Britische Bier- und Pubbranche trug 2025 37,8 Milliarden £ zur Wirtschaft bei
Laut einem Bericht von Oxford Economics beliefen sich die Steuereinnahmen auf 16,8 Milliarden £; die Branche sicherte fast 1 Million Arbeitsplätze.
Montag, 5. Oktober 2026

Die britische Bier- und Pubbranche trug 2025 mit 37,8 Milliarden £ zur Wirtschaft des Vereinigten Königreichs bei, sicherte fast 1 Million Arbeitsplätze und generierte Steuereinnahmen von 16,8 Milliarden £. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Analyse der British Beer and Pub Association hervor, die Oxford Economics erstellt hat.
Die Zahlen bilden die Bedeutung der Branche in den Bereichen Brauwesen, Pubs und Bierverkauf im Einzelhandel umfassend ab. Sie erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem der Branchenverband bei der Regierung auf weitere steuerliche Entlastungen und eine Senkung der Kosten drängt. Für Getränkehersteller und -händler liefert der Bericht neue Daten für die laufende Debatte über Verbrauchsteuern, Beschäftigungskosten und Investitionsbedingungen in einem der größten verbrauchernahen Getränkemärkte des Landes.
Nach Angaben der BBPA erstreckt sich der wirtschaftliche Beitrag der Branche auf alle Wahlkreise und Regionen des Landes. Im Durchschnitt erwirtschaftete jede Region eine Bruttowertschöpfung von 3,2 Milliarden £ und sicherte 81.800 Arbeitsplätze, so die Analyse. Zudem schätzte sie die Netto-Kapitalinvestitionen der Branche für 2025 auf 2,2 Milliarden £. Mit 325 Millionen £ verzeichnete der Nordwesten den höchsten regionalen Wert.
Ein Großteil der Aktivität entfiel auf Pubs. Sie allein erwirtschafteten dem Bericht zufolge eine Bruttowertschöpfung von 29,8 Milliarden £, sicherten 849.600 Arbeitsplätze und zahlten Löhne in Höhe von 17,4 Milliarden £. Brauereien trugen 6,7 Milliarden £ zur Bruttowertschöpfung bei und sicherten 74.100 Arbeitsplätze. Auf den Bierverkauf im Außer-Haus-Markt, darunter Supermärkte und andere Einzelhandelsgeschäfte, entfielen 2,3 Milliarden £ Bruttowertschöpfung und 48.100 Arbeitsplätze.
Die Analyse hob auch die Rolle der Branche auf dem Arbeitsmarkt für jüngere Beschäftigte und Menschen hervor, die flexible Arbeitszeiten suchen. Dem Bericht zufolge waren 48 % der direkt Beschäftigten zwischen 16 und 24 Jahre alt – insgesamt 341.900 Personen. 60 % der Beschäftigten arbeiteten in Teilzeit. Arbeitgeber und politische Entscheidungsträger dürften diese Zahlen aufmerksam verfolgen: Sie deuten darauf hin, dass Änderungen bei Steuern oder Betriebskosten die Einstellung von Berufseinsteigern, den Personalbedarf im Gastgewerbe und die Investitionen von Brauereien und Pubbetreibern beeinflussen könnten.
Emma McClarkin, Geschäftsführerin der BBPA, sagte, die Ergebnisse zeigten, dass die Branche eine zentrale Rolle für Beschäftigung, Wachstum und lokale Gemeinschaften spiele. Sie warnte davor, die Branche als selbstverständlich hinzunehmen, und erklärte, Pubschließungen hätten weitreichende wirtschaftliche und soziale Folgen. Ihre Äußerungen spiegeln die Position eines Branchenverbands wider, der Brauereien und Pubs vertritt, und fallen mit einer erneuten Lobbykampagne zur Senkung der Kosten zusammen.
Die BBPA bezeichnete eine kürzlich beschlossene Senkung der Business Rates um 20 % als sinnvollen ersten Schritt, erklärte jedoch, es seien weitere Maßnahmen nötig, damit die Branche Beschäftigung und Investitionen aufrechterhalten könne. Der Verband fordert eine dauerhafte Reform der Business Rates, ein Einfrieren der Biersteuer, einen höheren Nachlass für Fassbier sowie eine Überprüfung der Beschäftigungskosten. Diese Forderungen gehen über die wirtschaftlichen Erkenntnisse des Berichts hinaus. Die Branche dürfte ihn jedoch als Beleg in Gesprächen mit Ministern und dem Finanzministerium heranziehen.
Das ist auch für die Getränkeindustrie insgesamt relevant, denn Bier ist eng mit dem Außer-Haus- und dem Einzelhandelsgeschäft verknüpft. Änderungen der politischen Rahmenbedingungen in einem Marktsegment können sich auf Brauereien, Großhändler, Gastronomiegruppen und Einzelhandelsketten auswirken. Ein günstigeres Steuer- und Kostenumfeld könnte Investitionen und Neueinstellungen fördern. Höhere Abgaben oder Arbeitskosten könnten dagegen Margen, Preise und Investitionspläne entlang der Getränkelieferkette unter Druck setzen.
Die BBPA verwies außerdem auf eine separate Studie von WPI Strategy, verfasst vom ehemaligen Ökonomen des Finanzministeriums Martin Beck. Darin wird argumentiert, dass Pubs über ihre direkte Wirtschaftsleistung hinausgehende soziale Vorteile bieten. Der Studie zufolge hat der soziale Austausch in Pubs für regelmäßige Pubbesucher jedes Jahr einen Wert für das Wohlbefinden von etwa 1.000 bis 2.000 £. Da fast 30 % der Erwachsenen im Vereinigten Königreich – rund 16 Millionen Menschen – regelmäßig Pubs besuchen, wurde der entsprechende Gesamtwert für das Wohlbefinden auf bis zu 30 Milliarden £ jährlich geschätzt. Der Branchenverband führte diese Zahlen als zusätzlichen Beleg für die Bedeutung der Branche an. Sie messen jedoch den sozialen Wert und nicht die übliche Wirtschaftsleistung.
Oxford Economics erstellte die neue Wirtschaftsanalyse für die BBPA, die Brauereien und Pubunternehmen vertritt. Der Bericht liefert der Branche aktualisierte Zahlen, während sie dafür wirbt, dass Bier und Pubs nicht nur maßgeblich zu Steuereinnahmen und Beschäftigung beitragen, sondern in den Regionen des Landes auch Investitionen und Lohneinkommen schaffen.