Kalifornischer Gesetzentwurf will strengere Regeln für amerikanische Weinetiketten

21.04.2026

Befürworter sagen, der Vorstoß würde verlangen, dass als „American“ gekennzeichnete Weine ausschließlich aus in den USA angebauten Trauben hergestellt werden.

Kalifornische Abgeordnete wollen die erste öffentliche Anhörung zu einem Gesetzentwurf abhalten, der die Regeln für als „American“ vermarktete Weine verschärfen würde. Hinter dem Vorstoß stehen zwei große Branchenverbände, die argumentieren, dass das Etikett nur dann verwendet werden sollte, wenn der Wein vollständig aus in den USA angebauten Trauben hergestellt wurde.

Die Anhörung zu AB 1585, bekannt als American Wine Truth in Labeling bill, ist für Mittwochmittag vor dem Assembly Governmental Organization Committee in Sacramento angesetzt. Eingebracht wurde der Entwurf von den Abgeordneten Connolly und Ransom; unterstützt wird er von der California Association of Winegrape Growers und Family Winemakers of California. Beide Verbände sagen, damit werde die bundesweite Bezeichnung „American“ an Kaliforniens seit Langem geltenden Standard für als „California“ etikettierte Weine angeglichen.

Nach dem Gesetzentwurf müsste jeder Wein mit einem „American“-Etikett zu 100 % aus in den USA angebauten Weintrauben hergestellt sein. Befürworter argumentieren, Verbraucher sollten keine Herkunftsbezeichnung sehen, wenn die Trauben nicht in den Vereinigten Staaten gewachsen sind; zudem werde die Änderung für mehr Klarheit im Markt sorgen.

Die Anhörung findet vor dem Hintergrund statt, dass Kaliforniens Weinbranche unter veränderten Verbrauchernachfragen, höheren Kosten und einem schwierigen Marktumfeld für viele Erzeuger und Weingüter steht. Die beiden hinter dem Gesetzentwurf stehenden Branchenverbände teilten mit, über ihre Kampagne seien fast 300 Unterstützerschreiben eingereicht worden; Rückhalt komme von Weingütern, Erzeugern und Branchenpartnern im ganzen Bundesstaat – von Temecula in Südkalifornien bis Mendocino an der North Coast.

Der Vorschlag wird außerdem von 19 regionalen Wein- und Traubenverbänden sowie 11 Mitgliedern der kalifornischen Legislative unterstützt, die sich als Mitautoren eingetragen haben. Branchenvertreter sagten, die Anhörung am Mittwoch sei nur der erste Schritt in einem voraussichtlich langwierigen Gesetzgebungsverfahren, das sich bis August hinziehen könnte.

Die Ausschusssitzung soll um 13:30 Uhr in der 1021 O Street, Room 1100, in Sacramento beginnen und wird auch online über die Website der Assembly übertragen. Wortmeldungen aus dem Publikum sind auf Sprecher beschränkt, die ihren Namen, ihre Stadt und ihre Unterstützung für AB 1585 nennen; längere Stellungnahmen sind nicht zulässig. Schriftliche Stellungnahmen, die im Vorfeld eingereicht werden, sollen im Ausschussverfahren nach Angaben der den Entwurf unterstützenden Gruppen stärker gewichtet werden.

Kalifornien wendet bereits einen strengen Standard für als „California“ etikettierte Weine an: Sie müssen vollständig aus im Bundesstaat angebauten Trauben hergestellt sein. Befürworter von AB 1585 sagen, sie wollten eine ähnliche Regel für „American“-Weine, damit die Etiketten widerspiegeln, wo die Früchte gewachsen sind, statt Raum für weiter gefasste Auslegungen zu lassen, die auch importierte Trauben oder Verschnitte einschließen können, die nicht vollständig aus US-Weinbergen stammen.

Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Kennzeichnungsregeln für Weingüter ein sensibles Thema bleiben – angesichts des Spagats zwischen Marketing, Verbrauchervertrauen und den Realitäten der Lieferkette. Für Erzeuger, insbesondere jene, die in den vergangenen Jahren eine Verschärfung der Wirtschaftlichkeit im Weinberg erlebt haben, könnte klarere Kennzeichnung nach Ansicht der Befürworter dazu beitragen, die Nachfrage nach heimischen Trauben zu stützen und das Vertrauen in die amerikanische Weinproduktion zu stärken.