27.03.2026
Forscher der Universität Verona entwickeln eine neue Methode zur Überwachung der Weinqualität in versiegelten Flaschen mithilfe der Nahinfrarot-Spektroskopie (NIR). Diese zerstörungsfreie Technologie ermöglicht es Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Industrie, den Zustand des Weins zu beurteilen, ohne die Flasche zu öffnen. Damit wird eine seit langem bestehende Herausforderung im Weinsektor angegangen: die unvorhersehbare Entwicklung des Weins nach der Abfüllung.
Die Weinqualität kann sich während der Lagerung und des Transports erheblich verändern, beeinflusst durch Faktoren wie Temperaturschwankungen, Lichteinwirkung und die Durchlässigkeit von Korkverschlüssen. Diese Variablen sind den Verteilern, Einzelhändlern und Verbrauchern oft unbekannt. Herkömmliche Labormethoden zur Analyse von Wein erfordern das Öffnen der Flasche, wodurch die Probe zerstört wird und es unmöglich ist, jede für den Verkauf oder die Reifung vorgesehene Flasche zu überprüfen.
Bei der in Verona entwickelten NIR-Spektroskopie in der Flasche wird ein breites Spektrum von Infrarotlicht verwendet, um den Wein durch das Glas hindurch zu untersuchen. Dabei wird die Flasche während des Scannens bewegt, um Störungen durch das Glas selbst zu minimieren. Die daraus resultierenden Daten werden mit fortschrittlichen Berechnungsmethoden analysiert, die komplexe Spektralmuster interpretieren, anstatt sich auf einzelne chemische Parameter wie pH-Wert oder Alkoholgehalt zu konzentrieren. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht die Erkennung subtiler Veränderungen im Zusammenhang mit oxidativem Stress, thermischen Schäden oder Photooxidation - Probleme, die die Qualität und Langlebigkeit von Wein beeinträchtigen können.
Eine wichtige Anwendung dieser Technologie ist die Erkennung von Unterschieden zwischen Flaschen innerhalb derselben Charge. Naturkorken sind unterschiedlich sauerstoffdurchlässig, was zu ungleichmäßiger Alterung und Qualität bei Flaschen aus einem einzigen Produktionslauf führen kann. Die NIR-Methode kann Flaschen kennzeichnen, die einer höheren Sauerstoffbelastung oder anderen Formen von Stress ausgesetzt waren, und so Herstellern und Händlern helfen, nicht konforme Einheiten zu isolieren, bevor sie den Verbraucher erreichen.
Vorläufige Ergebnisse von Labortests zeigen, dass dieser Ansatz bei der Erkennung von Flaschen, die durch schlechte Lagerungsbedingungen oder Verschlussschwankungen beeinträchtigt wurden, wirksam ist. Die Forscher haben erfolgreich Weine identifiziert, die während des Transports übermäßiger Hitze- oder Lichteinwirkung ausgesetzt waren, sowie solche, die durch eine uneinheitliche Korkenleistung beeinträchtigt wurden. Diese Ergebnisse sind vor allem für Weine von Bedeutung, die für eine langfristige Lagerung bestimmt sind, da bereits geringe Abweichungen bei den Lagerungsbedingungen erhebliche Auswirkungen auf Geschmack und Aroma haben können.
Das Forschungsteam in Verona arbeitet seit etwa zwei Jahren an diesem Projekt und wird dabei von Industriepartnern wie Diam Bouchage und Vinicola Farina unterstützt. Diese Kooperationen ermöglichen den Zugang zu einer Vielzahl von Proben und bieten praktische Einblicke in die Herausforderungen der Lagerung in der Praxis. Die laufende Doktorandenforschung konzentriert sich auf die Verfeinerung der Fähigkeit der Technik, Photooxidation und andere Formen des qualitativen Verfalls unter verschiedenen Stressszenarien zu erkennen.
Für Händler und Gastronomen bietet diese Technologie ein praktisches Instrument für die Qualitätskontrolle, ohne dass der Lagerbestand darunter leidet. Sie ermöglicht ein schnelles Screening einer großen Anzahl von Flaschen und verringert so das Risiko des Verkaufs von Weinen, die aufgrund unbekannter Lagerungsprobleme verdorben sind. Das Verfahren wird als effizient und kostengünstig im Vergleich zu herkömmlichen zerstörenden Prüfmethoden beschrieben.
Die Einführung der NIR-Spektroskopie in der Flasche könnte einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise markieren, wie die Weinindustrie Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit handhabt. Durch die Bereitstellung detaillierter Informationen über die Geschichte und den aktuellen Zustand jeder Flasche hilft sie, die Informationslücke zwischen Erzeugern und Endverbrauchern zu schließen. Diese Innovation unterstützt eine bessere Entscheidungsfindung bei Weinen, die für die Reifung oder für Premiummärkte bestimmt sind, wo Konsistenz und Herkunft entscheidend sind.
Während die weitere Validierung noch im Gange ist, deuten erste Daten darauf hin, dass die zerstörungsfreie NIR-Analyse das Potenzial hat, die Einheitlichkeit der Chargen zu verbessern, Produktrückrufe zu reduzieren und das Vertrauen der Verbraucher in gealterte Weine zu stärken. Während die Forschung fortgesetzt wird, beobachten die Interessenvertreter der Branche genau, wie diese Technologie in die Standardqualitätskontrollverfahren auf den globalen Weinmärkten integriert werden kann.
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