24.04.2026
Die neuen Anti-Greenwashing-Regeln der Europäischen Union werden voraussichtlich verändern, wie Weinproduzenten Nachhaltigkeit auf Etiketten, Websites und in Marketingmaterialien darstellen. Unternehmen drohen Strafen von bis zu 4 % des Jahresumsatzes, wenn Umweltangaben nicht durch zertifizierte Nachweise belegt werden können.
Die Richtlinie mit dem Namen Empowering consumers for the green transition, kurz EmpCo, trat am 26. März 2024 in Kraft und wird ab September 2026 verbindlich. Sie war am 13. April in Verona zentrales Thema einer Vinitaly-Diskussion mit dem Titel „Communicating the sustainability of wine: time for clarity“, organisiert von Equalitas gemeinsam mit Legambiente und FederBio.
Nach den neuen Regeln dürfen allgemeine Begriffe wie green, eco-friendly, carbon neutral und natural nur verwendet werden, wenn sie durch überprüfbare Belege gestützt sind. Die Richtlinie verlangt zudem, dass Etiketten von akkreditierten Zertifizierungsstellen Dritter validiert werden. Dieser Standard gilt nicht nur für schriftliche Aussagen, sondern auch für Bilder, Farben und Slogans, die eine Umweltbotschaft vermitteln.
Die Regeln gehen über die Verpackung hinaus. Die Europäische Kommission erklärte, irreführende Kommunikation könne auch Werbematerialien und Websites umfassen, wodurch sich der Prüfungsrahmen für die Aufsichtsbehörden erweitert. Für Weinproduzenten bedeutet das, dass Nachhaltigkeitskommunikation über alle Kanäle hinweg präziser und dokumentiert sein muss.
Der Schritt folgt auf eine Überprüfung der Europäischen Kommission, der zufolge mehr als 53 % der geprüften Umweltangaben im Markt vage waren und 40 % keine überprüfbaren Belege hatten. Der Agrar- und Lebensmittelsektor belegte in dieser Analyse weltweit den zweiten Platz bei Greenwashing-Vorfällen.
Die Weinbranche stützt sich seit Langem auf eine breite Palette von Nachhaltigkeitsstandards; weltweit sind mehr als 80 Systeme im Einsatz, von California Sustainable Winegrowing und Napa Green bis Terra Vitis und South Africa’s Integrated Production of Wine. Viele dieser Standards decken jedoch nur einen Teil der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Erzeugers ab, und nur einige verfügen über ein eingetragenes Gütesiegel oder ein strukturiertes Verifizierungssystem.
Für Produzenten, die ihre Marke ohne formale Zertifizierung auf Begriffe wie natural oder ecological aufgebaut haben, könnte der neue Rahmen vor der Frist im September 2026 tiefgreifende Änderungen bei Kennzeichnung und Kommunikation erzwingen.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: info@vinetur.com | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien