Französischer Bauernverband fordert Neuregelung der Weinwerbung
Eine Gesetzesänderung wurde nicht angekündigt. Der Verband erklärte jedoch, Frankreich müsse die Weinwerbung unterstützen, damit der Weinbau eine Zukunft hat.
Samstag, 10. Oktober 2026

Der französische Bauernverband Coordination Rurale drängt auf weitreichende regulatorische Änderungen für den Weinsektor des Landes. Die laufende Debatte über die Zukunft des Weinbaus müsse zu konkreten politischen Entscheidungen führen und dürfe nicht bei allgemeinen Diskussionen stehen bleiben.
In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme nach dem dritten Treffen der Arbeitsgruppe Weinbau im Rahmen der Konferenzen zur Ernährungssouveränität Frankreichs erklärte der Verband, zwei Prioritäten sollten die Gespräche bestimmen: eine positivere Kommunikation über Wein zu ermöglichen und den Zugang der Erzeuger zu Wasser zu erleichtern. Für beide Anliegen sei eine klare politische Rückendeckung erforderlich, wenn der Sektor eine tragfähige Zukunft haben solle.
Coordination Rurale stellte das erste Anliegen in den Zusammenhang mit dem französischen Évin-Gesetz, einem zentralen Bestandteil der Vorschriften des Landes zur Werbung und Kommunikation für alkoholische Getränke. Um das positive Image des Weins wiederherzustellen und den Konsum zu fördern, müsse dieser Regelungsrahmen umfassend überarbeitet werden, erklärte der Verband. Er forderte eine grundlegende Reform des Gesetzes und erklärte, sogar dessen Abschaffung müsse erwogen werden.
Nach Ansicht des Verbands schränken die geltenden Vorschriften die Möglichkeiten des Sektors ein, für Wein zu werben, und müssten umfassend in die politische Arbeit zur Zukunft des Weinbaus einbezogen werden. Die Organisation stellte diese Forderung als notwendigen Schritt dar, um der Branche bessere Perspektiven zu eröffnen.
Eine Gesetzesänderung wurde nicht angekündigt. Die Stellungnahme gibt die Position des Verbands in einer laufenden politischen Debatte wieder und ist keine beschlossene Regierungsmaßnahme. Dennoch ist das Thema relevant, denn eine mögliche Änderung der französischen Vorschriften zur Weinwerbung könnte beeinflussen, wie Erzeuger ihre Produkte im Inland vermarkten, und sich möglicherweise auf Absatz, Markenbildung und den Wettbewerb im gesamten Getränkesektor auswirken.
Die zweite von Coordination Rurale genannte Priorität ist der Zugang zu Wasser. Dieser werde nicht nur die Zukunft der Weinberge, sondern auch anderer Formen der landwirtschaftlichen Erzeugung prägen, erklärte der Verband. Pläne zur Diversifizierung des Anbaus oder zur Umstellung eines Teils der bestehenden Produktion würden ohne ausreichende Wasserressourcen nicht gelingen.
Wiederholte Projektaufrufe und das Engagement lokaler Akteure reichten nicht aus, wenn der regulatorische Rahmen unverändert bleibe, erklärte der Verband. Er fordert eine umfassende Überarbeitung der Wassergesetzgebung und der einschlägigen Teile des französischen Umweltgesetzbuches, damit Landwirte mehr retenues collinaires – Wasserspeicherbecken in höheren Lagen – für den landwirtschaftlichen Bedarf anlegen können.
Diese Forderung ist auch für den Getränkesektor bedeutsam, denn der Zugang zu Wasser wirkt sich unmittelbar auf den Weinbau und damit auf die Weinversorgung aus. Sollten die politischen Entscheidungsträger die Vorschriften zur Wasserspeicherung lockern, könnte dies die Produktionsbedingungen für Weingüter beeinflussen, insbesondere in Gebieten, die unter Dürre oder veränderten Wettermustern leiden.
Nach Ansicht von Coordination Rurale sollten die Konferenzen zur Ernährungssouveränität zu Entscheidungen führen, die dem Ausmaß der Probleme in der Landwirtschaft gerecht werden. Den Stellenwert des Weins zu verbessern und den Landwirten die Mittel zu geben, ihre Produktion fortzuführen, seien aus Sicht des Verbands politische und nicht nur technische Entscheidungen.
Der Stellungnahme war ein Video-Rückblick des Verbandsvertreters beigefügt. Darin bezeichnete er die Kommunikation über Wein und den Zugang zu Wasser als zwei entscheidende Hebel, um dem Sektor eine Zukunft zu geben. Mit dieser Botschaft forderte die Organisation die politischen Entscheidungsträger auf, die Diskussion hinter sich zu lassen und Maßnahmen zu beschließen, die den französischen Weinbau aus ihrer Sicht stärken würden.
Die Wortmeldung erfolgt, während die französische Weinbranche weiterhin mit schwachem Konsum, Wettbewerbsdruck und klimabedingten Einschränkungen konfrontiert ist, auch wenn diese übergeordneten Probleme in der Stellungnahme selbst nicht näher ausgeführt wurden. In seiner jüngsten Botschaft rückt Coordination Rurale zwei heikle Regulierungsfragen in den Mittelpunkt der Debatte: das Verhältnis zwischen Gesundheitsschutzvorschriften und Weinwerbung sowie das Verhältnis zwischen Umweltrecht und dem Zugang der Landwirtschaft zu Wasser.
Vorerst bleiben die Forderungen des Verbands Vorschläge innerhalb dieser Debatte. Indem er sowohl den Rechtsrahmen für die Kommunikation über Wein als auch die Vorschriften zur Wasserspeicherung ins Visier nimmt, hat der Verband jedoch eine Agenda umrissen, die sowohl die wirtschaftliche Seite des Weinsektors als auch die praktischen Bedingungen der Weinproduktion beeinflussen könnte, falls die französischen Behörden die Vorschläge aufgreifen.