24.06.2024
Die drohenden Zölle auf Importe von Elektrofahrzeugen (EV) aus China in die Europäische Union (EU) haben zu erheblichen diplomatischen Aktivitäten und einem erhöhten Gefühl der Dringlichkeit geführt, die aufkeimenden Handelsspannungen zu lösen. Da die vorgeschlagenen Zölle am 4. Juli in Kraft treten sollen, hat China wiederholt an die EU appelliert, die Situation noch einmal zu überdenken, und seine Bereitschaft betont, sich auf Verhandlungen einzulassen, um eine neue Handelsfront zu vermeiden, die derjenigen ähnelt, die es mit den Vereinigten Staaten während der Trump-Regierung erlebt hat.
Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass beide Seiten weiterhin für einen Dialog offen sind. Nach einem Telefongespräch zwischen dem EU-Kommissar für Handel, Valdis Dombrovskis, und dem chinesischen Handelsminister vereinbarten beide Parteien, die Kommunikationskanäle offen zu halten. Dieser Meinung schloss sich auch der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck an, der bei seinem Besuch in China betonte, dass diese Zölle nicht als Strafmaßnahmen angesehen werden sollten. Habeck betonte, dass das Ziel darin bestehe, gemeinsame Marktzugangskriterien festzulegen, und nicht darin, zu bestrafen.
Europäische Beamte haben jedoch eine feste Haltung eingenommen. Maximilian Butek, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Handelskammer in China, erklärte, dass die vorläufigen Zölle bestehen bleiben würden, solange China nicht auf die Bedenken der EU hinsichtlich schädlicher Subventionen eingehe. Dies entspricht der Forderung der Europäischen Kommission nach wirksamen Maßnahmen seitens Pekings, um diese Subventionen, die als schädlich für die europäische Industrie angesehen werden, abzubauen.
Die möglichen Auswirkungen dieses Zollstreits gehen über den Automobilsektor hinaus. China hat angedeutet, dass es Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte, indem es Zölle auf europäische Agrarerzeugnisse, einschließlich Wein und dessen Derivate wie Brandy, erhebt. Diese Drohung stellt ein erhebliches Risiko für die lukrativen Weinexporte der EU nach China dar, die einen Wert von etwa 800 Millionen Dollar haben. Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Portugal sind die wichtigsten Weinexporteure nach China, wobei auf Frankreich allein fast die Hälfte dieser Ausfuhren entfällt.
Die Aussicht auf solche Zölle ist für diese Länder besonders besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass die wirtschaftliche Lage vieler Weinerzeuger bereits schwierig ist. Eine Einschränkung des Zugangs zum chinesischen Markt könnte schwerwiegende finanzielle Folgen haben, da eine wichtige Einnahmequelle für die europäischen Weinbauern wegbräche und die Agrarwirtschaft im Allgemeinen beeinträchtigt würde.
Interessanterweise würde ein Handelskrieg zwar zweifellos vielen schaden, er könnte aber auch neue Chancen für andere schaffen. Australien zum Beispiel, das vor kurzem ein Abkommen mit China geschlossen hat, das die Zölle auf seine Weinexporte abschafft, könnte davon profitieren. Da australische Weine zollfrei auf den chinesischen Markt gelangen, könnten die australischen Erzeuger möglicherweise die Lücke schließen, die ihre europäischen Kollegen hinterlassen haben, und so ihre eigenen Exporte und Marktanteile steigern.
Da der 4. Juli als Stichtag näher rückt, kann die Bedeutung einer diplomatischen Lösung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Während sich die EU und China in der Frage der EV-Zölle auf Kollisionskurs zu befinden scheinen, unterstreichen die umfassenderen Auswirkungen auf Branchen wie den Weinbau die Verflechtung des globalen Handels. Ein Handelskrieg könnte weitreichenden Schaden anrichten, aber durch kontinuierlichen Dialog und Kompromisse ist es möglich, einen Weg zu finden, der ein solches Ergebnis vermeidet.
Die Situation ist nach wie vor instabil, und die nächsten Wochen werden entscheidend dafür sein, ob die beiden Wirtschaftsgiganten ihre Differenzen überbrücken und eine Eskalation verhindern können, die sich keine Seite leisten kann. Es steht viel auf dem Spiel, nicht nur für den Automobilsektor, sondern für eine Vielzahl von Branchen, die vom freien Warenverkehr zwischen diesen beiden großen Märkten abhängen.
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