Top 10 der weltweiten Weinproduzenten

19.05.2026

Die weltweite Weinproduktion legte gegenüber 2024 leicht zu, blieb nach Jahren wetterbedingter Rückgänge jedoch deutlich unter dem jüngsten Durchschnitt

Die globale Weinbranche ist mit anhaltendem Druck in das Jahr 2025 gestartet: Die weltweite Produktion lag trotz einer leichten Erholung gegenüber dem Vorjahr weiterhin deutlich unter dem jüngsten Durchschnitt, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der International Organisation of Vine and Wine hervorgeht.

Die OIV bezifferte die weltweite Weinproduktion ohne Säfte und Moste für 2025 auf schätzungsweise 227 Millionen Hektoliter, ein Plus von 0,6 % gegenüber der historisch schwachen Ernte 2024. Zugleich liege der Wert aber 9,4 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt, so die Organisation. Damit setze sich eine dreijährige Phase niedriger Produktion fort, die von Wetterextremen, Belastungen in den Weinbergen und einer uneinheitlichen Erholung in den großen Weinregionen geprägt sei.

Italien blieb mit geschätzten 44,4 Millionen Hektolitern im Jahr 2025 der größte Produzent der Welt, gefolgt von Frankreich mit 36,1 Millionen und Spanien mit 28,7 Millionen. Die USA lagen mit 20 Millionen Hektolitern auf Platz vier. Zusammen kamen diese vier Länder auf mehr als die Hälfte der weltweiten Produktion.

Der Bericht zeigt, dass Italiens Produktion gegenüber 2024 um 0,7 % gestiegen ist, aber immer noch 4,1 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt lag. Frankreich blieb im Jahresvergleich stabil, lag beim Ausstoß jedoch 15,5 % unter dem Durchschnitt. Spanien verzeichnete einen deutlicheren Rückgang: minus 7,7 % gegenüber 2024 und 16,6 % unter dem Fünfjahreswert.

Unter den weiteren großen Produzenten meldete Australien 11,3 Millionen Hektoliter, ein Plus von 8,8 % gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Südafrika fiel mit einer stärkeren Erholung auf: Der Ausstoß stieg im Jahresvergleich um 16,2 % auf 10,2 Millionen Hektoliter und lag damit 2,8 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch Russland legte zu, ebenso Neuseeland und Brasilien, wenngleich ihre Mengen vergleichsweise gering blieben.

Mehrere traditionelle Weinländer kämpften weiter mit Rückgängen. Chiles Produktion sank auf 8,4 Millionen Hektoliter, fast 10 % weniger als 2024 und 25,9 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch Deutschland und Portugal meldeten Rückgänge im Vergleich zu ihren jüngsten Normwerten. Chinas Ausstoß fiel auf 2,2 Millionen Hektoliter und lag damit bei weniger als der Hälfte des Niveaus von vor fünf Jahren sowie 17,8 % unter dem Wert von 2024.

Die OIV erklärte, die Zahlen verdeutlichten, wie volatil die Weinproduktion in den vergangenen Jahren geworden sei, da Reben in verschiedenen Teilen der Welt zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Vegetationsperiode Hitze, Dürre, Frost und Starkregen ausgesetzt seien. Der jährliche Bericht der Organisation wird von Erzeugern, Händlern und Importeuren aufmerksam verfolgt, weil er Hinweise auf die Versorgungslage für das kommende Marktjahr liefert.

Die Daten zeigten zudem, wie konzentriert die weltweite Produktion trotz der jährlichen Zu- und Abnahmen kleinerer Erzeugerländer weiterhin auf wenige Staaten verteilt ist. Italien allein stand 2025 für fast ein Fünftel der Weltproduktion, Frankreich für 16 % und Spanien für 12,7 %.

Die OIV teilte mit, dass die weltweite Gesamtproduktion im Jahr 2020 bei rund 264 Millionen Hektolitern gelegen habe und in den Folgejahren zurückgegangen sei. Nach einer kurzen Erholung in einigen Regionen sank der Ausstoß 2023 erneut deutlich und fiel auch 2024 weiter zurück, bevor er 2025 leicht anzog.

Für Weingüter und Händler, die in vielen Märkten bereits mit veränderten Nachfragemustern und höheren Kosten zu kämpfen haben, deutet der Bericht auf ein weiteres Jahr hin, in dem das Angebot im Vergleich zu historischen Normen knapp blieb – auch wenn einige Erzeugerländer moderate Zuwächse verbuchen konnten.