11.03.2026
Die italienischen Weinexporte schlossen 2025 mit einem Rückgang ab und markieren damit ein schwieriges Jahr für den Sektor nach den Rekordergebnissen von 2024. Nach den heute veröffentlichten Daten von Istat erreichte der Wert der italienischen Weinausfuhren im Jahr 2025 7,7 Mrd. EUR, was einem Rückgang von 3,7 % gegenüber 2024 entspricht. Die ausgeführten Mengen gingen ebenfalls zurück, und zwar um 1,8 % auf 2,1 Milliarden Liter. Der Rückgang betraf sowohl Still- als auch Schaumweine, wobei Schaumweine mengenmäßig etwas besser abschnitten und 553,2 Millionen Liter (+0,68 %) erreichten, wertmäßig jedoch auf 2,3 Milliarden Euro (-2,5 %) zurückgingen.
Mehrere Faktoren trugen zu diesem negativen Ergebnis bei. In den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Markt für italienischen Wein, kam es aufgrund neuer Zölle, eines schwächeren Dollars, eines rückläufigen Verbrauchs und der Konkurrenz durch neue Getränke zu einem starken Rückgang. Im Jahr 2025 beliefen sich die US-Importe von italienischem Wein auf 1,75 Milliarden Euro (-9,1 %) und 339,5 Millionen Liter (-6,2 %). In Europa blieb Deutschland der wichtigste Markt für italienischen Wein mit einem stabilen Wert von 1,14 Milliarden Euro (+0,5 %), aber das Volumen sank auf 474 Millionen Liter (-3,2 %). Das Vereinigte Königreich verzeichnete ebenfalls negative Ergebnisse und schloss das Jahr mit 816,8 Millionen Euro (-3,8%) und 254,7 Millionen Litern (-2,3%) ab.
Kanada lag an vierter Stelle der Exportdestinationen und importierte 2025 italienischen Wein im Wert von 420,7 Millionen Euro (-5,8%), obwohl die Mengen auf fast 75 Millionen Liter (+1,9%) anstiegen. Die Schweiz fiel zum ersten Mal seit Jahren unter die 400-Millionen-Euro-Marke und importierte 393,2 Millionen Euro (-4,2%) und 64,4 Millionen Liter (-5,1%). Eine positive Ausnahme unter den großen Märkten bildete Frankreich, das seine Einfuhren auf 309,7 Mio. € (+3,4 %) steigerte und fast 96 Mio. Liter (+6,8 %) erreichte.
Die Niederlande verzeichneten mit 259,6 Millionen Euro (+5,5 %) ebenfalls ein Wachstum, während Belgien einen Rückgang auf 217,2 Millionen Euro (-6,2 %) hinnehmen musste. Russland beendete das Jahr mit 207,4 Mio. €, was einem deutlichen Rückgang von 16 % entspricht, obwohl die Käufe in der zweiten Jahreshälfte zunahmen.
Schweden war ein weiterer Lichtblick mit einem Anstieg der Einfuhren auf 187,5 Millionen Euro (+5,2 %). Die asiatischen Märkte hatten jedoch weiterhin zu kämpfen: Japan verzeichnete einen Rückgang auf 176,4 Millionen Euro (-4,1 %), China einen Einbruch auf 66,9 Millionen Euro (-25,1 %), Südkorea einen Rückgang auf 49,3 Millionen Euro (-2,3 %) und Hongkong einen leichten Rückgang auf 22,1 Millionen Euro (-0,6 %).
In Südamerika setzte Brasilien sein stetiges Wachstum als aufstrebender Markt für italienischen Wein fort und erreichte einen Wert von 42,8 Millionen Euro (+3,7 %). Indien bleibt ein kleiner, aber wachsender Markt mit 2,7 Millionen Euro (+5,6 %), nachdem kürzlich Handelsabkommen mit Europa geschlossen wurden.
Australien importierte im Jahr 2025 italienischen Wein im Wert von 71 Millionen Euro, was einem Rückgang von 1,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Insgesamt büßten die italienischen Weinexporte im Vergleich zu 2024 rund 300 Millionen Euro an Wert ein, wobei die Verschiffungen weltweit um 22,6 Millionen Liter zurückgingen.
Auf regionaler Ebene behauptete Venetien seine Position als Italiens führende Exportregion mit Ausfuhren im Wert von 2,92 Milliarden Euro im Jahr 2025 (-1,2 %), die dank Weinen wie Prosecco und Valpolicella-Rotweinen wertmäßig 36,7 % der nationalen Ausfuhren ausmachen.
Es folgt die Toskana mit 1,17 Mrd. EUR (-2 %), was 14,8 % der Gesamtausfuhren entspricht und unter anderem auf Chianti Classico und Brunello di Montalcino zurückzuführen ist.
Das Piemont lag mit 1,15 Mrd. EUR (-2,2 %) dicht dahinter und machte 14,6 % der nationalen Ausfuhren aus, mit Barolo und Barbaresco als Vorzeigeweinen.
Auf diese drei Regionen zusammen entfielen 66,1 % aller weltweit exportierten italienischen Weine.
Trentino-Südtirol lag mit 553,9 Millionen Euro (-7,7 %) an vierter Stelle, vor der Emilia-Romagna mit 423,8 Millionen Euro (-7,3 %). Die Lombardei war eine der wenigen Regionen, die mit 331,4 Millionen Euro (+7,1 %) ein Wachstum verzeichneten.
Die Abruzzen verzeichneten einen deutlichen Rückgang auf 228,9 Millionen Euro (-13,3 %), gefolgt von Apulien mit 242,1 Millionen Euro (+5,9 %) und Friaul-Julisch-Venetien mit 238,1 Millionen Euro (+8,3 %).
Sizilien rundete die Top Ten mit einem positiven Wachstum von 153,2 Millionen Euro (+1,6 %) ab.
Zu Beginn des ersten Drittels des Jahres 2026 sieht sich der Sektor mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert: Die geopolitischen Spannungen halten an, es wird erwartet, dass die Energiekosten weiter steigen, und in den Kellern in ganz Italien stapeln sich weiterhin unverkaufte Bestände.
Trotz dieser Schwierigkeiten bleiben die Branchenführer vorsichtig optimistisch, dass im kommenden Jahr Stabilität oder sogar ein bescheidenes Wachstum zurückkehren könnte, da der italienische Wein seine lange Tradition als Kulturprodukt fortsetzt, das eng mit seinen Regionen und der Geselligkeit in der Welt verbunden ist.
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