EU warnt: Trockenheit erhöht den Erntedruck in Süddeutschland

19.05.2026

Seit März ist die Bodenfeuchte unter den Durchschnitt gefallen und setzt Winterkulturen mit fortschreitender Vegetationsperiode unter Druck

Das Gemeinsame Forschungszentrum der Europäischen Kommission teilte am Montag mit, dass die Bedingungen für die Feldfrüchte in Europa insgesamt weiterhin günstig seien, warnte jedoch davor, dass unterdurchschnittliche Niederschläge seit März die Bodenfeuchte in Teilen Süd- und Südwestdeutschlands verringert hätten und mit fortschreitender Vegetationsperiode das Risiko von Wasserstress erhöhten.

In seinem jüngsten MARS-Bulletin erklärte der Forschungsarm der Europäischen Union, Winterkulturen entwickelten sich insgesamt gut und die Frühjahrsaussaat stehe in vielen Regionen kurz vor dem Abschluss. Zugleich hieß es, anhaltende Niederschlagsdefizite in Mittel-, Ost- und Nordeuropa hätten den Biomasseaufbau gebremst und einige Flächen unter Druck gesetzt. In Deutschland konzentriert sich die Sorge auf den Süden und Südwesten, wo die Niederschläge seit mehreren Wochen unter dem Normalwert liegen.

Das Bulletin teilte mit, jüngste Regenfälle hätten in einigen Gebieten nur teilweise Entlastung gebracht, und für Teile Mittel- und Südosteuropas werde weiteres nasses Wetter erwartet. Dennoch müssten die Bestände in mehreren Regionen weiter genau beobachtet werden, insbesondere dort, wo sich seit dem frühen Frühjahr Bodenfeuchtedefizite aufgebaut haben.

Das JRC erklärte, die Ertragsprognosen seien in diesem Monat leicht nach unten korrigiert worden, um diesen einschränkenden Bedingungen Rechnung zu tragen; sie lägen jedoch weiterhin weitgehend im Rahmen des Fünfjahresdurchschnitts oder darüber. Für Deutschlands Landwirte bedeutet das: Die Aussichten sind weiterhin tragfähig, hängen aber zunehmend vom Niederschlag ab – zu einem Zeitpunkt, an dem die Kulturen in Entwicklungsphasen eintreten, die empfindlich auf Feuchtigkeitsmangel reagieren können.

Der Bericht merkte zudem an, dass Spätfrostereignisse regional Raps in Teilen Mittel- und Osteuropas beeinträchtigt haben könnten, während kühles und nasses Wetter die Frühjahrsaussaat in Südosteuropa und der Türkei verzögert habe. In Ostrumänien und Bulgarien wurde die Aussaat von Mais und Sonnenblumen durch nasse Felder gebremst, was die Kulturen später im Sommer anfälliger machen könnte, falls die Hitze rasch zurückkehrt.

Für Deutschland bleibt das Hauptproblem die Kombination aus trockenem Wetter seit März und sinkender Bodenfeuchte. Das Bulletin sagte, diese Bedingungen hätten Sorgen über aufkommenden Wasserstress in Südost- und Südwestdeutschland sowie in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Kroatien und Ungarn ausgelöst. Die jüngsten Niederschläge brachten zwar etwas Entlastung, reichten aber nicht aus, um die Notwendigkeit einer weiteren Beobachtung zu beseitigen.

Das JRC erklärte, seine Bewertung stütze sich auf aktualisierte Agrardaten zur Beobachtung der Bestandsentwicklung und zur Ertragsprognose in ganz Europa. Das Bulletin soll Landwirten, Agronomen und politischen Entscheidungsträgern helfen, ihre Entscheidungen zum Feldmanagement an wechselnde Wetterlagen von Woche zu Woche anzupassen.