ausbau teilhaben – gestützt von Schaumweinen und Moscato d’Asti. Südkorea zeigt ähnliche Dynamiken, auch wenn italienischer Wein dort weiterhin nur begrenzt vertreten ist und lediglich 6 % des Premiumsegments ausmacht.
In Lateinamerika entwickeln sich Mexiko und Brasilien zu neuen Wachstumspfaden. In Mexiko legen Rotweine schneller zu als der Marktdurchschnitt; das prognostizierte Wachstum liegt bei 15 %. In Brasilien helfen niedrigere Zölle importierten Weinen dabei, im Wettbewerb mit älteren etablierten Marken besser zu bestehen und Raum für gefragtere Flaschen zu schaffen.
Die Analyse hebt zudem neuere Märkte in Südostasien und Südasien hervor, darunter Thailand, Vietnam, die Philippinen und Indien. Diese Länder sind im Vergleich zu Europa oder Nordamerika noch klein, wachsen aber schnell. Indien fällt mit einem prognostizierten Wachstum von 76 % besonders auf – getrieben von jüngeren Verbrauchern, Cocktailkultur und einem wachsenden Interesse an Wein selbst. Auch dort dürfte Schaumwein die Nachfrage anführen, wenngleich auch weiße und rote Stillweine noch Spielraum für Expansion haben.
Für italienische Produzenten lautet die Botschaft der Prognose: Künftiges Exportwachstum wird weniger davon abhängen, mehr Flaschen zu verkaufen, als vielmehr bessere Flaschen – in Märkten, in denen Verbraucher bereit sind, für Herkunft, Stil und Markenbekanntheit zu zahlen.
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