Cult Wine Investment meldet stärkeren Handel nach schwierigem Jahr 2024

15.04.2026

Der Fine-Wine-Marktplatz teilte mit, dass der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 97% gestiegen sei, da die Käufer zurückkehrten.

Cult Wine erklärte, das Geschäft habe sich nach einem schwierigen Jahr 2024 allmählich stabilisiert. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen stärkeren Handel, obwohl die zuletzt eingereichten Abschlüsse für das am 31. Dezember 2024 endende Jahr einen Vorsteuerverlust von £5 million auswiesen.

Tom Gearing, der Chief Executive, sagte, die Trendwende sei bereits in den Zahlen sichtbar. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 sei gegenüber dem Vorquartal um 97% und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 68% gestiegen; damit sei es das stärkste Quartal in der Unternehmensgeschichte gewesen. Der Februar sei der bislang umsatzstärkste Monat gewesen, doch der März habe ihn übertroffen, sodass Cult Wine nun drei Monate in Folge ein Wachstum gegenüber dem Vormonat verzeichnet habe.

Die Verbesserung folgt auf ein Jahr, in dem das Unternehmen die Kosten deutlich senkte und die Belegschaft von rund 65 Vollzeitkräften auf 35 reduzierte. Nach Angaben des Unternehmens sanken die Personalkosten um 44%, die gesamten Betriebsausgaben um 40%; bis Ende 2024 ergaben sich daraus jährliche Einsparungen von rund £4.5 million. Die Direktoren erklärten, diese Maßnahmen hätten das Unternehmen „schlanker“ gemacht und besser für Wachstum positioniert, da sich der Fine-Wine-Markt verbessert habe.

Aus den bei Companies House eingereichten Abschlüssen ging hervor, dass der Umsatz 2024 um 43% zurückging und die Nettoverbindlichkeiten von £17.1 million im Vorjahr auf £21.6 million stiegen. Der Verlust war dennoch eine Verbesserung gegenüber dem Vorsteuerverlust von £6.4 million im Jahr 2023. Das Unternehmen bezeichnete 2024 als „ein Jahr der Erholung und Neupositionierung“ und sagte, es habe trotz „anhaltender makroökonomischer Unsicherheit“ und eines schwierigen Marktes für Fine Wine „entscheidende Schritte“ unternommen, um das Geschäft zu stärken.

Gearing sagte, die Handelsdaten des Unternehmens zu Beginn des Jahres 2026 deuteten darauf hin, dass die Käufer zurückkehrten. Die Sell-Side-Aktivität auf CultX, der Marktplatzplattform des Unternehmens, habe sich im Vergleich zum vierten Quartal 2025 verdreifacht; zugleich habe die Rate zurückkehrender Käufer im März bei 80% gelegen. Zudem seien 87% des gesamten All-time Gross Merchandise Value auf der Plattform auf Wiederkäufer entfallen – ein Zeichen dafür, dass bestehende Kunden weiterhin aktiv seien, während neue hinzukämen.

Der Gross Merchandise Value, kurz GMV, sei seit Ende 2024 um 180% gestiegen, sagte Gearing; dies spiegele ein größeres Volumen an Wein wider, das über die Plattform den Besitzer wechsle. Im Februar 2026 hätten sich mehr als doppelt so viele neue Nutzer registriert wie im November 2025; damit sei das Tempo des Neukundenwachstums seit dem Start von CultX so hoch wie nie zuvor gewesen. Rund 57% der auf der Plattform gelisteten Weine hätten derzeit aktive Gebote, sagte er; bei 2.760 Weinen gebe es Käuferinteresse, und bei 44% der aktiven Märkte konkurrierten mehrere Käufer um dieselbe Flasche.

Das Unternehmen hat zudem seine Technologie-Tools ausgebaut. Eine jüngste Neuerung ist das KI-gestützte Etikettenscanning: Nutzer können ein Smartphone auf eine Flasche richten und erhalten innerhalb von Sekunden Live-Marktdaten, darunter Preis, Gebote und Angebote, Handelshistorie und Kritikerbewertungen. Weitere Funktionen sind Unterstützung für mehrere Währungen und internationale Lieferung nach Hongkong, Singapur, Großbritannien und in die USA sowie ein Live-Feed jüngster Transaktionen und eine „Sell Now“-Liste, die Weine hervorhebt, bei denen aktuelle Gebote zum Marktpreis oder darüber liegen.

Cult Wine hat außerdem erstmals historische Preisdaten auch für nicht registrierte Besucher geöffnet. Gäste können nun ohne Kontoerstellung die Preisentwicklung eines Weins über zwölf Monate einsehen; registrierte Nutzer haben Zugriff auf die vollständige Handelshistorie und Preisgrafiken mit Daten von bis zu zwölf Jahren zurück.

Gearing sagte, es habe Sinn ergeben, diese Hürde abzubauen, da die Käufer mit der Rückkehr an den Markt auch die Preisfindung nach drei Jahren der Korrektur wieder besser funktioniere. Die jüngsten Zahlen deuteten auf einen gesünderen Zwei-Seiten-Handel statt auf Notverkäufe hin; steigende Nachfrage treffe auf eine aktivere Angebotsseite auf der Plattform.