Argentinien exportierte 3,2 % mehr Wein, nahm aber 4,7 % weniger ein

Der durchschnittliche Exportwert sank um rund 7,7 % auf 3,20 US-Dollar je Liter, nachdem loser Wein und Weine ohne Rebsortenangabe an Anteil gewonnen hatten.

Donnerstag, 8. Oktober 2026

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Argentinien exportierte 3,2 % mehr Wein, nahm aber 4,7 % weniger ein

Argentinien exportierte in den ersten neun Monaten des Jahres mehr Wein, nahm damit jedoch weniger ein. Sinkende Exportpreise und ein höherer Anteil preisgünstigerer Produkte im Sortiment drückten die Erlöse, wie aus vorläufigen Daten hervorgeht, die das Nationale Institut für Weinbau (INV) am Mittwoch veröffentlichte.

Von Januar bis September exportierte Argentinien 1.480.437 Hektoliter Wein, 3,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum 2025. Das waren rund 45.900 Hektoliter mehr als ein Jahr zuvor. Der FOB-Ausfuhrwert des argentinischen Weins sank jedoch um 4,7 % auf 474,43 Millionen US-Dollar – ein Rückgang um rund 23,4 Millionen US-Dollar gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025.

Die Lücke zwischen Ausfuhrmenge und Erlösen deutet auf einen schwächeren Preis hin. Auf Basis der gerundeten Zahlen des INV sank der durchschnittliche Exportwert von rund 3,47 US-Dollar je Liter im Vorjahr auf etwa 3,20 US-Dollar, ein Minus von rund 7,7 %. Das legt nahe, dass die Erholung der Ausfuhren von Produkten, Gebinden oder Absatzmärkten mit niedrigeren Durchschnittspreisen getragen wird.

Die Septemberzahlen zeigten einen stärkeren Anstieg der physischen Exporte. Argentinien exportierte in diesem Monat 230.744 Hektoliter Wein, 24,2 % mehr als im September 2025. Die Ausfuhren abgefüllter Weine stiegen um 26 %, die Exporte von losem Wein um 18 %. Bei losem Wein legten die Weißweine um 329,4 % zu, während die Rotweine um 4,6 % zurückgingen.

Der auf dem offiziellen Regierungsportal Argentiniens veröffentlichte Bericht zeigte, dass der allgemein höhere Absatz in diesem Jahr den Preisrückgang nicht ausgleichen konnte. Besonders deutlich war dies bei den Exporten von losem Wein, die wesentlich stärker zunahmen als die Lieferungen von Flaschenweinen und anderen abgefüllten Produkten und einen erheblich niedrigeren Literpreis erzielten.

Von Januar bis September stiegen die Ausfuhren von losem Wein mengenmäßig um 24,5 % auf 406.508 Hektoliter. Der Wert dieser Verkäufe nahm jedoch nur um 1,3 % auf rund 32,38 Millionen US-Dollar zu. Das deutet auf einen deutlichen Rückgang des durchschnittlichen Stückwerts von losem Wein hin. Bei abgefülltem Wein, der weiterhin die wichtigste Einnahmequelle der Branche im Exportgeschäft ist, verlief die Entwicklung entgegengesetzt: Die Menge sank um 3,1 % auf 1.073.929 Hektoliter, die Erlöse gingen um 5,1 % auf rund 442,05 Millionen US-Dollar zurück.

Dadurch veränderte sich die Struktur der argentinischen Weinexporte. Loser Wein machte einen größeren Anteil am Gesamtvolumen aus als ein Jahr zuvor, während abgefüllter Wein an Boden verlor. Da loser Wein deutlich günstiger verkauft wird als Flaschenwein, drückte diese Verschiebung den durchschnittlichen Wert der Gesamtausfuhren, obwohl die Liefermenge insgesamt stieg.

Auch nach Weintypen aufgeschlüsselt zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Die Exporte von Weinen ohne Rebsortenangabe stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres um 42,2 %. Die Ausfuhren von Schaumwein nahmen um 17,4 % zu. Die mengenmäßigen Exporte von Rebsortenweinen, dem Kern des argentinischen Exportgeschäfts, gingen um 2,5 % zurück. Der Anstieg preisgünstigerer Lieferungen von Weinen ohne Rebsortenangabe belastete die Durchschnittspreise zusätzlich.

Auch Weißweine trugen zum Mengenwachstum bei. Von Januar bis September stiegen ihre Exporte um 29,3 %, während die Ausfuhren von Rotweinen um 1,9 % zurückgingen. Ein großer Teil des Zuwachses entfiel auf weißen Wein in loser Form und nicht auf höherwertige abgefüllte Produkte. Der kräftige Anstieg der Septemberausfuhren von losem Weißwein verstärkte diesen Trend.

Die Daten des INV zeigen, dass die Erholung im September breit genug war, um die Monatswerte sowohl bei der Menge als auch bei den Erlösen zu steigern. Sie reichte jedoch nicht aus, um den kumulierten Rückgang der Einnahmen umzukehren. Die Erlöse aus Weinexporten lagen im September dank des kräftigen Lieferanstiegs über dem Vorjahresmonat, doch die ersten neun Monate schlossen in US-Dollar gerechnet weiterhin unter dem Niveau von 2025 ab.

Das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten gehörten im September weiterhin zu den wichtigsten Absatzmärkten, zeigten jedoch unterschiedliche Kaufmuster. Das Vereinigte Königreich war in diesem Monat gemessen an der Menge das wichtigste Zielland; dazu trug ein erheblicher Anteil an losem Wein bei. Die Vereinigten Staaten erzielten höhere Exporterlöse, was auf einen größeren Anteil abgefüllter Weine und höherwertiger Verkäufe zurückzuführen war.

Auch Brasilien und Kanada blieben im September wichtige Abnehmer argentinischer Weine. Zusammen mit dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten entfiel auf diese Länder ein großer Anteil des monatlichen Exportvolumens. Die Zusammensetzung der Absatzmärkte ist relevant, weil die Zielländer unterschiedliche Gebinde und Preissegmente nachfragen und damit die Gesamterlöse aus den Exporten beeinflussen.

Malbec dominierte weiterhin die Exporte von Rebsortenweinen. Die Rebsorte lag bei den Septemberlieferungen ins Ausland mit deutlichem Abstand vor Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Der allgemeine Preistrend deutet jedoch darauf hin, dass die starke Nachfrage nach den Vorzeigerebsorten nicht ausreichte, um den Rückgang des durchschnittlichen Exportwerts der Branche zu verhindern.

Die Daten zu den Gebinden zeigten außerdem, dass die Flasche bei argentinischen Exporten abgefüllter Weine weiterhin das Standardformat war. In den ersten neun Monaten des Jahres entfiel nahezu die gesamte Menge der ins Ausland verkauften abgefüllten Weine auf Flaschen; andere Formate wie Tetra Brik und Bag-in-Box spielten eine wesentlich kleinere Rolle. Der Hauptdruck auf die Exporterlöse entstand jedoch nicht durch Verschiebungen zwischen den Gebindearten abgefüllter Weine, sondern durch den größeren Anteil losen Weins am Gesamtmix.

Mendoza dominierte weiterhin die argentinische Weinexportlandkarte. Im September entfiel auf die Provinz der mit Abstand größte Teil der Lieferungen und Exporterlöse, deutlich vor La Rioja, San Juan, Salta und den kleineren Anbauprovinzen. Diese Konzentration spiegelt die zentrale Rolle Mendozas für die argentinische Weinbranche und deren Auslandsverkäufe wider.

Der Bericht des INV enthielt auch Daten zu konzentriertem Traubenmost, einer eigenen Exportkategorie, die sich wertmäßig besser entwickelte als Wein. Von Januar bis September beliefen sich die Mostexporte auf 72.385 Tonnen, ein Plus von 20,1 % beim Volumen, und erzielten 105,47 Millionen US-Dollar, 9,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wuchs auch beim Traubenmost das Volumen schneller als die Erlöse; dennoch stiegen die Exporterlöse insgesamt.

Allein im September nahmen die Exporte von konzentriertem Traubenmost gegenüber dem Vorjahresmonat um 34,5 % zu. Die Vereinigten Staaten waren in diesem Monat der wichtigste Absatzmarkt für das Produkt, gefolgt von Südafrika, Japan und Kanada. Die für diese Exporte bestimmte Ware stammte laut INV ausschließlich aus Mendoza und San Juan.

Für die Weinbranche war die zentrale Botschaft des neuen Berichts jedoch klar: Argentinien verkauft im Ausland größere Mengen, aber zu niedrigeren Durchschnittspreisen. Der starke Anstieg der Exporte von losem Weißwein, die Zunahme preisgünstigerer Kategorien und der Rückgang des durchschnittlichen Literwerts deuten darauf hin, dass sich die Ausfuhren mengenmäßig erholen, ohne dass die Einnahmen wieder das frühere Niveau erreichen.

Das INV wies darauf hin, dass die Monatszahlen vorläufig sind. Einige Stückwerte und absoluten Veränderungen beruhen auf Berechnungen anhand gerundeter Zahlen aus dem Bericht. Trotz dieses Vorbehalts ist der Trend in den Daten konsistent: Die Exportmengen haben sich 2026 verbessert, doch der Produktmix ist für die argentinische Weinbranche weniger profitabel geworden.

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