Italian Wine Brands gewinnt Marktanteile trotz schwächerer Exporte

28.04.2026

Die italienische Weingruppe erklärte, höhere Flaschenverkäufe und eine Verlagerung hin zu Premium-Labels hätten den breiteren Brancheneinbruch teilweise ausgeglichen.

Die italienischen Weinausfuhren gingen 2025 um 3,7% zurück, doch Italian Wine Brands erklärte, dass der Abschwung zugleich Chancen für Unternehmen eröffnet, die bei Preisgestaltung, Produktmix und neuen Märkten schneller reagieren können.

Das Unternehmen, eine der größten Weingruppen Italiens, meldete für 2025 einen Umsatz von 395 Millionen Euro über mehr als 70 Labels. Die Flaschenverkäufe stiegen gegenüber 2024 um 3,65%, obwohl der Umsatz um 1,5% nachgab – ein Zeichen dafür, dass niedrigere Preise auf die Branche drücken. Alessandro Mutinelli, der Vorstandschef, sagte, die Zahlen zeigten, dass die Gruppe in einem schwierigen Markt Marktanteile gewinne.

Mehr als 80% des Umsatzes von Italian Wine Brands entfallen weiterhin auf das Exportgeschäft. 2025 legten die Exportverkäufe um 0,5% zu und lagen damit über dem Branchendurchschnitt, der unter einer schwächeren Nachfrage in wichtigen Märkten litt. Großbritannien blieb der größte Auslandsmarkt des Unternehmens, während Afrika und Osteuropa angesichts steigender Einkommen und einer Verschiebung der Nachfrage hin zu höherwertigen Weinen als interessante Regionen an Bedeutung gewinnen.

Auch die italienische Weinbranche insgesamt kämpft mit einem erheblichen Angebotsüberhang. Unione Italiana Vini schätzt, dass rund 61 Millionen Hektoliter Wein auf Lager liegen – ein Niveau, das Preise und Absatzmengen unter Druck setzt. Dieser Überschuss hat mehr Erzeuger dazu veranlasst, sich auf höherwertige Flaschen zu konzentrieren, statt nur über die Menge zu konkurrieren.

Ein weiterer Belastungsfaktor sind die Kosten. Nachdem sie sich 2025 etwas entspannt hatten, rücken die Preise für Rohstoffe wie Glas und Aluminium wieder stärker in den Fokus. Die Glaspreise waren bereits 2023 um 80% gestiegen; erneute geopolitische Spannungen könnten den Inflationsdruck bei Verpackung und Transport zusätzlich erhöhen.

Gleichzeitig gewinnen alkoholreduzierte und alkoholfreie Weine vor allem in Mittel- und Nordeuropa langsam an Boden. Die Kategorie ist zwar noch klein, doch Mutinelli sagte, sie ziehe neue Verbraucher an und könne einen ähnlichen Weg nehmen wie Bier, wo alkoholfreie Produkte inzwischen rund 7%-8% des Marktes ausmachen.

Nach einem Jahrzehnt von Übernahmen, das den Umsatz verdreifacht hat, richtet Italian Wine Brands den Fokus nun stärker auf Premium-Positionierung und einen höheren Markenwert aus, um sich an langsamere Exporte und veränderte Trinkgewohnheiten anzupassen.