Burgund erzielte trotz 100,2 Millionen exportierter Flaschen geringere Erlöse

Die schwache Rotweinnachfrage, angeführt von einem Rückgang um 12 % bei Grand-Cru-Weinen von der Côte-d’Or, drückte den Exportwert auf 1,63 Milliarden Euro.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

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Burgund erzielte trotz 100,2 Millionen exportierter Flaschen geringere Erlöse

Burgund exportierte in den zwölf Monaten bis Ende Juli mehr Wein, nahm damit jedoch weniger ein. Grund dafür waren die schwächere Nachfrage nach Rotweinen und der anhaltende Aufwärtstrend beim Crémant.

Daten des Comité des Vins de Bourgogne zufolge stiegen die Exporte der französischen Weinregion im Zwölfmonatszeitraum bis Juli 2026 um 2,3 % auf mehr als 100,2 Millionen Flaschen à 750 ml. Der Exportwert sank dagegen um 2,4 % auf 1,63 Milliarden Euro. Auf Basis dieser Gesamtwerte ging der rechnerische durchschnittliche Exportwert je Flasche um rund 4,6 % zurück. Der Branchenverband veröffentlichte jedoch keinen direkten Durchschnittspreis; in die Berechnung können verschiedene Faktoren einfließen, darunter Preise, Absatzmärkte, Jahrgänge und Verschiebungen im Mix der verkauften Appellationen.

Die Zahlen deuten auf eine wachsende Kluft zwischen Menge und Wert hin – zu einer Zeit, in der sich auch die Nachfrage nach den verschiedenen Weintypen aus Burgund verändert. Der Absatz stiller Weine sank um 1,3 % auf 166 Millionen Flaschen, rund 2,2 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Einschließlich des Crémant de Bourgogne blieb der Gesamtabsatz nahezu unverändert und stieg lediglich um 0,05 % auf knapp 200 Millionen Flaschen. Das legt nahe, dass Schaumwein die schwächere Nachfrage in anderen Teilen des regionalen Sortiments zunehmend ausgleicht.

Am stärksten steht der Rotwein unter Druck. Der Absatz roter Burgunderweine sank im Berichtszeitraum um 4,9 %, bei den Grand-Cru-Weinen von der Côte-d’Or betrug der Rückgang 12 %. Weißweine entwickelten sich leicht positiv und legten um 0,4 % auf 116 Millionen Flaschen zu. Das deutlichste Wachstum verzeichnete der Crémant mit einem Plus von 6,5 %. Sein Anteil am Absatz Burgunds ist von 12 % im Jahr 2021 auf 17 % gestiegen – ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten in fünf Jahren.

Diese Verschiebung ist für die Umsatzentwicklung der Region von Bedeutung, denn Burgunds Renommee und einige der höchsten Preise waren lange eng mit Rotweinen aus Spitzenappellationen verbunden. Wenn der Absatz dieser Weine nachlässt, können selbst stabile oder steigende Flaschenlieferungen den Gesamtwert möglicherweise nicht sichern. Die jüngsten Zahlen legen nahe, dass zwar mehr Flaschen abgesetzt werden, der Produktmix aber weniger günstig ist als zuvor.

In den USA, Burgunds größtem Exportmarkt nach Wert, verzeichnete der Branchenverband unter den genannten wichtigen Absatzmärkten den stärksten Rückgang. In den zwölf Monaten bis Ende Juli sank der Umsatz dort um 21,2 % auf 292,4 Millionen Euro. Im Vereinigten Königreich entwickelte sich der Wert in die entgegengesetzte Richtung und stieg um 3 % auf 243,37 Millionen Euro. Italien legte noch stärker zu: Der Exportwert stieg um 21,1 %, das Volumen um 15,4 %.

Die Unterschiede zwischen den Absatzmärkten unterstreichen den Wandel, den die Region durchläuft. Der starke Rückgang in den USA wiegt schwer, da amerikanische Käufer eine wichtige Nachfragequelle für hochwertige Burgunderweine waren, darunter Rotweine im höheren Preissegment. Zuwächse im Vereinigten Königreich und in Italien federten den Rückgang ab, reichten aber nicht aus, um ein Minus beim gesamten Exportwert zu verhindern.

Auch die Lagerbestände gingen zurück, wenn auch nur moderat. Sie lagen 2,3 % unter dem Vorjahreswert. Die Weißweinbestände entsprachen etwas mehr als einem Jahresabsatz, die Rotweinbestände knapp zwei Jahresabsätzen. Dieser Unterschied verdeutlicht das aktuelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den beiden wichtigsten Kategorien der Region. Weißweine verkaufen sich gleichmäßiger, während Rotweine im Verhältnis zum Absatz weiterhin reichlicher vorhanden sind.

Für Erzeuger und Händler zeigen die Daten, dass sich der Markt nicht einfach überall gleichermaßen abschwächt. Vielmehr scheinen Käufer ihre Nachfrage innerhalb Burgunds neu zu verteilen. Schaumwein gewinnt an Bedeutung, Weißwein behauptet sich besser, und Rotwein verliert an Schwung – besonders im oberen Preissegment der Côte-d’Or. Zugleich steigen die Exportmengen weiter. Das deutet darauf hin, dass Burgund im Ausland weiterhin Käufer findet, auch wenn sich der Wert der exportierten Weine verändert.

Die Zahlen des Comité des Vins de Bourgogne beziehen sich auf Absatz, Exporte und Lagerbestände in den zwölf Monaten bis Ende Juli 2026. Angegeben werden sie in Flaschen à 750 ml, Euro und Prozent. Sie zeigen eine Region, die in einem Markt verkauft, in dem der Produktmix inzwischen ebenso wichtig ist wie die Gesamtmenge: Der Crémant gewinnt an Bedeutung, während Rotweine, die lange der wichtigste Motor für Wertzuwächse waren, stärker unter Druck geraten.

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