19.02.2026
Das Segment der alkoholfreien und alkoholarmen Getränke erlebt ein schnelles Wachstum und entwickelt sich zu einer festen Kategorie in der globalen Getränkeindustrie. Laut dem "The 2026 No/Low Alcohol Beverage Report" von Good Culture Ingredients wird der Markt für diese Produkte bis 2027 im Vergleich zu 2020 voraussichtlich um 37 % wachsen. In diesem Jahr werden alkoholfreie und alkoholarme Getränke voraussichtlich 4 % des weltweiten Getränkevolumens ausmachen, was einer Verdoppelung ihres Anteils gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Expansion wird durch mehr als 60 Millionen neue Verbraucher weltweit vorangetrieben, die sich zwischen 2022 und 2024 für alkoholfreie Optionen entschieden haben.
Der Bericht unterstreicht einen bedeutenden kulturellen Wandel hin zu Mäßigung statt Abstinenz. In den Vereinigten Staaten entscheidet sich inzwischen etwa jeder dritte Erwachsene bei verschiedenen Gelegenheiten für alkoholfreie Optionen, wobei das Interesse bei den 35- bis 44-Jährigen am größten ist. Mehr als die Hälfte der Generation Z und der Millennials geben an, dass sie ihren Alkoholkonsum reduzieren wollen. Im Vereinigten Königreich geben 76 % der Erwachsenen an, dass sie ihren Konsum in irgendeiner Weise einschränken wollen. Dabei geht es nicht darum, ganz auf Alkohol zu verzichten, sondern den Konsum zu kontrollieren, indem bei gesellschaftlichen Anlässen oft zwischen alkoholischen und alkoholfreien Getränken abgewechselt wird - ein Verhalten, das als "Zebra Striping" bezeichnet wird.
Der Bericht definiert drei Hauptkategorien innerhalb des Segments: Alkoholfrei (0,0 % Alkoholgehalt), Alkoholfrei/Entalkoholisiert (bis zu 0,5 % Alkoholgehalt) und Niedriger Alkoholgehalt (bis zu etwa 1,2 % Alkoholgehalt, je nach den örtlichen Vorschriften). Diese Unterscheidungen wirken sich darauf aus, wie die Produkte vermarktet und konsumiert werden. Zu den wichtigsten Produktgruppen gehören Bier und Apfelwein, Wein und Sekt, alkoholfreie Spirituosen und trinkfertige Cocktails (RTDs). Jede Gruppe eignet sich für bestimmte Konsummomente: Bier für Kneipenabende, Wein für Mahlzeiten, alkoholfreie Spirituosen für Cocktailrituale und RTDs für Partys.
Die Hersteller stehen vor technischen Herausforderungen bei der Herstellung von alkoholfreien und alkoholarmen Getränken, die der Komplexität traditioneller alkoholischer Getränke entsprechen. Alkohol sorgt für Struktur, Körper, Viskosität, aromatische Intensität und hilft, botanische Aromen in Getränken zu extrahieren. Der Verzicht auf Alkohol kann zu Getränken führen, die flach oder übermäßig süß schmecken und denen die Tiefe fehlt, die man bei Wein, Bier oder Cocktails findet. Der Bericht stellt fest, dass es nicht ausreicht, den Alkohol einfach wegzulassen; die Hersteller müssen Wege finden, seine strukturelle Rolle zu replizieren, um zu vermeiden, dass die Produkte als Erfrischungsgetränke für Erwachsene und nicht als echte Alternativen wahrgenommen werden.
Regional sind die Wachstumsmuster unterschiedlich. Im Vereinigten Königreich und in Europa werden diese Produkte in Bars und Restaurants eingeführt, was zur Etablierung regelmäßiger Konsumgewohnheiten beiträgt. In den Vereinigten Staaten und Kanada treiben die Einzelhandelskanäle das Wachstum voran, insbesondere bei Nullprozent-Spirituosen und RTDs. Australien und Neuseeland sind kleinere Märkte, haben aber hohe Qualitätsstandards und eine starke Craft-Szene. Der asiatisch-pazifische Raum und Lateinamerika konzentrieren sich nach wie vor auf Bier, gelten aber als Testgebiete für neue Formate.
Trotz starker Wachstumsprognosen bleiben Herausforderungen bestehen. Alkoholfreie Biere und Biere mit niedrigem Alkoholgehalt haben immer noch mit der Wahrnehmung einer uneinheitlichen Qualität zu kämpfen. Alkoholfreien Weinen fehlt es im Vergleich zu ihren alkoholischen Pendants oft an Struktur und Textur. Nullprozentige Spirituosen laufen Gefahr, eher als aromatisierte Säfte denn als legitime Cocktailgrundlage angesehen zu werden - ein Problem, das als "Mocktail-Falle" bekannt ist. Einzelhändler streben nach höheren Gewinnspannen als bei herkömmlichen alkoholfreien Getränken, während Bars Produkte benötigen, die schnell serviert werden können und genauso profitabel sind wie alkoholische Cocktails.
Good Culture Ingredients schlägt mehrere Strategien für den Erfolg in diesem sich entwickelnden Markt vor: die Entwicklung von Produkten auf der Grundlage spezifischer Konsumanlässe, die Nutzung der Fermentation zum Aufbau der Struktur, die Integration der Kontrolle des Alkoholgehalts mit der Entwicklung von Aromen und die Positionierung von Produkten in Premiumsegmenten. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass alkoholfreie und alkoholarme Getränke nicht mehr nur Alternativen sind, sondern sich zu einer eigenständigen Kategorie mit eigenen technischen Standards und Marktregeln entwickelt haben. Angesichts des weltweit stagnierenden Gesamtalkoholvolumens ist dieses Segment einer der wenigen Bereiche mit nachhaltigem Wachstum in der Getränkeindustrie.
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