Sächsische Winzer zünden Feuer, um Reben zu retten

20.04.2026

Meteorologen warnten, dass eine späte Kältewelle im Elbtal mehr als 100.000 Reben schädigen könnte.

Winzer im sächsischen Elbtal zünden in dieser Woche Hunderte kleiner Feuer in den Weinbergen an, nachdem Meteorologen vor einer späten Kältewelle gewarnt haben, die mehr als 100.000 Reben schädigen könnte.

Das Staatsweingut Wackerbarth teilte mit, es plane, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in acht Weinbergen und Jungpflanzungen kontrollierte Frostschutzfeuer zu entzünden; für Sachsen werden dann Temperaturen von bis zu minus 3 Grad Celsius erwartet. Nach Angaben des Weinguts gilt rund ein Drittel der Rebfläche als frostgefährdet.

Die Maßnahme folgt auf einen Spätfrost im Frühjahr vor zwei Jahren, der der Weinwirtschaft in der Region erhebliche Verluste bescherte. 2024 erntete Schloss Wackerbarth nur etwa 25 Prozent einer normalen Ernte. Damals stellte der Freistaat Sachsen finanzielle Hilfen für vom Schaden betroffene Wein- und Obstbauern bereit.

Spätfrost ist in Deutschlands Weinregionen eine wiederkehrende Gefahr, weil die Reben schon früh im Jahr austreiben können und die jungen Triebe damit plötzlichen Temperaturstürzen ausgesetzt sind. In Radebeul bei Dresden, wo Wackerbarth seinen Sitz hat, bereiteten Mitarbeiter die Frostkerzen vor, während Wetterexperten vor einer weiteren kalten Nacht warnten.

Der Deutsche Wetterdienst erklärte, die nach Sachsen einströmende Kaltluft könne Bedingungen mit sich bringen, die exponierte Weinbergslagen gefährden, insbesondere tiefer gelegene Flächen und Jungpflanzungen. Das Weingut sagte, mehrere hundert kleine, kontrollierte Feuer würden eingesetzt, um die Temperaturen rund um die Reben über dem Gefrierpunkt zu halten.