22.01.2026
Die US-Weinindustrie reagiert heftig auf die Drohung von Präsident Trump, französische Weine mit einem Zoll von 200 % zu belegen. Die Drohung war Teil der Bemühungen, Frankreich unter Druck zu setzen, damit es sich der von den USA geleiteten Initiative "Board of Peace" für den Gazastreifen anschließt. Industrieverbände und Händler im ganzen Land haben den Einsatz von Zöllen als politisches Instrument kritisiert und davor gewarnt, dass solche Maßnahmen weitreichende Auswirkungen haben könnten, die über die beabsichtigten diplomatischen Ziele hinausgehen.
Jacques-Olivier Pesme, geschäftsführender Direktor der Wine Origins Alliance, die 30 Weinregionen in neun Ländern vertritt, sagte, dass Zölle auf Wein nicht nur die weltweiten Erzeuger, sondern auch amerikanische Bars, Restaurants, Einzelhändler und Verbraucher treffen würden. Er betonte, dass Zölle nicht als Druckmittel bei Streitigkeiten, die nichts mit dem Handel zu tun haben, eingesetzt werden sollten. Pesme forderte einen anderen Ansatz, der es der globalen Weinindustrie ermöglichen würde, ohne Unterbrechung weiterzuarbeiten.
Auch die Wine Origins Alliance warnte vor der Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen seitens der Europäischen Union. Die Gruppe erklärte, dass jede signifikante Vergeltungsmaßnahme der EU die US-Weinerzeuger in eine schwierige Lage bringen könnte, die ihren Zugang zu internationalen Märkten beeinträchtigen und Arbeitsplätze im amerikanischen Weinsektor gefährden könnte.
Francis Creighton, Präsident und CEO der Wine & Spirits Wholesalers of America (WSWA), sagte, dass selbst das Gerede über extreme Zölle das gesamte dreistufige System, das den Alkoholvertrieb in den USA regelt, verunsichert. Er erklärte, dass die Möglichkeit einer 200-prozentigen Steuer auf importierte Waren die Lieferketten unterbricht, sich auf Verträge und Preisentscheidungen auswirkt und letztlich die amerikanischen Arbeitsplätze gefährdet.
Branchenführer sind besorgt, dass die eskalierenden Handelsspannungen zu einem Zollkrieg mit unvorhersehbaren Folgen für beide Seiten führen könnten. Sie weisen darauf hin, dass frühere Runden von Zöllen auf europäische Weine bereits zu Preissteigerungen und Lieferengpässen für amerikanische Unternehmen und Verbraucher geführt haben. Viele Importeure und Händler sagen, dass sie sich immer noch von früheren Handelsstreitigkeiten erholen und befürchten, dass neue Zölle ihre Geschäfte weiter destabilisieren würden.
Weinimporteure in New York und Kalifornien berichten, dass sie bereits Anrufe von besorgten Kunden erhalten, die sich über mögliche Preiserhöhungen und Produktknappheit beschweren, wenn die Zölle in Kraft treten. Einige Restaurantbesitzer sagen, dass sie möglicherweise französische Weine von ihren Speisekarten streichen oder die höheren Kosten an die Kunden weitergeben müssen, was zu Umsatzeinbußen führen und sich negativ auf ihr Geschäftsergebnis auswirken könnte.
Die Einzelhändler warnen, dass die amerikanischen Verbraucher mit weniger Auswahl und höheren Preisen konfrontiert würden, wenn französische Weine aufgrund der hohen Zölle unerschwinglich würden. Sie argumentieren, dass solche Maßnahmen nicht nur den französischen Erzeugern schaden würden, sondern auch die Beziehungen zu langjährigen Geschäftspartnern in Europa beeinträchtigen würden.
Die Drohung mit neuen Zöllen kommt zu einer Zeit, in der die weltweite Weinindustrie immer noch mit Herausforderungen wie Unterbrechungen der Lieferkette, Inflation und veränderten Verbrauchergewohnheiten zu kämpfen hat. Branchenverbände fordern beide Regierungen auf, eine diplomatische Lösung zu finden, die eine weitere Eskalation vermeidet und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks schützt.
Während die Gespräche zwischen amerikanischen und französischen Regierungsvertretern weitergehen, beobachten viele in der Weinbranche genau, ob es Anzeichen für Fortschritte oder weitere Konflikte gibt. Vorerst bleibt die Unsicherheit groß, da die Unternehmen versuchen, sich auf mögliche Änderungen in der Handelspolitik einzustellen, die den Markt für importierte Weine in Amerika umgestalten könnten.
Vinetur® wurde 2007 gegründet und ist eine eingetragene Marke von VGSC S.L. mit einer langen Geschichte im Weinsektor.
VGSC, S.L. ist ein im Handelsregister von Santiago de Compostela, Spanien, eingetragenes Unternehmen.
E-Mail: info@vinetur.com | Tel: +34 986 077 611
Hauptsitz und Büros in Vilagarcia de Arousa, Galicien