06.04.2026
Eine kürzlich von MCO Report in Zusammenarbeit mit Selvitys durchgeführte Umfrage hat erhebliche Veränderungen in den Weinkonsumgewohnheiten in Italien aufgezeigt. Die Studie, die im März 2026 bei einer repräsentativen Stichprobe von 1.000 Italienern durchgeführt wurde, macht deutlich, dass die verschiedenen Gruppen je nach Geschlecht, Alter, Region und Einkommen sehr unterschiedlich mit Wein umgehen.
Die Daten zeigen, dass italienische Männer viel häufiger Wein trinken als Frauen. Während 26 % der Frauen überhaupt keinen Wein trinken, verzichten nur 11 % der Männer darauf. Auch der tägliche Konsum ist bei den Männern höher: 21 % geben an, jeden Tag Wein zu trinken, gegenüber nur 11 % der Frauen. Was die Menge anbelangt, so trinken 44 % der Männer drei oder mehr Gläser pro Woche, während nur 30 % der Frauen dies ebenfalls tun.
Frauen assoziieren Wein eher mit gesellschaftlichen Anlässen. Etwa 22 % der weiblichen Befragten gaben an, dass sie Wein hauptsächlich bei Zusammenkünften zu Hause trinken, während 21 % ihn zu den Mahlzeiten konsumieren. Dies stellt eine Abkehr vom traditionellen italienischen Modell dar, bei dem der Wein ein täglicher Begleiter bei Tisch war. Zur Unterstützung dieses Trends zeigen die ISTAT-Daten, dass der Weinkonsum außerhalb der Mahlzeiten in den letzten 25 Jahren von 23,8 % auf 33,4 % gestiegen ist. Bei den Männern hingegen ist der Weinkonsum zu den Mahlzeiten mit 33 % nach wie vor der wichtigste Kontext.
Auch zwischen den Generationen gibt es deutliche Unterschiede. Bei den jüngeren Italienern ist Rotwein nicht mehr die erste Wahl. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil der Rotweine bei 39 %, während Rosé- und Schaumweine zusammen 28 % erreichen und damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt für Schaumweine von 8 % liegen. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hat der Weißwein den Rotwein überholt: 40 % bevorzugen Weißwein gegenüber 33 % für Rotwein. Bei den über 65-Jährigen dominiert der Rotwein mit einer Präferenzrate von 60 %, während der Weißwein mit 25 % zurückbleibt. Die Vorliebe für Rotwein nimmt mit dem Alter stetig zu: bei den 35- bis 44-Jährigen liegt sie bei 54 % und steigt bei den 55- bis 64-Jährigen auf 56 %.
Für die jüngeren Italiener ist Wein zunehmend ein Getränk für Aperitifs und gesellschaftliche Anlässe und nicht mehr ein tägliches Grundnahrungsmittel zu den Mahlzeiten. Dieser Trend wird durch die Ergebnisse des XI Forum Wine Monitor von Nomisma bestätigt.
Auch die regionalen Unterschiede sind ausgeprägt. Die Toskana ist führend beim täglichen Konsum: 29 % der Einwohner trinken täglich Wein, fast doppelt so viel wie der nationale Durchschnitt von 16 %. Die Region zeigt auch eine starke Vorliebe für Rotwein (56 %). Latium ist die einzige größere Region, in der Weißwein beliebter ist als Rotwein (45 % gegenüber 40 %). Sardinien ist unter den südlichen Regionen die einzige Region, in der Weißwein gegenüber Rotwein bevorzugt wird (40 % gegenüber 36 %), was lokale Traditionen widerspiegelt, die sich von allgemeineren geografischen Mustern unterscheiden.
In Venetien, das weltweit für die Prosecco-Produktion bekannt ist, wählen nur 11 % der Einheimischen Schaumweine als ihre Lieblingsweine; Rotweine bleiben mit 46 % dominant. Dies deutet darauf hin, dass ein Großteil der Schaumweinproduktion Venetiens für den Export oder für besondere Anlässe bestimmt ist und nicht für den täglichen Konsum vor Ort.
Der ISTAT-Jahresbericht bestätigt, dass die zentralen und nördlichen Regionen bei allen Trinkgewohnheiten einen höheren Weinkonsum aufweisen als die südlichen Regionen.
Auch das Einkommen spielt eine Rolle dabei, wie viel und wo die Italiener Wein trinken. Von denjenigen, die mehr als 3 500 Euro im Monat verdienen, trinken 23 % sechs oder mehr Gläser pro Woche; bei denjenigen, die weniger als 1 500 Euro im Monat verdienen, sinkt diese Zahl unter 10 %. Besserverdienende trinken auch häufiger außer Haus: Der Restaurantkonsum steigt von etwa 12-14 % in den unteren Einkommensklassen auf 20 % bei denjenigen, die 3.500 bis 4.000 € im Monat verdienen. Auch der Aperitifkonsum erreicht in dieser Gruppe mit 19 % einen Höchststand.
Trotz dieser Unterschiede in Bezug auf Häufigkeit und Kontext bleiben die Ausgaben für einzelne Flaschen in allen Einkommensschichten relativ bescheiden. Selbst unter denjenigen, die mehr als 4 000 € im Monat verdienen, geben 55 % nicht mehr als 10 € pro Flasche aus und nur etwa 10 % zahlen mehr als 20 €. Dies deutet darauf hin, dass die Italiener unabhängig von ihrem Einkommen eine kulturelle Präferenz für erschwingliche Weine haben.
Italien ist nach wie vor weltweit führend bei den Weinexporten und steht mit Ausfuhren im Wert von 8,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 an zweiter Stelle. Diese neuen Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich die Einstellung der Italiener zum Wein rasch verändert und einen breiteren gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt, der die Beziehung der Italiener zu einem ihrer bekanntesten Produkte beeinflusst. Zu den Datenquellen gehören die exklusive Umfrage des MCO-Reports sowie offizielle Statistiken aus dem Jahresbericht des ISTAT (2025) und dem XI Forum Wine Monitor von Nomisma (Februar 2025).
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: info@vinetur.com | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien