Rückgang der Spirituosenverkäufe in Europa Anfang September auf 4,9 % verlangsamt

Laut UBS sanken die Volumina im dritten Quartal dennoch um 5 %, während einige große Anbieter beim Umsatz zulegten

Dienstag, 6. Oktober 2026

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Rückgang der Spirituosenverkäufe in Europa Anfang September auf 4,9 % verlangsamt

Die Spirituosenverkäufe im europäischen Einzelhandel gingen Anfang September langsamer zurück. Der übergeordnete Quartalstrend blieb jedoch schwächer, wie aus einer am 2. Oktober veröffentlichten UBS-Analyse von Nielsen-Daten hervorgeht.

Das Volumen der über den europäischen Einzelhandel verkauften Spirituosen sank in den vier Wochen bis zum 6. September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 %. Der Rückgang war weiterhin deutlich, fiel aber geringer aus als das Minus von 5,6 % im vorangegangenen Vierwochenzeitraum. Im Vergleich zur Vorperiode bedeutete das eine Verbesserung um 0,7 Prozentpunkte.

Die Abschwächung des monatlichen Rückgangs schlug sich nicht im gesamten Quartal nieder. Laut UBS lagen die Spirituosenvolumina im dritten Quartal 5 % unter dem Vorjahreswert, verglichen mit einem Rückgang von 3,5 % im zweiten Quartal. Das entspricht einer Verschlechterung um 1,5 Prozentpunkte und deutet darauf hin, dass die jüngste Verbesserung über vier Wochen den schwächeren Trend im Gesamtquartal bislang nicht verändert hat.

Die Zahlen deuten auf einen weiterhin unter Druck stehenden Markt hin, auch wenn sich der Rückgang im jüngsten Erhebungszeitraum verlangsamte. Die in der UBS-Mitteilung veröffentlichten Daten enthielten keine absoluten Volumina, etwa die Zahl der verkauften Liter, und nannten auch nicht die europäischen Länder, die im Nielsen-Panel erfasst wurden. Die Analyse stützte sich ausschließlich auf prozentuale Veränderungen.

Auf Ebene der Anbieter zeigte sich ein uneinheitlicheres Bild. Der Umsatz von Diageo in Europa wechselte von einem Rückgang um 1,6 % im Vorjahresvergleich im vorangegangenen Zeitraum zu einem Wachstum von 0,4 % in den jüngsten vier Wochen. Das war eine Verbesserung um 2 Prozentpunkte gegenüber der Vorperiode. Auch Pernod Ricard legte zu: Der Umsatzrückgang verringerte sich von 7,4 % auf 3,9 %, eine Veränderung um 3,5 Prozentpunkte.

Campari verzeichnete im selben Zeitraum ein Umsatzwachstum von 0,1 %, Rémy Cointreau ein Plus von 2,6 %. Für die beiden Gruppen nannte UBS keine unmittelbar vergleichbaren Vorperiodenwerte. Ihre jüngsten Ergebnisse lassen sich daher nicht wie die von Diageo und Pernod Ricard mit dem vorangegangenen Vierwochenzeitraum vergleichen.

Die Abweichung zwischen der Entwicklung der Einzelhandelsvolumina der Branche und der Umsatzentwicklung einiger großer Anbieter ist eine der zentralen Erkenntnisse aus den Daten. Eine Branche kann bei den Volumina Rückgänge verzeichnen, während einzelne Unternehmen ihren Umsatz steigern, wenn sie die Preise erhöhen, einen höherwertigen Produktmix verkaufen oder Marktanteile von Wettbewerbern gewinnen. UBS verwies auf diese Diskrepanz und mahnte deshalb zu einer vorsichtigen Interpretation der Zahlen. Die aggregierte Kennzahl für Spirituosen erfasst das Volumen, während die Unternehmensergebnisse den Umsatz messen. Es handelt sich somit nicht um gleichwertige Kennzahlen, die direkt miteinander verglichen werden können.

Dennoch deutet die jüngste Momentaufnahme darauf hin, dass sich einige der größten Gruppen besser behaupten könnten als die Kategorie insgesamt. Diageos Rückkehr in den Wachstumsbereich und der geringere Umsatzrückgang bei Pernod Ricard fielen in eine Phase, in der die Spirituosenvolumina im europäischen Einzelhandel insgesamt weiterhin um knapp 5 % sanken. Eine solche Divergenz kann für Anleger wichtig sein, da sie in einem schwierigen Konsumumfeld auf eine stärkere Preissetzungsmacht oder einen günstigeren Absatzmix hindeuten könnte.

Der Quartalsvergleich schränkt jedoch die Möglichkeit ein, den jüngsten Monatswert als Zeichen einer nachhaltigen Markterholung zu deuten. Ein Rückgang um 4,9 % ist beim Einzelhandelsvolumen weiterhin erheblich, und das stärkere Minus im dritten Quartal gegenüber dem zweiten zeigt, dass sich die Nachfrage über den gesamten Zeitraum nicht stabilisiert hat. Für die Hersteller bedeutet das, dass sich verbesserte Umsatztrends auf Unternehmensebene weiterhin vor dem schwierigen Hintergrund rückläufiger Kategorievolumina einstellen können.

Der Datensatz weist zudem wichtige Lücken auf. UBS veröffentlichte weder die Gesamtumsätze der Unternehmen in Euro noch absolute Marktwerte für die Branche. Auch nach Ländern wurde die Entwicklung nicht aufgeschlüsselt. Daher lässt sich nur schwer beurteilen, ob die Verbesserung in den jüngsten vier Wochen in ganz Europa breit angelegt war oder von einer kleineren Zahl von Märkten getragen wurde. Ohne diese Angaben zeigen die Zahlen lediglich die Richtung, nicht aber das volle Ausmaß der Veränderung.

Die Zahlen zeigen, dass sich der Druck auf die Spirituosennachfrage in Europa im jüngsten Monatszeitraum etwas abgeschwächt hat, insgesamt aber anhält. Außerdem entwickeln sich die Umsätze einiger der größten Hersteller besser, als es die Volumendaten der Kategorie allein vermuten lassen würden – zumindest im jüngsten von den Nielsen-Zahlen erfassten Vierwochenzeitraum.

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