Wienerwald kürt seine besten nachhaltigen Weine

05.05.2026

Das UNESCO-Biosphärenreservat zeichnete Produzenten aus Niederösterreich und Wien nach einer Blindverkostung von 119 Weinen aus.

Das UNESCO-Biosphärenreservat Wienerwald hat seine besten nachhaltigen Weine für 2026 gekürt, nachdem bei einer Blindverkostung 119 Weine und 18 Traubensäfte von 20 Weingütern aus der Region angetreten waren. Die am 20. April in Tullnerbach bei Wien verliehenen und am Montag bekanntgegebenen Auszeichnungen würdigen Produzenten in Niederösterreich und Wien, die strenge Umweltstandards erfüllen, darunter zertifizierten Bio-Anbau, die Teilnahme am österreichischen Programm für herbizidfreien Weinbau oder eine Zertifizierung nach Nachhaltig Austria.

Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Andreas Weiß, der Leiter des Biosphärenreservats, überreichten die Ehrungen unter dem Label „DER WEIN 2026“. Der Wettbewerb soll Weine hervorheben, die Qualität, regionale Identität und verantwortungsvolle Produktion in einer der sichtbarsten Weinlandschaften Österreichs verbinden.

Die Siegerweine spiegeln die Bandbreite der drei Weinbaugebiete des Wienerwalds wider: Wagram, Thermenregion und Wien. Die Veranstalter erklärten, die Einreichungen zeigten, wie eng die Weinproduktion mit der Kulturlandschaft der Region verbunden sei, in der die Weingärten Teil des geschützten Biosphärenreservats sind und dazu beitragen, Lebensräume seltener Arten zu erhalten.

Erstmals wurden heuer auch alkoholfreie Produkte in breiterem Umfang berücksichtigt; Traubensäfte und Verjus kamen zur Verkostung hinzu. Die Veranstalter sagten, dieser Schritt spiegele einen klaren Wandel in der Nachfrage wider, vor allem bei jüngeren Konsumenten, die häufiger zu alkoholfreien Getränken greifen. Die Aufnahme dieser Produkte habe lokalen Erzeugern zudem die Möglichkeit gegeben zu zeigen, dass regionale Getränke auch ohne Alkohol bei Geschmack und Qualität mithalten können.

Zu den Kategoriesiegern zählt das Johannes Müller Stadtweingut in Wien-Döbling, das mit seinem Pinot Brut 2023 die Kategorie Schaumwein gewann. Weinbau Barbach in Perchtoldsdorf siegte mit seinem Rosé 2025 in der Kategorie Rosé. Bei den weißen Klassikern wurde das Weingut Stift Klosterneuburg für seinen Gewürztraminer 2025 ausgezeichnet. Das Bio-Weingut Frühwirth in Teesdorf gewann mit Rotgipfler Selection Ried am Tiefenweg DAC 2024 in der Kategorie kräftiger Weißwein und Reserve. Der Titel in der Kategorie Rotwein ging an das Weingut Familie Auer in Tattendorf für Pinot Noir Ried Rosenberg Pfaffstätten 2022. Weinbau Karl Wölflinger in Perchtoldsdorf gewann mit Riesling Auslese 2023 in der Kategorie Süßwein, und Wein & Heuriger Pferschy-Seper in Mödling holte mit Gelber Muskateller Traubensaft den Sieg in der Kategorie Traubensaft.

Die Preisspanne der Siegerweine liegt laut Veranstaltern ab Hof zwischen 8,50 Euro und 42,50 Euro pro Flasche.

Sieben Weingüter wurden zudem als Top-Weinbetriebe für 2026 genannt, weil sie mindestens drei Weine eingereicht hatten, die Spitzenbewertungen erhielten. Dazu zählen Weinbau Barbach in Perchtoldsdorf; Weinbau Beranek in Wien-Rodaun; Bio-Weingut Frühwirth in Teesdorf; Wein & Heuriger Pferschy-Seper in Mödling; Schaflerhof in Traiskirchen; Weingut Stift Klosterneuburg in Klosterneuburg; und Weinbau Zechmeister in Perchtoldsdorf.

Um den Gewinnern mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, habe das Biosphärenreservat kurze Videos über die Kategoriesieger und Top-Weingüter für soziale Medien produziert, hieß es. Weiß sagte, Ziel sei es gewesen, die ausgezeichneten Produzenten einem breiteren Publikum vorzustellen und das Interesse an einem regionalen Weinbau zu fördern, der sowohl umweltverträglich als auch wirtschaftlich tragfähig ist.

Jedes Siegerweingut erhält außerdem eine Patenschaft für eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart, die auf seinem Gelände vorkommt. Das Biosphärenreservat erklärte, diese Partnerschaften sollten unterstreichen, wie nachhaltige Bewirtschaftung von Weingärten zum Schutz der Biodiversität und zum Erhalt wertvoller Lebensräume bedrohter Arten beiträgt.

Die Weingärten des Wienerwalds sind seit Langem ein wesentlicher Grund dafür, dass das Gebiet den Status eines UNESCO-Biosphärenreservats erhielt. Wie Verantwortliche erklärten, sorgen günstige klimatische Bedingungen, gute Böden und Generationen von Erfahrung im Weinbau dort jedes Jahr weiterhin für hochwertige Trauben – bei zugleich erhaltenen Weinlandschaften.