13.01.2026
Die Regionale Weinkommission des Alentejo (CVRA) hat die jüngste Genehmigung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur begrüßt und sieht darin einen strategischen Schritt für Portugals Weinsektor. Das Abkommen, das in Paraguay unterzeichnet werden soll, sieht die schrittweise Abschaffung der Zölle auf europäische Weine vor, die derzeit zwischen 18 und 35 Prozent liegen. Dieser Schritt eröffnet den Zugang zu einem Markt mit rund 270 Millionen Verbrauchern, von denen mehr als 210 Millionen Portugiesisch sprechen, vor allem in Brasilien.
Brasilien ist bereits das führende Mercosur-Land für Weine aus dem Alentejo, einer Region im Süden Portugals, die für ihre kräftigen Rotweine und frischen Weißweine bekannt ist. Im Jahr 2025 erreichten die Ausfuhren von Alentejo-Weinen nach Brasilien etwa vier Millionen Liter, trotz hoher Zölle, die das Wachstum begrenzt haben. Die CVRA ist der Ansicht, dass der Abbau dieser Hemmnisse den Erzeugern die Möglichkeit geben wird, ihre Präsenz zu erweitern und den Absatz auf einem Markt zu steigern, auf dem die Weine aus dem Alentejo bereits einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Verbrauchern genießen.
Luís Sequeira, Präsident der CVRA, betonte, dass der Ruf der Alentejo-Weine in Brasilien ein Schlüsselfaktor für künftiges Wachstum ist. Er wies darauf hin, dass die Weine aus dem Alentejo trotz erheblicher Zölle eine hohe Bekanntheit und Nachfrage haben. Es wird erwartet, dass das neue Abkommen ausgewogenere Wettbewerbsbedingungen schafft und die Wettbewerbsfähigkeit der portugiesischen Weine in den Mercosur-Ländern verbessert.
Der CVRA hob außerdem hervor, dass diese Entwicklung zu einer Zeit erfolgt, in der der internationale Handel aufgrund geopolitischer Spannungen und zunehmendem Protektionismus mit Unsicherheiten konfrontiert ist. Die Organisation sieht in dem Abkommen ein klares Signal der Offenheit und Zusammenarbeit zwischen Europa und Südamerika. Es steht im Einklang mit den Zielen des Strategischen Plans 2026-2031 für Weine aus dem Alentejo, der auf ein nachhaltiges Exportwachstum abzielt, indem er sich auf den Herkunftswert und die Produktdifferenzierung konzentriert und den Alentejo als eine weltweit führende Weinregion etabliert.
Der Verband der portugiesischen Landwirte (CAP) kommentierte ebenfalls die Bedeutung des Abkommens für Portugal. Sektoren wie Wein, Olivenöl, Obst und verarbeitete Tomaten werden unmittelbar von den niedrigeren Zöllen und den geringeren administrativen Hürden profitieren, so der CAP. Allein für Wein liegen die derzeitigen Zölle zwischen 18 und 35 Prozent; für Olivenöl gilt ein Zollsatz von 10 Prozent; für Obst und verarbeitete Tomaten gelten ähnliche Sätze. Die GAP wies darauf hin, dass die brasilianischen Verbraucher die portugiesische Gastronomie schätzen und die Qualität der nationalen Produkte anerkennen, was Portugal einen Vorteil gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten verschafft.
Die GAP äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich sensibler Produkte auf der Importseite, wie Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Reis und Honig. Das Abkommen sieht ein reduziertes Zollkontingent für Rindfleischimporte aus den Mercosur-Ländern in Höhe von 99.000 Tonnen vor - etwa 1,4 Prozent des europäischen Verbrauchs und weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Menge, die vor dem Abkommen aus dem Mercosur importiert wurde. Die GAP betonte, dass die EU strenge Schutzklauseln aufgenommen hat, um die europäischen Erzeuger zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.
Das Abkommen verlangt die Einhaltung der gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Standards der EU, verstärkte Kontrollmechanismen und Umweltverpflichtungen und ermöglicht die Aussetzung der Handelspräferenzen, wenn die vereinbarten Regeln nicht eingehalten werden. Die GAP fordert eine ständige Überwachung der Märkte und eine rigorose Durchsetzung, um sicherzustellen, dass die europäischen Landwirte in sensiblen Sektoren nicht benachteiligt werden.
Der portugiesische Minister für Landwirtschaft und maritime Angelegenheiten, José Manuel Fernandes, lobte die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten in der vergangenen Woche. In einer Rede in Lissabon erinnerte er an seine Bemühungen im Europäischen Parlament, dieses Abkommen voranzubringen und bezeichnete es als äußerst positiv für beide Seiten. Fernandes wies darauf hin, dass Portugal derzeit ein Handelsdefizit von 500 Millionen Euro mit den Mercosur-Ländern hat; er erwartet, dass das neue Abkommen dazu beitragen wird, diese Lücke zu schließen, indem es die Exporte in Schlüsselsektoren wie Wein ankurbelt.
Es wird erwartet, dass das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur die Ausfuhren von Fahrzeugen, Maschinen, Weinen und Spirituosen aus Europa nach Südamerika steigern und gleichzeitig den Zugang von Produkten wie Fleisch, Zucker, Reis, Honig und Sojabohnen aus den Mercosur-Ländern nach Europa erleichtern wird. Für die portugiesischen Landwirtschafts- und Weinerzeuger, die auf der Suche nach neuen Möglichkeiten auf den internationalen Märkten sind, stellt das Abkommen eine wichtige Entwicklung dar.
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